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„Endlich ein gutes Fangjahr“

Die Fischer am Starnberger See hatten 2020 ein gutes Jahr. Erstmals sind die Renken wieder zahlreicher und auch dicker in ihren Netzen gelandet.

Leoni - Wegen der Corona-Pandemie konnte im Herbst vergangenen Jahres der traditionelle Fischerjahrtag nicht begangen werden. Das war besonders schade, denn Andreas Gastl-Pischetsrieder, Vorsitzender der Fischereigenossenschaft Würmsee und Fischer in Leoni, hätte nach mehreren Jahren mit unbefriedigenden Fangergebnissen endlich wieder positive Nachrichten für seine Kollegen vermelden können. „In der Summe dürfen wir endlich wieder von einem guten Fangjahr 2020 sprechen“, lautet Gastl-Pischetsrieders Fazit im Gespräch mit dem Starnberger Merkur.

Vor allem der Ertrag bei den Renken, dem sogenannten Brotfisch und somit der am besten zu vermarktende Flossenträger der 35 am Starnberger See noch aktiven Berufsfischer, gab Anlass zur Freude. Nachdem sich in den vergangenen Jahren die Fischer über unterdurchschnittliche Fangerfolge und vor allem über das geringe Gewicht der Renken beklagt hatten, hat sich das Blatt im vergangenen Jahr gewendet. „Im Vergleich zum Vorjahr konnten die Renken um etwa 15 Gramm Durchschnittsgewicht zulegen, und es wurden auch wieder deutlich mehr gefangen. In den Sommermonaten konnten sogar immer mal wieder Spitzenfänge erzielt werden“, erklärt Gastl-Pischetsrieder. Der Genossenschaftsvorsitzende erklärt diese erfreuliche Tendenz mit dem im vorigen Jahr „ungewöhnlich milden Winter mit fast keinem Schnee und wenig Frost“. Außerdem hätten größere Stürme in der kalten Jahreszeit „endlich mal wieder für eine große Wasserumwälzung im See“ gesorgt. Ab dem Frühjahr folgte dann konstant gleichmäßiges Wetter, welches anscheinend auch zu einer guten Planktonentwicklung beitrug.

Bei den anderen im See vorkommenden Fischarten lagen die Fangerfolge meist im Bereich der Vorjahre. So gingen zwar nicht übermäßig viele Hechte ins Netz, aber dafür „des Öfteren schöne große Exemplare“, berichtet Gastl-Pischetsrieder. Auch Karpfen, Aale, Barsche und Schleien lieferten keine außergewöhnlichen Ergebnisse. Zugelegt hingegen haben die Fänge von Wallern, dem größten Fisch in den einheimischen Gewässern. „Kleine sind in den Sommermonaten regelmäßiger Beifang im Trappnetz. Große und sehr große wurden auch vereinzelt gefangen“, sagt Gastl-Pischetsrieder.

Weniger Anlass zur Freude gaben den Fischern die Ausbeuten von Seesaibling, Seeforelle und Zander. Es wurden wie seit Jahren nur einzelne Saiblinge gefangen. „Davon waren die meisten eher klein, aber auch ein paar große Exemplare waren dabei.“ Die restlichen Fischarten wie Brachsen, Rutten und sonstige Weißfische (z. B. Rotauge, Rotfeder, Aland, Nase) spielten eine untergeordnete Rolle.

Sorgen bereiten den Berrufsfischern nach wie vor die Kormorane und Gänsesäger. „Den Kormoranen ist es auch aufgefallen, dass es am Starnberger See wieder vermehrt was zu holen gibt“, sagt Gastl-Pischetsrieder. Deshalb seien Schwärme mit 15 oder mehr dieser gefräßigen Fischjäger keine Seltenheit. „Besonders schlimm für uns verhält es sich mit den einzelnen Kormoranen, die gezielt die Fische aus unseren Netzen stehlen und die Netze dabei beschädigen.“ Weiterhin seien auch extrem viele Gänsesäger vor Ort, die gerne in Gruppen den Jungfischen hinterherjagen.

Seit gut einer Woche haben die Berufsfischer am Starnberger See nach der Winterpause wieder mit ihrer Arbeit begonnen. „Die Fänge sind noch etwas verhalten, gefangen werden zurzeit vorwiegend Renken“, sagt Gastl-Pischetsrieder, der hofft, dass 2021 mindestens ähnlich positiv verläuft wie 2020 und natürlich, dass im Herbst wieder der traditionelle Fischerjahrtag stattfinden kann.

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