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"Eine der schönsten Städte": Söder punktet in Neustadt

Ministerpräsident dirigierte Musikverein und posierte für Fotos - vor 3 Minuten

Der Bayerische Ministerpräsident dokumentierte den historischen Kirchweihbesuch im "Goldenen Buch" der Stadt, was Erster Bürgermeister Klaus Meier, MdL Hans Herold und Altbürgermeister Wolfgang Mück (v. l.) beobachteten. © Harald Munzinger


Von dem ging es ins gut besetzte Festzelt, in dem sich der Ministerpräsident gut gelaunt, aber auch klar ausgerichtet präsentierte. Da wurde leger geplaudert und gelegentlich auch im eigenen Lager gestichelt und kein Zweifel daran gelassen, dass es in Bayern schön, daheim in Franken aber am schönsten ist. Dass er Neustadt zu den schönsten mittelfränkischen Städten zählte, quittierte das Publikum mit Applaus und der Bürgermeister fühlte die Stadt mit seinem Besuch am Tag nach Söders Papstaudienz besonders geehrt. Wenn "seine" SPD schon am absehbare Zeit wohl kaum den Ministerpräsidenten stellen könne, sollte es wenigstens ein Franke sein, so Meier, der meinte, dass "mit Söder alle sehr gut leben" könnten.

Ganz sicher auch Neustadt, wie der Bürgermeister und der Landtagsabgeordnete Hans Herold die damit verbundene Stärkung der Stadt betonten. "Machen Sie weiter so", rief Klaus Meier dem Ministerpräsidenten mit der Bitte zu, "die Kommunen als Grundlage der Demokratie nicht zu vergessen, sie besser auszustatten und nach Kräften unterstützen". MdL Herold, der unter vielen prominenten Gästen die Landtagskolleginnen Petra Guttenberger und Gabi Schmidt sowie Kollegen Harry Scheuenstuhl neben den Weinhoheiten aus Ipsheim, Ippesheim und Markt Nordheim sowie Karpfenkönigin Nina Hock besonders willkommen hieß, würdigte auch weitere Leitungen des Staates, was der Ministerpräsident salopp kommentierte: "Danke für die Anerkennung, sie war angemessen".

Im gutbesuchten Festzelt: Söder gibt den Takt vor

Hoher Besuch im Neustädter Festzelt: Kein anderer als Markus Söder griff hier höchstpersönlich zum Taktstock um den Musikverein Diespeck zu dirigieren und das Zelt einzuheizen. Nach den Standing-Ovations posierte der Ministerpräsident auch noch für Fotos mit seinen Fans. Und natürlich musste der historische Kirchweihbesuch auch im "Goldenen Buch" der Stadt festgehalten werden.


Herold setzt Söder zu

Dass hinter mancher dieser Leistungen eben jener Hans Herold stecke, plauderte Söder aus dem Landtagsnähkästchen, dass man dem Abgeordneten aus Ipsheim als Mitglied des Haushaltsausschusses manche Mittel verdanke, er ihm aber auch "bis an die Grenze der psychischen Belastbarkeit" zusetze. Verraten wurde in diesem Zusammenhang auch, was zur Verlagerung von Luftbildarchiv, BayernLab und BayernServer nach Neustadt geführt hatte.

"Wir brauchen Behörden" habe Herold gefordert, der plötzlich neben ihm beim entspannenden Bad in einer Klausurpause aufgetaucht sei und er – so Söder – "nicht auskommen konnte". Ernsthaft meinte der Ministerpräsident, dass das Leben in Bayern nicht nur in München und Nürnberg stattfinde, sondern auch im ländlichen Raum, den es entsprechend zu stärken und dafür Geld auszugeben gelte. Sich neben den großen politischen Linien auch der kleinen Sorgen anzunehmen, nannte Söder als seine Devise mit dem Ziel, es "in jeder Gemeinde ein Stück besser zu machen". In Zeiten der Digitalisierung könne jeder Beamte an jedem Ort wirken, wandte er sich gegen Kritik an der Dezentralisierung der Behörden.

Entscheiden statt palavern

Söder will mit höherem Finanzausgleich und 100 Millionen Euro mehr für den öffentlichen Nahverkehr mit optimaler Taktung den ländlichen Raum weiter stärken und stimmte Bürgermeister Klaus Meier zu, dass nur mit besserer Taktung der S-Bahn-Anschluss von Neustadt Sinn mache. Deutlich wurde Bayerns Ministerpräsident, dass er es besser als die Politik in Berlin machen und nicht nur palavern, sondern Entscheidungen treffen will. Als Beispiele führte er die Stärkung der Familien in Bayern und Wahlfreiheit der Familien an, die Kinder in Kitas zu schicken oder zuhause zu betreuen. Den vielen Menschen, die Anderen helfen, sprach Söder ein herzliches Vergeltsgott für ihr großartiges Engagement aus, sei es doch erste Pflicht, anderen Menschen zu helfen.

