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EU in Corona-Krise: "Wovor wir immer gewarnt haben, bestätigt sich jetzt" - Hoffnung ruht auf Merkel

In Europa haben viele Länder mit der Corona-Pandemie zu kämpfen. Auch wirtschaftlich ist die Euro-Zone in der Krise - EU-Kommissar Paolo Gentiloni setzt Hoffnungen auf Angela Merkel.

Update, 11. Juli, 10.55 Uhr: Noch immer ist Europa von der Corona-Krise schwer getroffen - auch für die Wirtschaft in der Euro-Zone wird die Situation zur Zerreißprobe. In der kommenden Woche werden Staats- und Regierungschefs - darunter auch Bundeskanzlerin Angela Merkel - in Brüssel über das EU-Konjunkturprogramm verhandeln. Gegenüber der Welt äußerte sich Paolo Gentiloni, EU-Kommissar für Wirtschaft und Währung, bereits vorab - mit mahnenden Worten. 

Die Rezession drohe die Euro-Zone zu zerstören, so Gentiloni. Die Rezession werde tiefer ausfallen als erwartet und die Länder im Euro-Raum werden sich wirtschaftlich noch stärker auseinanderentwickeln als noch im Frühjahr prognostiziert, gab er gegenüber der Welt an. „Wovor wir immer gewarnt haben, bestätigt sich jetzt: Die Covid-Rezession droht die Euro-Zone zu zerreißen“, sagt der EU-Kommissar. Europa brauche einen Plan - und das schnell. 

An die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel hat Gentiloni bei den kommenden Verhandlungen hohe Erwartungen. Der persönliche Beitrag der Kanzlerin könne entscheidend sein dafür, dass die Mitgliedstaaten sich schnell auf einen Wiederaufbauplan einigen würden. „Ich weiß aus meiner eigenen Zeit als Regierungschef, wie Merkel arbeitet. Wenn sie einen Kompromiss vorantreibt, können wir noch in diesem Monat eine Einigung erzielen“, erklärt er. 

Corona: Österreich führt Ampel-System für Regionen ein - Johnson will Maskenpflicht jetzt doch ausweiten 

: In Frankreich ist die Zahl der Todesfälle in Zusammenhang mit dem Coronavirus auf über 30.000 gestiegen - wie französische Gesundheitsbehörden am Freitagabend mitteilten, sind inzwischen mindestens 30 004 Menschen verstorben. Obwohl sich die Lage in Frankreich aktuell entspannt zeigt, warnten die Gesundheitsbehörden dringend zur Einhaltung der weiterhin geltenden Sicherheitsmaßnahmen - zuletzt warnte die Behörde vor einem moderaten Anstieg der Fälle, der weiter „höchste Aufmerksamkeit“ erfordere.

Großbritanniens Premier Johnson hat sich unterdessen erstmals mit einer Mund-Nasen-Maske in der Öffentlichkeit gezeigt. In einer Online-Bürgersprechstunde sagte er: „Ich glaube wir müssen strikter dabei sein, die Menschen zum Tragen von Gesichtsschutz in geschlossenen Räumen aufzufordern, wo sich Menschen begegnen, die sonst nicht zusammenkommen“. Dieser Gesinnungswechsel könnte in Zusammenhang mit der Sorge vor wirtschaftlichen Einbrüchen stehen - Johnson hatte seine Mitbürger erst kürzlich dazu angehalten, wo möglich wieder an den Arbeitsplatz zurückzukehren.

Corona in Europa: Lettland kehrt zu Einschränkungen zurück

Update vom 10. Juli, 16.12 Uhr:  Lettlands Regierung hat wegen steigender Corona-Zahlen bereits aufgehobene Einschränkungen wieder eingeführt. Zur Verringerung der Ausbreitung des Coronavirus ordnete das Kabinett in Riga am Freitag neue Vorgaben für Gastronomiebetriebe zum 11. Juli an. In Restaurants und Bars dürfen Gäste im Inneren maximal zu viert an einem Tisch sitzen, im Freien liegt die Grenze bei acht Personen. Ebenso wie Kultur-, Freizeit- und Sporteinrichtungen dürfen sie zudem nur noch bis Mitternacht statt bislang 2.00 Uhr geöffnet haben.

