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Erstmals seit März keine Neuinfektionen

Erstmals seit dem 8. März sind in Hamburg von den Gesundheitsämtern binnen eines Tages keine weiteren Corona-Infektionen gemeldet worden. Das sagte Gesundheitssenatorin Cornelia Prüfer-Storcks (SPD) am Dienstag im Rathaus. „Das muss nicht von Dauer sein und könnte nur eine Momentaufnahme darstellen“, sagte Prüfer-Storcks. „Aber schlecht ist das nicht.“

Die Zahl der in der Hansestadt insgesamt gemeldeten Fälle liegt damit weiterhin bei 5034. Da laut Robert-Koch-Institut aber rund 90 Prozent der Infizierten wieder gesund sind, geht die Gesundheitsbehörde derzeit von rund 300 akut Erkrankten in Hamburg aus.

Keine neuen Toten

Auch die Zahlen aus den Krankenhäusern sind seit mehreren Wochen weitestgehend rückläufig. Derzeit befinden sich 63 Hamburger mit einer Covid-19-Erkrankung in stationärer Behandlung, davon werden wie schon am Vortag 27 Personen intensivmedizinisch betreut. Mitte April hatten noch mehr als 260 Hamburger mit Covid-19 im Krankenhaus gelegen. Zudem hat es seit Montag auch keine Veränderungen bei der Zahl der coronabedingten Todesfälle gegeben. Die Zahl der an einer Corona-Infektion gestorbenen Hamburger blieb nach Berechnungen des Instituts für Rechtsmedizin am Universitätsklinikum Eppendorf konstant bei 210.

Gesundheitssenatorin Prüfer-Storcks sprach von einer „sehr guten Entwicklung“, schränkte allerdings ein, dass seit den letzten umfassenden Lockerungen noch nicht genug Zeit vergangen sei, um Einschätzungen zu deren Auswirkungen zu machen. In der vergangenen Woche hatte der Hamburger Senat unter anderem die Wiedereröffnung großer Teile der Gastronomie ermöglicht. Seit Montag kann zudem die erste Altersgruppe von Kita-Kindern ihre Einrichtungen wieder regelmäßig besuchen. „Die Lockerungen könnten sich jetzt noch nicht in zusätzlichen Fällen ausdrücken“, sagte Prüfer-Storcks mit Blick auf die Inkubationszeit des Coronavirus. Sie schränkte jedoch ein: „Wenn es denn überhaupt zu mehr Fällen kommt.“

Corona-Tests in Pflegeheimen laufen an

Um das Infektionsgeschehen weiter gut im Blick behalten zu können, hat der Senat zwei Entscheidungen für zusätzliche größer angelegte Testungen getroffen. Wie Prüfer-Storcks sagte, werde es zunächst an vier Pflegeheimen zu „präventiven Tests“ von Bewohnern, Mitarbeitern und von Besuchern kommen. Das bedeutet, dass in den Einrichtungen Corona-Tests gemacht werden, auch wenn es keinerlei Verdacht auf Ansteckungen gibt. Bereits in der vergangenen Woche hatte die Gesundheitssenatorin Tests für Pflegeheime angekündigt. Man starte jetzt in vier Heimen, so die Senatorin, „um zu sehen, wie die Akzeptanz ist“ und was am Verfahren sich vor der Ausweitung möglicherweise noch verbessern ließe.

Die Tests dienten unter anderem dazu, das Risiko für Pflegeheimbewohner, an dem Virus zu erkranken, zu minimieren. Zum anderen erhoffe man sich von Testungen aber auch Erkenntnisse darüber, ob die Restriktionen, die derzeit für Besucher gelten, aufrechterhalten werden müssen. Aktuell dürfen die Bewohner von Pflegeheimen nur Besuch von einer festen Person bekommen, die pro Woche jeweils drei Stunden in das Heim darf. „Wir wollen zum Beispiel wissen, ob wir wieder mehr Besucher zulassen können“, sagte Prüfer-Storcks.

Schüler werden schon bei leichtesten Symptomen getestet

Die zweite Ausweitung von Corona-Tests wird die Hamburger Schulen betreffen. Mit dem Start erster Unterrichtsangebote für alle Klassenstufen ab dem kommenden Montag soll es auch an den Schulen Tests auf eine mögliche Infektion mit dem Corona-Virus geben. Allerdings anders als in den Pflegeheimen nicht ganz ohne Anlass. Die Tests werde es „bei den leichtesten Symptomen einer Atemwegserkrankung“ bei einem Schüler oder einer Lehrperson geben, sagte Prüfer-Storcks. Sollte der Test eine Corona-Infektion ergeben, würde dann sehr breit weiter getestet, nämlich sowohl die gesamte Lerngruppe, mit der der Schüler oder Lehrer Kontakt hatte, sowie das gesamte Umfeld des Betroffenen.

„Wir wollen die Lockerungen, die wir beschlossen haben, eng begleiten“, erklärte Prüfer-Storcks und kündigte an, dass der Senat über weitere Schritte auf dem Weg in ein normales öffentliches Leben berate. Dazu gehöre beispielsweise die Öffnung weiterer Kulturbetriebe, nachdem die Museen ja wieder öffnen durften. Aber zum Beispiel auch im Bereich der Kitas und für andere Einrichtungen wie Fitnessstudios stünden noch Entscheidungen bevor.

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