Rechtsstaatliches Handeln forderte der Ministerpräsident unter Beifall in der Asylpolitik ein. Wer Asyl erhalte, solle volle Rückendeckung und alle Startchancen haben, wem das Bleiberecht versagt sei, der müsse zurückkehren. Für Zuwanderung würden gegenwärtig in Bayern mehr Mittel ausgegeben, als für Gesundheit, Umwelt, Wirtschaft und Verkehr, erklärte Söder, der dabei die einheimische Bevölkerung nicht vergessen, wieder eine Balance geschaffen wissen wollte. Dabei sprach er auch das Thema Gesellschaftsordnung und die Pflicht an, sich den Werten, Sitten und Gebräuchen anzupassen. Die aktuelle "Kreuz-Debatte" streifte er lediglich mit dem Bekenntnis zu Nächstenliebe und Toleranz im Kreuz als religiöses Symbol. Und den Sinn von Kontrollen an drei von 90 bayerischen Grenzen belegte er auch mit Waffen- sowie Drogenfunden in erheblichem Umfang.

Franken geht es so gut, wie nie

Franken gehe es so gut wie nie, verwies Markus Söder auf eine insgesamt positive Entwicklung und aktuelle Arbeitslosenquote von 2.7 Prozent. Man müsse aber "dranbleiben und das Land weiterentwickeln", sich in spannenden politischen Zeiten den Herausforderungen stellen: "Wir können den Wind nicht bestimmen, aber wie die Segel zu setzen sind". Dabei wolle er weiter konsequent tun, was er sage, sich zu 100 Prozent mit Kraft und Ideen für Bayern und Franken einsetzen, so der Bayerische Ministerpräsident. Und das mit Freude für die nächsten zehn Jahre.

Mit Söder als Stargast: So war der Kirchweihanstich in Neustadt

Die "schönste Kirchweih der Welt" hat Neustadts erster Bürgermeister Klaus Meier mit dem symbolischen Bieranstich eröffnet. Vor großer Gästekulisse konnte er am Festplatz erstmals in der 462-jährigen Kirchweihgeschichte einen Ministerpräsidenten begrüßen, nachdem zuvor der Festzug mit prächtigem Brauereigespann auf dem Marktplatz sowie an der evangelischen Kirche zum Lob Gottes Station gemacht hatte. Markus Söder erheiterte anschließend im Festzelt mit launigen Anmerkungen und wurde für klare politische Kante mit stehendem Applaus gefeiert.


Wenn es die Sozis wollten, vielleicht auch länger, wie es noch einen zumindest kleinen parteipolitischen Schlenker geben sollte, ehe Markus Söder zum Taktstock griff und für ein paar Minuten nicht sein Parlament, sondern den Musikverein Diespeck dirigierte. Nach Standing Ovation galt es noch Autogramme zu geben und für Fotos zu posieren, ehe der nächste Termin das Zeitlimit setzte und Söders Franken-Bekenntnis nachklang: "Ich bin der Markus, und do bin i derham". Ob für ihn tatsächlich ab sofort die Neustädter Kirchweih die gleich hohe Bedeutung haben wird, wie die Feiern von Deutscher Meisterschaft des FC Bayern München oder der Club-Wiederaufstieg, blieb die Annahme von Bürgermeister Klaus Meier offen.

Kurzbesuch bei den Schützen

Abseits des Protokolls stattete der Ministerpräsident auf dem Weg vom Festzelt zum nächsten Termin der Königlich privilegierten Schützengesellschaft in deren Schießhaus am Neustädter Kirchweihplatz einen kurzen Besuch ab. Die Einladung, sich am Bürgerschießen zu beteiligen lehnte Dr. Söder nach Informationen aus Schützenkreisen dankend ab. Ein Bild mit einer Waffe erschien ihm offenbar zu heiß, könnte es doch gerade in den sozialen Medien zu Missdeutungen kommen.

Da schien ihm heftige Kritik "vom blinden Populismus" bis zum "Cäsarenwahn" nach seiner Twitter-Nachricht von einem Festzeltbesuch im Kreis Erding die Laune an seiner Öffentlichkeitsarbeit verdorben zu haben. Aus Neustadt jedenfalls twitterte der Staatschef (bisher) nichts. Letzte Nachricht mit Absender Söder: Seine Papstvisite. MdL Hans Herold hingegen gab den Kirchweihschuss ab. Ob er "ins Schwarze" getroffen hat, ist nicht "überliefert". 

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