Mit den Beschränkungen solle ein größerer Corona-Ausbruch rechtzeitig verhindert werden, sagte Ministerpräsident Krisjanis Karins nach der Regierungssitzung. In Lettland habe es eine längere Zeitspanne mit wenigen Neuinfektionen gegeben. In den vergangenen vier Tagen sei aber eine stärkere Zunahme neuer Fälle festgestellt worden.

Nach Angaben von Gesundheitsministerin Ilze Vinkele ist die Zahl der Neuinfektionen innerhalb der vergangenen zwei Wochen pro 100 000 Einwohner in Lettland von 0,7 auf 2,8 gestiegen. Das baltische EU-Land mit 1,9 Millionen Einwohnern hat damit aber im internationalen Vergleich weiterhin eine niedrige Infektionsrate. Lettland verzeichnete bislang 1165 bestätigte Infektionen und 30 Todesfälle in Verbindung mit dem Coronavirus.

Corona: Produktion in Frankreich und Italien erholt sich vom Einbruch in der Corona-Krise

Update vom 10. Juli, 11.37 Uhr: In Frankreich und Italien hat sich die Produktion in der Industrie kräftig vom Einbruch in der Corona-Krise erholt. Im Mai sei die Fertigung in der zweitgrößten Volkswirtschaft der Eurozone im Monatsvergleich um 19,6 Prozent zum Vormonat gestiegen, teilte das französische Statistikamt mit. Die italienischen Industrieunternehmen meldeten gegenüber dem April sogar einen Anstieg der Gesamtproduktion um 42,1 Prozent.

Volkswirte hatten im Fall Frankreichs zwar mit einer deutlichen Besserung gerechnet, waren aber im Schnitt nur von einem Plus von 15,4 Prozent ausgegangen. Im März und April war die Industrieproduktion dort wegen der Maßnahmen zur Eindämmung der Pandemie noch stark gesunken. Im Vergleich zum Vorjahresmonat zeigte sich jedoch auch im Mai weiter das Ausmaß des konjunkturellen Einbruchs. In dieser Betrachtung fiel die Produktion um 23,4 Prozent.

Auch in Italien wurde die Markterwartung von durchschnittlich 24 Prozent Steigerung im Mai klar übertroffen. Im Jahresvergleich machte sich die Corona-Krise aber immer noch stark bemerkbar: Gegenüber dem Vorjahresmonat fiel das Herstellungsvolumen um 20,3 Prozent.

Auch während der Corona-Pandemie empfangen viele Länder Touristen. Doch in jedem Land gelten andere Regeln.

Corona: Neue Maßnahmen auf Mallorca ergriffen - Vorschriften auch auf anderen Balearen-Inseln

Update vom 9. Juli, 19.30 Uhr: Nun steht es fest. Auf der Lieblingsinsel der Deutschen Mallorca wird es ab kommenden Montag strengere Corona-Maßnahmen geben. Das beschloss die Regionalregierung in Palma. Die Vorschriften gelten für alle Balearen-Inseln, also auch für Menorca, Ibiza und Formentera. Die Menschen müssen also ähnlich wie in Katalonien auch im Freien Masken tragen, selbst wenn sie den Mindestabstand einhalten können.

Corona-Maßnahmen auf den Balearen: Ausnahmen von den neuen Bestimmungen

Es wird aber auch Ausnahmen geben. An Pools und Stränden gilt die Maskenpflicht nicht. Ebenso in Bars, Cafés und Restaurants muss kein Mund- und Nasenschutz getragen werden, solange man isst und trinkt. Für private Treffen wird es wohl eine Obergrenze im Freien von 70 Personen, in geschlossenen Räumen von 30 Personen, geben. Noch seien aber nicht alle Details geklärt.

