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Er war ein Clown. Im besten Sinne

Der Comedian Mirco Nontschew ist im Alter von 52 Jahren gestorben. Sein Manager und Freund Bertram Riedel sagte gegenüber „Bild“: „Wir bestätigen den Tod unseres Freundes und Familienmitglieds. Die Familie bittet um Rücksichtnahme in dieser schweren Zeit.“

Natürlich kannte ihn jeder, natürlich mochte man ihn. Aber haben Sie seine Stimme in den Ohren, wissen Sie, wie er geredet hat? Nein, seine Sprache war eine andere, die des Körpers. Mirco Nontschew konnte das wie kein anderer: Mimik, Gestik. Weniger wie ein brachialer Comedian, eher wie ein klassischer Tänzer. Und er war komisch, wirklich komisch. Wer schafft das schon? Millionen Menschen zum Lachen zu bringen, zu begeistern, ohne ein Wort zu sagen.

Und wenn er den Mund aufmachte, dann gern für ein herrliches Kauderwelsch. Dann ging es um den Klang, der die Botschaft erzeugte, nicht um die Worte. Nontschew liebte und beherrschte das. Plötzlich zu klingen wie ein südamerikanischer Drogenbaron, sein Gesicht dabei versteinert – bevor er dann loslässt und seine Mimik zu einer Grimasse zerlief. Ein deutscher Chaplin.

Wenn das nicht irgendwie abwertend klingen würde, müsste man wohl sagen: Er war ein Clown. Im besten Sinne. Sein Ziel war es, die Menschen zum Lachen zu bringen. Darin war er unique. Botschaft? Welche Botschaft und wieso auch? Es ist schwer genug, einen gemeinsamen Humor-Nenner zu finden, unter dem sich Millionen Menschen glucksend versammeln können.

Nontschew, geboren in Ost-Berlin. Mutter Deutsche, Vater Musiker aus Bulgarien. Er lernte den Beruf des Mechanikers in einem volkseigenen Betrieb in der DDR, entdeckte aber schon früh, dass es andere Dinge sind, mit denen er sein Leben füllen wollte. Ende der 80er trat er als Breakdancer auf und reiste dafür durch die DDR.

In den 90ern dann sein schneller, sehr schneller Aufstieg als Komiker. Von Hugo-Egon Balder entdeckt und für die Kult-Sendung „RTL Samstag Nacht“ verpflichtet, gehörte er nie zu den lauten in dieser schrillen Branche, in der Würde und Respekt nicht immer die Hauptrolle spielen. Bei ihm war das wohltuend anders. Auch abseits der Bühnen und Fernsehstudios hörte man wenig von ihm. Ein Künstler, der durch seine Kunst sprach. Ach, wie schön wäre es, würden sich einige seiner dauerlabernden Kollegen auch nur ein wenig davon abschauen.

Nontschew war auch in „LOL – Last One Laughing“ zu sehen

In den vergangenen Jahren war es auch beruflich ruhiger um ihn geworden. Bis ihm vor einigen Monaten mit der Erfolgsshow „LOL“ mit Bully Herbig ein Comeback gelang. Das perfekte Format für einen wie ihn. Mit anderen Spaßmachern eingesperrt, und man darf nicht lachen. Einerseits konnte er – maximal gemein – binnen Sekunden so skurrile Schnuten ziehen, dass auch dem Gegenüber das Gesicht entglitt, andererseits beherrschte er es, sein eigenes Gesicht zu kontrollieren; schon von Berufs wegen. Das war in Staffel eins. Staffel drei kommt bald – und Mirco Nontschew sollte wieder dabei sein, zur großen Freude seiner Fans.

Staffel 3 von Comedyshow «Last One Laughing»

Der Cast für die dritte Staffel von „LOL - Last One Laughing“. Neben Palina Rojinski, Hazel Brugger und Christoph Maria Herbst war auch Mirco Nontschew dabei

Quelle: dpa/Frank Zauritz

Nun wurde er laut Medienberichten in seiner Wohnung tot aufgefunden. Mit nur 52 Jahren. Mit ihm stirbt ein Stück Humor, das so perfekt nur er beherrschte. Und gerade diese Tatsache bedeutet ja auch, dass er irgendwie immer bleiben wird.