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Eintracht zu Gast in München: So sieht Hütters Plan gegen die Bayern aus

Die Aufgabe könnte herausfordernder nicht sein. „Wir spielen gegen die momentan beste Mannschaft der Welt.“ Eine Einschätzung, die nicht überrascht und die zum Ausdruck bringt, was Adi Hütter vom FC Bayern München hält. „Die Bayern haben Qualität und Klasse“, sagte der Trainer der Frankfurter Eintracht einen Tag vor dem Anpfiff des Bundesliga-Spitzenspiels an diesem Samstag (15.30 Uhr im F.A.Z.-Liveticker zur Bundesliga sowie bei Sky) – denn ein Topspiel ist dieses Duell sehr wohl. Schließlich bekommt es der meisterliche Tabellenzweite mit dem Rangvierten zu tun, der den Münchnern in einem Punkt sogar voraus ist: Die Eintracht hat noch keines ihrer bisherigen vier Saisonspiele verloren. Die Bayern schon, 1:4 in Hoffenheim. „Da kann man einmal sehen, wie schnell es im Fußball gehen kann“, sagte Hütter, der aber keine Zweifel aufkommen lässt: „Die Bayern sind der klare Favorit. Wenn wir dort etwas holen wollen, brauchen wir einen absoluten Sterntag.“

Als am Freitagnachmittag die Eintracht Richtung München abhob, saßen 19 Spieler und zwei Torhüter in der Frankfurter Chartermaschine. Spieler, die Trainer Hütter in den vergangenen Wochen zumeist Freude bereitet und mitgeholfen haben, die bisherigen acht Punkte zu gewinnen, mit denen die Eintracht hinter den großen drei und üblichen Champions-League-Verdächtigen Leipzig, Bayern und Dortmund in der Tabelle steht. Zwei Siege und zwei Unentschieden lassen den 50 Jahre alten Fußballlehrer positiv in die Zukunft schauen. Vor allem auch deshalb, weil man gezeigt habe, „dass wir auch ohne Filip Spiele gewinnen können“. Die Eintracht ohne den am Innenband verletzten Filip Kostic – dies schien größere Verwerfungen nach sich zu ziehen. Doch weit gefehlt. Ersatzmann Steven Zuber präsentierte sich auf der linken Kostic-Position bislang als durchaus verlässlich. „Die Mannschaft ist intakt“, lobte Hütter sein Team. „Wir wollen auch in München zeigen, dass wir gut drauf sind.“

Taktische und mentale Vorbereitung

In der taktischen und mentalen Vorbereitung auf das Duell mit dem souveränen Champions-League-Sieger hat Hütter seiner Mannschaft eine unmissverständliche Botschaft übermittelt. „Wir werden leiden müssen, weil wir auch viel laufen müssen.“ Mit Laufarbeit allein wird den Bayern nicht beizukommen sein. Hütter und seine Helfer wissen dies. Und sie wissen auch, dass der Anspruch, dort in vollem Umfang zu glänzen, höher nicht sein könnte. Der letzte Auswärtssieg der Eintracht in München liegt 20 Jahre zurück. Es war eine dieser seltenen Sternstunden, auf die Hütter jetzt hofft und die sich eben vor zwei Jahrzehnten im Olympiastadion zutrug – mit Jan-Aage Fjörtoft als Siegtorschützen. Lang, lang ist’s her.

Für die gegenwärtige Aufgabe will sich Hütter so viele Optionen wie möglich offenhalten. In der Defensive mit einer Dreier-, Vierer-, ja vielleicht sogar einer Fünferkette – „alles ist denkbar“, sagte der Coach. Sicher ist: In der Offensive bleibt alles beim Alten. André Silva und Bas Dost haben in der Spitze bewiesen, dass sie, frei von Verletzungssorgen, unbeschwert, mannschaftsdienlich und torgefährlich aufspielen können – unterstützt im Verbund mit dem immer wieder für überraschende Momente sorgenden Daichi Kamada. „Sie sind ein gutes Trio“, lobte Hütter sein stürmisches Dreigestirn.

Konzentration gefordert

Um bei den Bayern überhaupt eine Chance zu haben, braucht die Eintracht nicht nur ein gutes Trio, sondern eine funktionierende Elf. Angeführt von einem Kapitän, der David Abraham heißt, aufgrund aktueller Sehnenprobleme in der Kniekehle aber vielleicht ausfallen könnte. „David ist nicht hundertprozentig fit“, sagte Hütter vor der Flugreise in die deutsche Fußball-Hauptstadt.

Einen fitten Eindruck vermittelt seit Wochen Almamy Touré. Der 24 Jahre alte in Mali geborene Franzose genießt auf der rechten Seite Hütters Vertrauen. „Gegenüber den anderen hat er die Nase vorn“, bestätigte der Eintracht-Trainer, dem es gelungen ist, Touré auf die nächste Stufe zu bringen. Bislang nämlich war der Rechtsverteidiger ein zum Wankelmut neigender Spieler mit einer großen Streuung. Vor allem Konzentrationsmängel waren sein Hauptmanko. Hütter sprach von „kleinen Blödheiten“, die Touré unterliefen – doch nicht nur ihm.

Grundsätzlich müsse es immer das Ziel sein, konzentriert zu sein. „Das gilt für die ganze Mannschaft.“ Für diese Frankfurter Mannschaft kann der Dienstausflug zum Meister eine durchaus lohnende Sache sein. Ein Spiel bei den Bayern – „da geht es um Bonuspunkte, die man sich holen kann“, sagte Hütter. Zuletzt haben Frankfurter Fußballspieler beim Kampf um Bonuspunkte vor zwanzig Jahren beherzt zugegriffen.

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