Der Grund warum die verschärften Maßnahmen nun erlassen wurden, seien nicht wie in Katalonien* die steigenden Corona-Zahlen, sondern die Nachlässigkeit von Teilen der Bevölkerung. Häufig wurde gegen die Regeln verstoßen und das obwohl bei einem Verstoß gegen die Maskenpflicht ein Bußgeld von 100 Euro fällig wird. Außerdem gab es in den vergangen Wochen immer wieder Partys in Parks oder Kneipen auf denen die Abstandsregeln nicht beachtet wurden.

Österreich will auf Bezirksebene ein Corona-Ampel-System einführen

Update vom 9. Juli, 18.48 Uhr: Österreich will jetzt auf Ebene der Bezirke (vergleichbar mit der deutschen Kreisebene) ein Corona-Ampel-System einführen. Dabei soll die Infektionslage in vier verschieden Farben - von grün bis rot - dargestellt werden. Grundlage für die Einteilung sollen die Ansteckungszahlen, die Nachverfolgbarkeit der Fälle, die Testzahlen sowie die Kapazitäten der örtlichen Krankenhäuser sein. Österreichs Bundeskanzler Sebastian Kurz sagte, es brauche ein einheitliches Vorgehen mit regionalem Handlungsspielraum. „Wir wollen uns österreichweite Maßnahmen so lange wie möglich ersparen“, so Kurz.

Weiter will man Screening-Programme in Risikobetrieben oder im Tourismus verstärkt durchführen. Um eine bessere Nachverfolgung von Kontakten und die Überwachung von Quarantänemaßnahmen zu gewährleisten, sollen extra 300 Soldaten und 500 Polizisten abgestellt werden.

Auf Mallorca soll es neue Corona-Maßnahmen geben

Update vom 9. Juli, 10.26 Uhr: Wie die „Mallorca-Zeitung“ berichtet, bereitet sich Mallorca darauf vor, die Maskenpflicht* zu verschärfen. Dem Bericht zufolge müssen Menschen auf Mallorca und den anderen Baleareninseln künftig überall in der Öffentlichkeit einen Mund-Nase-Schutz tragen. Demnach soll die Balearen-Regierung noch in dieser Woche ein entsprechendes Gesetz erlassen. Damit soll offenbar wieder für mehr Sicherheit gesorgt werden, weil der Sicherheitsabstand von 1,5 Metern immer häufiger nicht beachtet wird. Noch ist unklar, ob die Regelung auch für Menschen gilt, die an der frischen Luft Sport treiben oder sich am Strand aufhalten.

Coronavirus in Spanien: Verschärfung der Maskenpflicht auch in Katalonien

Mit der Verschärfung der Maskenpflicht folgt die Balearen-Regierung dem Beispiel aus Katalonien. Wegen lokaler Corona-Ausbrüche ist dort ebenfalls eine ungewöhnlich strenge Maskenpflicht angeordnet worden. Ab Donnerstag (10. Juli) müssen in der nordostspanischen Region alle Personen ab dem Alter von sechs Jahren in der Öffentlichkeit selbst dann einen Mund- und Nasenschutz tragen, wenn der Sicherheitsabstand gewahrt werden kann.

Ob Katalanen und Besucher der Region zum Beispiel auch in Cafés und Restaurants Maske tragen müssen, blieb zunächst unklar. 

Coronavirus in Europa: Österreich intensiviert Grenzkontrollen

Indes hat Österreich wegen der steigenden Zahl an Corona-Infektionen Reisebeschränkungen für mehrere osteuropäische Länder verkündet. Die Regierung in Wien sprach eine Reisewarnung für Bulgarien, Rumänien und die Republik Moldau aus. "Wir erleben immer mehr Einschleppungen aus dem Ausland. Deswegen der dringende Appell, nicht in diese Länder zu reisen", sagte Kanzler Sebastian Kurz.

