logo logo logo logo logo logo logo logo logo logo logo logo logo logo logo logo logo logo logo logo logo logo logo logo logo logo logo logo logo logo logo logo logo logo logo logo logo logo logo logo logo logo logo logo logo logo logo logo logo logo logo logo logo logo logo logo logo logo logo
star Bookmark: Tag Tag Tag Tag Tag
Germany

Eine glückliche Verbindung

Das ganze Wochenende wurde dies in Gilching gefeiert: Die Kommune im Landkreis Starnberg und die Stadt Cecina in der italienischen Toskana sind seit 30 Jahren durch eine Partnerschaft liiert. 

Gilching – Ein ganzes Wochenende im Zeichen der Freundschaft: Zur Festa Italiana lassen Gilching und Cecina seit Freitag bis einschließlich Sonntag in Gilching 30 Jahre Städtepartnerschaft hochleben (wir berichteten). Seit Bürgermeister Heinrich Will und sein italienischer Amtskollege Renzo Cione Anfang Juli 1989 den Partnerschaftsvertrag unterzeichnetet hatten, hat sich einiges getan.

Beide Kommunen legten spürbar an Einwohnerzahl zu und sind im Zeichen des europäischen Gedankens immer mehr zusammengewachsen. Wie haben sie sich eigentlich kennengelernt, die beiden rund 750 Kilometer entfernten Kommunen? Die Antwort von Jakob Promoli, seit acht Jahren erster Vorstand des Cecina-Vereins, ist eher unromantisch: „Via Partnervermittlung.“ Seit 1987 regte sich vor allem bei der Gilchinger Jungen Union ein steigendes Interesse an einer Städtepartnerschaft. Frankreich, neue Bundesländer oder doch lieber Italien? Die Zentrale Vermittlungsstelle in Straßburg landete mit der damals rund 20 000 Einwohner zählenden toskanischen Gemeinde Cecina einen Volltreffer. Heute hat das südlich von Livorno gelegene Städtchen bereits 30 000 Einwohner und kommt vor allem durch den wachsenden Tourismus städtischer daher als Gilching mit rund 19 000 Einwohnern.

Schon am Gründungstag ließen sich CSU-Bürgermeister Will und der kommunistische Rathauschef Cione von parteipolitischen Zugehörigkeiten nicht beirren. Was zählt, ist das menschliche Miteinander, betont Promoli: „Letztlich geht es um Europa, das friedliche Zusammenleben zwischen den Völkern, das soll zwischen den beiden Kommunen lebhaft praktiziert werden.“

Lebendig ist das Miteinander allemal. Im Rahmen des Schüleraustausches reisten in drei Jahrzehnten mehrere hundert Jugendliche zwischen Cecina und Gilching hin und her. Alle zwei Jahre startet ein Reisebus mit 50 Köpfen zum fünftägigen Cecina-Ausflug. Die Septembertour heuer ist auch bereits ausgebucht. „Es sind viele Leute, die schon seit 20 Jahren mitfahren – man kennt sich“, sagt Promoli, der den Weg nach Cecina im Sommer 2002 auch schon mit dem Fahrrad zurücklegt hat: „Über Innsbruck und den Gardasee haben wir sechs Tage gebraucht.“ Sportliche Synergien gibt es vor allen bei der Leichtathletik. Der TSV Gilching und Athletico Amatori liefen bereits zweimal die transalpine Stafette zwischen Gilching und Cecina. Zuletzt anlässlich der 1200-Jahr-Feier 2004.

In Gilching allgegenwärtig ist die Marktplatzskulptur von Cecinas Bildhauer und Kunstprofessor Antonio Fiengo. Die Bronzehände an der zweihälftigen Weltkugel sind kein Zufallsprodukt. „Es sind wirklich Bronzeabdrücke von Menschen aus Gilching und Cecina. Meine Hand ist auch drin“, erzählt Promoli.

Zur italienischen Woche, die sich seit ihren Anfängen im Innenhof des Gilchinger Gymnasiums in den 90er Jahren tüchtig gemausert hat, werden wieder gut 5000 Besucher erwartet. Allen voran Cecinas Bürgermeister Samuele Litti mit der gut 50-köpfigen Delegation aus Cecina, inklusive des 25-köpfigen Blasorchesters Banda Cecina, das als Höhepunkt der Festa Italiana gehandelt wird. Die italienische Partnerstadt revanchiert sich alljährlich mit Einladungen zur Targa Cecina, dem größten Stadtfest. Zur spätsommerlichen Festa de la biera gibt es neben Bierausschank auch Brezn und bayerische Musik. Promoli, der ebenso wie Gründungsmitglied Gudrun Müller oder Beisitzerin Luise Selmeier seit drei Jahrzehnten italienische Kontakte pflegt, gefällt gerade das: „Dort unten mit Leuten in Kontakt zu kommen – Freundschaften zu schließen.“ Wenn im September der Gemeinderat die Reise nach Cecina antritt, hat Promoli nach fünf Italienisch-Kursen einen kleinen Vorteil: „Ich kann so viel Italienisch, dass ich mich durchkämpfen kann.“ 

Nilda Höhlein

All rights and copyright belongs to author:
Themes
ICO