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Erras will sich so richtig „reinbeißen“

Patrick Erras (r.) und Sportchef Frank Baumann sind überzeugt davon, dass es ein erfolgreiches gemeinsames Kapitel in Bremen geben wird.

Patrick Erras (r.) und Sportchef Frank Baumann sind überzeugt davon, dass es ein erfolgreiches gemeinsames Kapitel in Bremen geben wird. (nordphoto)

Patrick Erras ist nicht der große Redner. Er will lieber auf dem Platz zeigen, was er kann. Und so war der erste öffentliche Termin des 25-Jährigen bei Werder auch von ebenso kurzen wie klaren Sätzen geprägt. „Ich hatte super Gespräche mit Frank Baumann und Florian Kohfeldt“, sagte der ehemalige Nürnberger bei seiner Vorstellung im Weserstadion. „Bremen ist ein Top-Verein in der ersten Liga. Da muss man nicht lange überlegen, wenn man die Chance hat. Deswegen wollte ich die Möglichkeit unbedingt ergreifen und die Herausforderung hier annehmen.“

Nach den Abgängen von Philipp Bargfrede, Kevin Vogt und Nuri Sahin ist das defensive Mittelfeld eine der ganz großen Baustellen bei Werder in diesem Sommer. Patrick Erras ist das erste Puzzleteil, mindestens ein weiteres soll folgen. Womöglich wird es ein Spieler, der schon wesentlich erfahrener ist als Erras, der 19 Erstligapartien für den Club absolvierte. Einschüchtern lässt sich der 1,96-Meter-Mann von dieser Perspektive aber nicht. „Ich will mich hier durchsetzen und auf meine Einsätze kommen“, sagte er. „Ich weiß, was ich kann, will mich im Training beweisen und den Trainer überzeugen. Ich möchte mich schnellstmöglich an die Mannschaft und das Tempo gewöhnen, mich reinkämpfen und reinbeißen. Ich will eine gute Vorbereitung machen und dann sehen wir weiter.“

Einfach, unspektakulär, effektiv

Auch Frank Baumann ist überzeugt von Erras' Qualitäten: „Er ist grundsätzlich demütig, aber auch mit einem guten Selbstvertrauen ausgestattet. Er wird sich nicht komplett verstecken. Dem Konkurrenzkampf muss sich Patrick stellen. Aber wir trauen ihm schon zu, dass er hier schnell seine Einsätze bekommt“, sagte Werders Sportchef. „Er bringt Kopfballstärke und Flexibilität mit rein. Er spielt relativ einfach, unspektakulär und verfügt über ein gutes Stellungsspiel.“ Diese Eigenschaften sollen vor allem dabei helfen, dass die Bremer ihre Probleme bei gegnerischen Standards in den Griff bekommen. „Ich glaube schon, dass ich da helfen kann“, sagte Erras. „Auch defensiv ist es eine Stärke von mir, richtig zum Ball zu gehen und die Bälle zu klären.“ Ein Knackpunkt könnte dagegen das Tempo sein. „An der Schnelligkeit muss ich noch arbeiten“, gibt der gebürtige Amberger schmunzeln zu. „Aber ich habe trotzdem schon gute Spiele, auch in der 1. Liga, gemacht.“

Die mangelnde Geschwindigkeit ist nur eine von vielen Parallelen, die es zwischen Patrick Erras und dem Mann gibt, der am Mittwoch neben ihm saß: Frank Baumann. Beide kamen einst aus Nürnberg zu Werder, beide taten dies bereits, als sie in den Mittzwanzigern waren. Ihr gemeinsamer Entdecker und Förderer ist Ex-Profi Reinhold Hintermaier. Auch ihre Flexibilität auf dem Platz und die fußballerischen Qualitäten ähneln sich. Da liegt der Verdacht nahe, dass Baumann nun der perfekte Begleiter, eine Art Mentor für Erras sein könnte. Doch der Sportchef wiegelt ab. „Patrick wird und muss seinen eigenen Weg gehen. Ich werde wie bei jedem anderen Spieler auch behilflich sein, wenn ich das kann, aber in erster Linie sind die Trainer die Ansprechpartner - und die werden ihm die richtigen Dinge mit auf den Weg geben, damit er sich weiterentwickeln kann“, sagte der 44-Jährige. Und genau darauf komme es an. „Patrick hat seine Qualitäten in den vergangenen Jahren gezeigt, aber er bringt auch noch ein gewisses Entwicklungspotenzial mit.“

Verspäteter Wechsel nach Bremen

Ursprünglich wollte sich Werder schon viel früher um die Ausbildung von Patrick Erras kümmern. Frank Baumann hatte ihn vor einigen Jahren für die U19 vorgesehen, doch der Wechsel kam damals noch nicht zustande. „Damals in der Jugend habe ich mir auch alles hier in Bremen angeschaut, doch ich war noch nicht so weit, um wegzugehen. Da habe ich mich noch für Nürnberg entschieden“, sagte Erras. „Doch jetzt wollte ich unbedingt etwas Neues machen.“ Gemeinsam mit seiner Familie wird er dieses Projekt nun angehen. Spätestens nach dem Trainingslager sollen seine Frau und seine Tochter nach Bremen nachkommen, ein Häuschen hat Erras bereits gefunden. Sollte er sich ähnlich schnell bei Werder zurechtfinden, dürfte das Thema Geschwindigkeit vielleicht bald kein allzu großes mehr sein. 

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