Für Rückreisende aus diesen Ländern werde eine zweiwöchige Quarantäne angeordnet, falls kein negativer Corona-Test vorliege. Zudem würden die Grenzkontrollen zu Ungarn und Slowenien intensiviert.

Nach Angaben des Kanzlers waren in den vergangenen Wochen 170 Corona-Fälle in Österreich auf Rückkehrer aus dem Ausland zurückzuführen. Die meisten Erkrankten waren demnach aus Balkanländern eingereist.

Update vom 9. Juli, 8.34 Uhr: Ungeachtet des Rückziehers von Präsident Aleksandar Vucic sind in der serbischen Hauptstadt Belgrad und anderen Städten des Balkanlandes am Mittwochabend erneut Tausende Menschen gegen die Corona-Schutzmaßnahmen auf die Straßen gegangen. Die Polizei setzte nach Medienberichten erneut Tränengas und Knüppel gegen die Demonstranten ein. Auch berittene Polizei kam zum Einsatz. Die Demonstranten warfen Steine und Feuerwerkskörper auf die Polizisten.

In Belgrad riegelten starke Polizeieinheiten das Zentrum am Abend ab. Gegen Mitternacht flauten die Corona-Proteste ab, die Menschenmassen lösten sich nach Medienberichten allmählich auf. Nach ersten Medienberichten wurden mindestens zehn Polizisten verletzt. Das serbische Fernsehen berichtete, dass Kamerateams bei den Protesten in Novi Sad und Nis von Demonstranten angegriffen worden seien.

Corona in Europa: Proteste gegen Maßnahmen in Belgrad weiten sich aus

Die schon seit einigen Tagen dauernden Proteste richten sich gegen geplante drastische Maßnahmen zur Eindämmung der erneut aufgeflammten Corona-Pandemie in Serbien. Präsident Vucic hatte zwar die für das Wochenende geplante Ausgangssperre zurückgenommen, dafür aber andere Maßnahmen des Krisenstabs der Regierung für Donnerstag angekündigt.

In der Zeit des Corona-Ausnahmezustands von Mitte März bis Anfang Mai hatte die Regierung die Ausbreitung der Corona-Pandemie mit umfassenden Ausgangssperren bekämpft. Die Infektionszahlen gingen deutlich zurück. Doch seit gut zwei Wochen stecken sich wieder um die 300 Menschen pro Tag nachweislich mit dem Virus Sars-CoV-2 an. Besonders die Hauptstadt Belgrad ist betroffen.

Corona: Krankenhaus in Bergamo feiert ersten Tag ohne Covid-19-Patienten auf Intensivstation

Update vom 8. Juli, 19.07 Uhr: Es war emotional und symbolträchtig: In Bergamo hat das Krankenhaus Papa Giovanni XXIII nach rund dreieinhalb Monaten Corona-Krise den ersten Tag ohne Covid-19 Patienten auf der Intensivstation gefeiert.

Dafür gab es beim Personal „befreienden Applaus“, aber auch eine Gedenkminute für die Toten, wie italienische Medien am Mittwoch schrieben. Die Stadt Bergamo in der Lombardei stand seit Februar im Zentrum des Virus-Ausbruchs in Italien. Das große Hospital Papa Giovanni XXIII gehört zu den symbolischen Orten für die

Corona-Krise

in dem Land. Drastische Bilder von

Covid-19-Kranken

in überfüllten Sälen und Gängen gingen um die Welt. 

Die Bundesregierung um Angela Merkel wird offenbar von einem Spionage-Fall erschüttert.

