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Experten warnen - „Die Alten leben auf Kosten der Jungen“

Die Rente ist sicher? Von wegen!

Die Koalitionsverhandlungen zwischen SPD, Grünen und FDP haben zwar gerade erst begonnen. Schon jetzt warnen aber Spitzen-Ökonomen davor, dass die Rentenpläne der drei Parteien einseitig auf Kosten der Jüngeren gehen.

Konkret haben sich SPD, Grüne und FDP darauf verständigt, das Rentenniveau stabil zu halten und zugleich das Renteneintrittsalter nicht weiter anzuheben.

Werden die so Pläne umgesetzt, würde es „darauf hinauslaufen, dass die Alten auf Kosten der Jungen leben“, warnt Prof. Joachim Ragnitz (60, Ifo Institut) zu BILD. „Das wäre ungerecht gegenüber der jungen Generation, weil sie als Arbeitnehmer künftig mit höheren Beiträgen und Steuern belastet würden.“

Ragnitz Forderung: Auch die Älteren sollten einen Beitrag leisten, um das Rentensystem stabil zu halten. „Denkbar wäre, dass die Renten künftig nicht mehr so stark steigen wie bisher, dass die Rentenanpassung nicht mehr an die Lohnentwicklung gekoppelt sind.“

Ähnlich sieht es Prof. Axel Börsch-Supan (66) vom Max-Planck-Institut: Das Sondierungspapier lasse erahnen, in welche Richtung die Reise gehe. „Die Alten sollen geschont werden, die Jungen müssen hingegen tiefer in die Tasche greifen“, sagte er zu BILD.„Denn am Rentenniveau soll sich nichts ändern. Das heißt aber: Entweder müssen die Beiträge zur Rentenkasse steigen oder aber die Steuer-Zuschüsse. In beiden Fällen würden die jungen Generation stärker belastet werden.“

Eine Rentenreform sei allerdings bitter notwendig, warnt Börsch-Supan: „In den kommenden Jahren werden drei Millionen Menschen in Rente gehen, die künftige Koalition muss deshalb dringend eine Reform des Rentensystems angehen – andernfalls droht ein Finanzschock für die Kasse.“

Rentenexperte Prof. Bert Rürup (77) zweifelt allerdings am Reformwillen der künftigen Koalitionäre. Die skizzierten Pläne zur Reform der gesetzlichen Rente im Sondierungspapier seien „dürftig“, sagte er zu BILD.

„Es handelt sich um ein Schönwetterprogramm, das angesichts demographischen Entwicklung und der sich abzeichnenden wirtschaftlichen Verwerfungen schon bald Makulatur sein könnte.“ Im Wesentlichen handele sich um die Erfüllung der Wahlkampfversprechungen der SPD.

Rürup zu BILD: „Darüber wie diese Zusagen finanziert werden sollen, wird leider nichts Konkretes gesagt.“