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Eigenes Camp als Resultat: Turn-Star zieht Konsequenz aus Missbrauch

Eigenes Camp als Resultat Turn-Star zieht Konsequenz aus Missbrauch

Der Deutsche Turner-Bund lässt seine Sportlerinnen und Sportler nicht mehr von der umstrittenen Trainerin Gabi Frehse betreuen. Ex-Weltmeisterin Pauline Schäfer-Betz geht sogar noch einen Schritt weiter und gründet ihr eigenes Camp - mit klarer Haltung.

Was sie selbst jahrelang erdulden musste, soll in der zweiten Karriere von Pauline Schäfer-Betz keine Rolle spielen. Vor einem Jahr machte die ehemalige Schwebebalken-Weltmeisterin die Trainingsmethoden ihrer umstrittenen Betreuerin Gabi Frehse öffentlich, nun will es die 24-Jährige besser machen - und hat in Chemnitz das Turncamp "Grip & Grow Gymnastics" gegründet.

Das WM-Aufgebot des DTB

Frauen: Pauline Schäfer-Betz
Männer: Andreas Bretschneider, Felix Remuta, Carlo Hörr, Glenn Trebing, Dario Sissakis

Der WM-Zeitplan:
Mo., 18. Oktober bis Mi., 20. Oktober: Qualifikation (jeweils 02.45 Uhr).
Do., 21. Oktober: Mehrkampffinale der Frauen (11.30 Uhr).
Fr., 22. Oktober: Mehrkampffinale der Männer (11.20 Uhr).
Sa., 23. Oktober: Gerätefinals Männer und Frauen (11.00 Uhr).
So., 24. Oktober: Gerätefinals, Männer und Frauen (10.30 Uhr).

"Angst, Hunger, Druck und Tränen haben bei uns keinen Platz. Wir haben es uns zur Aufgabe gemacht, mit veralteten Turntraditionen und autoritären Trainingsregimen zu brechen", versprechen Schäfer-Betz und ihr Trainer und Lebenspartner Andreas Bretschneider. Der Gegenentwurf zu Frehses Methodik.

Vielleicht ein letztes Mal gemeinsam ist das sächsische Turnduo in der kommenden Woche aber bei den Weltmeisterschaften im japanischen Kitakyushu selbst noch im Wettkampfeinsatz. Denn nach den Absagen der Olympiateilnehmer von Tokio nominierte der Deutsche Turner-Bund (DTB) den bereits 32 Jahre alten Reckspezialisten ebenso für die WM wie Schäfer-Betz, die als Solistin den DTB im fernöstlichen Kaiserreich repräsentiert.

"Stärkung der Persönlichkeit"

Während die Welttitelkämpfe in Asien gleichbedeutend mit dem Abschied Bretschneiders vom internationalen Wettkampfgeschehen sein dürften, plant seine Partnerin dual und will parallel Leistungssportlerin und Trainerin sein - vorerst bis Olympia in Paris. Schäfer-Betz: "Natürlich strebe ich im nächsten Jahr die Teilnahme an der Heim-EM an. Und 2024 ist dann ja auch nicht mehr so weit."

Aber auch vorher schon will die gebürtige Saarländerin als Mentorin und Betreuerin in ihrem Camp "Erfahrungen teilen und Wissen weitergeben. Es geht uns um Selbstvertrauen und die Stärkung der Persönlichkeit."

Gerade in diesem Bereich hatten Schäfer-Betz und andere Kunstturnerinnen in Chemnitz bei der dominanten Frehse erhebliche Defizite angeprangert. Die aktuelle Situation ist verfahren: Die Kündigung der 61-Jährigen seitens des Olympiastützpunktes wurde juristisch für unwirksam erklärt, der DTB will dennoch seine Kaderathletinnen nicht mehr von Frehse betreuen lassen.

Auch wegen dieser angespannten Atmosphäre kommt Schäfer-Betz der Trip nach Japan nicht ungelegen. "Einzige Starterin zu sein, ist zwar eine besondere Herausforderung, aber ich mag ja Herausforderungen." Wie Grip & Grow zum Beispiel.