Corona in Europa: Demo in Serbien eskaliert - jetzt rudert Präsident zurück 

Update vom 8. Juli, 17.17 Uhr: Nach massiven Protesten in der Nacht zum Mittwoch hat Serbiens Präsident Aleksandar Vucic eine von ihm angekündigte Ausgangssperre wegen der Corona-Pandemie zurückgenommen. „Es wird sicherlich neue Maßnahmen für Belgrad geben, aber keine Polizeistunde“, sagte er. Die Einzelheiten werde der Krisenstab der Regierung am Donnerstag bekanntgeben.

Vucic hatte am Dienstag angekündigt, dass die Regierung wegen der zuletzt stark gestiegenen Ansteckungszahlen mit dem Coronavirus eine Ausgangssperre verhängen werde, die von Freitagabend bis zum Morgen des darauffolgenden Montags dauern würde. Die Ankündigung hatte massive Proteste ausgelöst. Tausende Menschen versammelten sich vor dem Parlament in der Belgrader Innenstadt.

Serbiens Präsident rudert nach gewaltsamen Ausschreitungen zurück

Eine kleinere Gruppe militanter Demonstranten drang kurzzeitig in das Gebäude ein. Die Polizei löste die Kundgebung unter Einsatz von Tränengas auf. Nach offiziellen Angaben wurden 23 Menschen festgenomm en. 43 Polizisten und mehrere Demonstranten erlitten Verletzungen (siehe Update vom 8. Juli, 14.26 Uhr).

Erstes Bundesland in Österreich setzt wieder die Masken auf

Update vom 8. Juli, 16.03 Uhr: In Österreich führt Oberösterreich als erstes Bundesland nach einem spürbaren Anstieg der Corona-Infektionen die Maskenpflicht wieder ein. Von Donnerstag an müssten die Bürger wieder einen Mund-Nasen-Schutz unter anderem beim Betreten von Läden und in Lokalen auf dem Weg zum Tisch tragen, sagte Landeschef Thomas Stelzer (ÖVP) am Dienstag in Linz. Die Gäste von Lokalen würden auf freiwilliger Basis gebeten, ihre Kontaktdaten zu hinterlassen. „Es ist ein Anstieg, der uns besorgt und uns natürlich auch nicht tatenlos zusehen lässt“, sagte Stelzer.

Im Bundesland seien aktuell 427 Menschen mit dem Coronavirus infiziert. Laut Behörden sind rund 3.000 Menschen unter Quarantäne. Die Reproduktionszahl, die angibt, wie viel Personen durch einen Infizierten angesteckt werden, liege bei2,0. „Das ist einfach zu viel“, sagte Stelzer. In ganz Österreich liegt dieser Wert laut Stelzer bei 1,37. Oberösterreich ist mit knapp 1,5 Millionen Einwohnern bevölkerungsmäßig das drittgrößte Bundesland.

Oberösterreich führt die Maskenfplicht wieder ein

Die Verordnung trete zunächst ohne zeitliche Begrenzung in Kraft, sagte Stelzer. Die Maßnahme sei mit der Bundesregierung und Kanzler Sebastian Kurz (ÖVP) abgestimmt. Sie solle dazu dienen, schärfere Schritte wie einen Lockdown im Bundesland zu vermeiden. „Wir setzen darauf, dass das gelingen wird.“ Ein wesentlicher Cluster sei weiterhin im Umfeld einer Freikirche zu verorten, hieß es.

Schon seit vergangenem Freitag hat das Bundesland seine Schulen und Kindergärten wieder geschlossen. Stelzer warnte nach Erfahrungen mit Infizierten vor heimkehrenden Urlaubern aus dem Westbalkan. Hier bestehe offenbar eine erhöhte Gefahr. Österreich hat für die sechs Länder des Westbalkans bereits die höchste Reisewarnstufe verhängt.

