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„Fahrradfahren liegt in meiner DNA“

Die ehemalige Bahnradfahrerin Kristina Vogel begeisterte sich bereits als Kind für das Fahrradfahren - dieser frühe Bezug beeinflusst ihr Mobilitätsverhalten bis heute. Trotz zwei schwerer Unfälle ist das Fahrrad aus ihrem Leben nicht mehr wegzudenken. Dafür wird sie nun vom „Deutschen Fahrradpreis“, der jedes Jahr Projekte und Maßnahmen der Radverkehrsförderung würdigt, als Fahrradfreundlichste Persönlichkeit des Jahres ausgezeichnet.

2009 erlitt Vogel bei einem Verkehrsunfall schwere Verletzungen. Die erste Frage, die ihr nach dem Unfall durch den Kopf ging: „Bekomme ich ein neues Fahrrad?“, sagt sie im Interview mit dem „Deutschen Fahrradpreis“. Eine Sache liegt ihr seitdem besonders am Herzen: der Fahrradhelm. Denn Helm tragen, schützt Leben. Im Juni 2018 stürzte sie bei einem unverschuldeten Trainingsunfall schwer und erlitt eine Querschnittlähmung. „Das Leben schlägt manchmal hart zu, aber es kommt darauf an, was man daraus macht“, sagt die 31-Jährige. Aufgeben kommt nicht infrage - mit dieser Energie ist Vogel für viele Menschen ein Vorbild und zeigt, dass alles möglich ist, wenn man nur will. Heute fährt die Bundespolizistin, Olympiakommentatorin und Politikerin gerne mit dem Handbike oder Liegerad, denn: „Fahrradfahren liegt einfach in meiner DNA“, sagt Vogel.

Beim Thema barrierefreie Infrastruktur hat Deutschland noch Aufholbedarf, meint Vogel. Ihr Tipp: „Wenn wir Dinge nicht wissen, können wir nicht darauf achten! Bei zukünftigen Verkehrsplanungen ist es besonders wichtig, Menschen mit einer anderen Sicht auf Dinge durch Beteiligungsprozesse vorab stärker einzubinden. Familien mit Kinderwagen, Menschen mit Rollatoren oder Rollstuhlfahrer bringen eigene Erfahrungswerte ein, auf die man in der Verkehrsplanung eingehen sollte.“

Der scheidende Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer: „Kristina Vogel ist zu Recht die Fahrradfreundlichste Persönlichkeit 2022. Mit ihrem Engagement und ihrer Leidenschaft für einen guten und sicheren Radverkehr inspiriert sie viele Menschen in Deutschland. Sie ist eine beeindruckende Botschafterin für ein Ziel, das auch ich teile: ein Fahrradland Deutschland. Dafür haben wir in meiner Amtszeit so viel getan wie noch nie. Mit Rekordmitteln von 1,5 Milliarden Euro bringen wir in den Städten und Kommunen neue Fahrradwege, Fahrradbrücken, Fahrradparkhäuser und vieles mehr auf den Weg. Wichtig ist, dass die Kommunen und Städte diese Unterstützung auch nutzen, um den Radverkehr für die Bürgerinnen und Bürger nachhaltig besser zu machen.“

Die digitale Preisverleihung des Deutschen Fahrradpreises - der mit insgesamt 19.000 Euro dotiert ist - findet am 17. Februar 2022 statt. Die „Fahrradfreundlichste Persönlichkeit“ ist seit 2003 Bestandteil des bundesweiten Wettbewerbs, einer Initiative des Bundesministeriums für Verkehr und digitale Infrastruktur sowie der Arbeitsgemeinschaft fußgänger- und fahrradfreundlicher Städte, Gemeinden und Kreise in NRW e.V. (kurz AGFS).