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Feuerwehr feiert 150. Geburtstag: Bad Tölz so blau wie nie

– „Ich habe Bad Tölz noch nie so blau gesehen wie heute“, meinte Stadtpfarrer Peter Demmelmair am Sonntag mit Blick auf die etwa 1000 Feuerwehrleute, die in ihren blauen Uniformen zum Festgottesdienst in den Kurpark einmarschiert waren. Gefeiert wurde das 150-jährige Bestehen der Tölzer Wehr.

Tölzer Feuerwehr feiert 150-jähriges Bestehen: Die Bilder

Die Ehrenamtlichen hatten ein insgesamt dreitägiges Programm organisiert. Nach der vor allem von der Jugend besuchten „Blaulicht-Party“ am Freitagabend war am Samstag das Kurhaus Treffpunkt zur offiziellen Geburtstagsfeier. Auf das Zeugnis, das die Redner an diesem Abend dem „Geburtstagskind“ ausstellten, konnten die Gastgeber wahrlich stolz sein.

Als sogenannte „Stützpunktfeuerwehr des Landkreises“ verfügt die heutige Tölzer Feuerwehr über eine Reihe von Spezialausrüstungen – was neben den eigentlichen Einsätzen einen enormen Aufwand an speziellen Übungen und Schulungen bedeutet. Dieser ehrenamtliche Zeitaufwand wurde immer wieder deutlich hervorgehoben.

Miteinander etwas bewegen

Vorstand Michael Lindmair stellte mit Blick auf die 150-jährige Geschichte und den Wandel der Zeit fest: „Man muss sich immer wieder neu erfinden, darf nie aufhören, sich zu verbessern.“ Einsatzbereitschaft und Vereinsleben auf einer Ebene? Ja, miteinander zu feiern, miteinander zu trauern, sich zu streiten und sich wieder zu vertragen, um letztlich gemeinsam etwas zu bewegen – das sei das Fundament, über das die Feuerwehr ihre grundsätzliche Bestimmung erreiche, so Lindmair.

Die Tölzer Wehr habe über die Jahrzehnte hinweg immer Glück gehabt mit den Stadtoberen, erklärte Moderator René Mühlberger. „Sie waren der Feuerwehr immer wohlgesonnen.“ Dies solle auch so bleiben, betonte Bürgermeister Josef Janker in seinem Grußwort. Es dürfe nicht an Unterstützung mangeln, wenn knapp 100 Aktive ehrenamtlich, aber dennoch professionell, dafür sorgten, „dass wir ruhig schlafen können. Eure Hilfsbereitschaft ist der Treibstoff unserer Gesellschaft, der hoffentlich nie knapp wird.“

Motivation der Ehrenamtlichen wird oft auf harte Probe gestellt

Dass es heute durchaus Entwicklungen gibt, die die Motivation einbrechen ließen, gab Landrat Josef Niedermaier zu bedenken. Er spielte auf das Anspruchsdenken mancher Zeitgenossen an, die es als selbstverständlich empfänden, bei allen erdenklichen Unpässlichkeiten die Dienste der Feuerwehr in Anspruch nehmen zu können. „Eigentlich sollte sich schon noch jeder um sich selbst kümmern und nicht gleich nach anderen rufen.“

Zum runden Geburtstag durften natürlich auch Geschenke nicht fehlen: Während der Landrat eine Überweisung getätigt hatte, brachten zum Beispiel die Geretsrieder Kameraden einen Feuerwehrschlauch in schönster Verpackung auf die Bühne des Kurhauses. Vom Tölzer Turnverein, aus dem die Tölzer Wehr einst hervorging, gab es eine Schützenscheibe für einen gemeinsamen Wettkampf am Schießstand.

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Die Grundidee und „Leidenschaft“ der Floriansjünger imponierte am Sonntag auch Festprediger Dekan Martin Steinbach: „Weil ihr jedem helft, ohne Ansehen der Person. Das ist der Gegenentwurf zu manchen aktuellen, gesellschaftlichen Tendenzen.“ Nach der Messe bewegte sich der Festzug mit mehr als 50 Fahnenabordnungen, Pferdekutschen und historischen Gefährten zum Gerätehaus, wo die Geselligkeit den ihr zustehenden Raum einnahm. (Rosi Bauer)

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