Serbien: Tausende protestieren gegen erneuten Corona-Lockdown - Demonstration in Belgrad eskaliert

Erstmeldung vom 8. Juli, 14.26 Uhr: 

Belgrad - In der serbischen Hauptstadt haben am Dienstagabend (7. Juli) Tausende Menschen vor dem Parlamentsgebäude gegen neue Beschränkungen in der Corona-Pandemie* protestiert. Dabei kam es zu Ausschreitungen und Zusammenstößen mit der Polizei in Belgrad. Die zunächst friedlichen Proteste schlugen in Gewalt um: Demonstranten warfen Steine auf Polizisten und feuerten Leuchtraketen ab, wie Fernsehbilder zeigten.

In Serbien kam es wegen einer Verschärfung der Corona-Regeln zu heftigen Demonstrationen.

Nachdem eine größere Gruppe versucht hatte, das Parlamentsgebäude zu stürmen, setzte die Bereitschaftspolizei Tränengas ein. 43 Polizisten und 17 Demonstranten seien bei den Ausschreitungen in der Nacht zum Mittwoch verletzt worden, sagte Polizeichef Wladimir Rebic dem Sender RTS. 23 Menschen wurden festgenommen. Zahlreiche Fernsehbilder und Videos des Abends kursieren auf Twitter.

Ausschreitungen in Belgrad: Menschenrechtsgruppen werden der serbischen Polizei übermäßige Gewalt vor

Die Demonstranten forderten den Präsidenten Aleksandar Vucic in Sprechchören zum Rücktritt auf. Kritiker werfen ihm vor, die Beschränkungen zu rasch gelockert und so einezweite Corona-Infektionswelle begünstigt zu haben, nur um am 21. Juni Parlamentswahlen abhalten zu können. Die Partei des Präsidenten hatte die Wahlen klar gewonnen.

Tausenden versammelten sich vor dem Parlamentsgebäude in Belgrad.

Eine Menschenrechtsgruppe warf der Polizei am Tag nach den Protesten übermäßige Gewalt vor. Auf Aufnahmen des regionalen Fernsehsenders N1 war zu sehen, wie Polizisten drei Männer, die auf einer Bank saßen, mit Schlagstöcken schlugen. „Wir haben nur Gewalt angewendet, wenn sie gegen uns angewendet wurde“, erklärte Polizeichef Rebic. Regierungschefin Ana Brnabic, die Vucics Partei SNS angehört, verurteilte die Proteste als „gewaltsamen Angriff auf das Parlament“.

Belgrad (Serbien) - Tausende demonstrieren wegen erneuter Ausgangssperren

Nur wenige Stunden vor der Massendemonstration hatte Vucic angesichts des Infektionsgeschehens in Serbien eine neue Ausgangssperre für das kommende Wochenende angekündigt. Die Lage im Land sei ernst, betonte der Präsident in seiner Ansprache. Besonders die Hauptstadt sei stark betroffen. „Alle Krankenhäuser in Belgrad sind fast voll“, sagte Vucic weiter.

Deshalb werde von Freitag bis Montag ein Ausgehverbot. Im Mai hatte es schon einmal eine Ausgangssperre in Serbien gegeben. Außerdem seien ab Mittwoch Treffen von mehr als fünf Menschen verboten. Das gilt sowohl drinnen als auch draußen. Die Pandemie hat in fast jedem europäischen Land zu einem Lockdown* geführt.

Die serbische Regierung verschärfte die Einschränkungen erneut, da die Corona-Fälle rund acht Wochen nach den ersten Lockerungen deutlich angestiegen. Am Dienstag verzeichnete Serbien 13 neue Todesfälle infolge von Covid-19-Erkrankungen, was den höchsten Tageswert seit Beginn der Pandemie darstellt. 299 Neuinfektionen wurden gemeldet. In der vergangenen Woche registrierten die Behörden zwischen rund 250 und 350 neue Fälle. (lb mit dpa/AFP) *Merkur.de ist Teil des Ippen-Digital-Netzwerks

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