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Feuerwehren treffen Sicherheitsvorkehrungen für Corona-Zeit

Das Gebäude der Freiwilligen Feuerwehr Hann. Münden am Vogelsangweg 14 darf derzeit nur von Einsatzkräften betreten werden. 

Die Freiwilligen Feuerwehren im Landkreis Göttingen sollen einsatzbereit bleiben. Deshalb sind alle Übungen, Lehrgänge und sonstigen Aktivitäten ausgesetzt. Derzeit dürfen nur noch Einsatzkräfte die Feuerwehrhäuser betreten.

„Wir müssen sicherstellen, dass nicht aufgrund eines Corona-Verdachtsfalls unter unseren 360 Aktiven eine der elf Ortswehren komplett ausfällt“, erklärt Dransfelds Gemeindebrandmeister Karsten Beuermann. „Wir können auf keines unserer 400 aktiven Mitglieder in den elf Ortswehren verzichten“, ergänzt Hann. Mündens Stadtbrandmeister Dieter Röthig. Es gebe viel zu tun.

Seit Januar hätten sie mehr als 110 Einsätze absolviert. Alarmiert würden jeweils nur so viele Personen wie nötig. Um das Ansteckungsrisiko zu mindern, ruht derzeit im Kreisgebiet der Übungsbetrieb. Die Träger von Atemschutzgeräten sind vorläufig vom jährlich zu erbringenden Nachweis befreit, dass sie die Übungsstrecke in Potzwenden bewältigt haben. Das haben die Feuerwehren mit ihrer Unfallkasse vereinbart. Der Körperkontakt untereinander wird auf das nötigste beschränkt. „Aktive Mitglieder, die Kontakt zu Corona-Infizierten oder zu Verdachtsfällen hatten, sind 14 Tage lang für Einsätze gesperrt“, führt Gemeindebrandmeister Beuermann aus. In der Samtgemeinde Dransfeld sind das derzeit zwei Personen. Auch wer erkältet ist oder sich in einem Risikogebiet aufgehalten hat, bleibt zuhause. „Um in den Fahrzeugen einen Abstand von zwei Metern zu gewähren, dürfen nicht mehr so viele Personen mitfahren“, führt Röthig aus. Gegenbenfalls müssten Kameraden mit dem Privatwagen zur Einsatzstelle fahren. Keine Aktivitäten gibt es bei den Kinder- und Jugendwehren sowie den Feuerwehrsenioren.

„Bei einem Notruf fragt die Einsatzleitstelle bereits ab, ob es vor Ort Infizierte oder Verdachtsfälle gibt“, sagt Mündens Stadtbrandmeister Röthig. Bei Bränden sind die Einsatzkräfte durch ihre Kleidung, die Handschuhe, Visiere beziehungsweise Atemschutzgeräte gesichert. „Bei Verkehrsunfällen kommen wir den Unfallopfern weniger nah als die Kollegen von den Rettungsdiensten“, so Röthig. Auf Hygiene achten die Kameraden ohnehin, schon um sich nicht mit Hepatitis oder HIV zu infizieren. 

Die Tankfahrzeuge verfügen über Hygienebereiche, wo sich Einsatzkräfte die Hände mit Seife waschen können und Desinfektionsmittel zur Verfügung stehen. Verunreinigte Kleidung wird, wie sonst auch, separat gelagert. Jeder Personenkontakt während eines Einsatzes wird zudem dokumentiert. „Besondere Vorsicht gilt derzeit bei Einsätzen, wo wir Rettungsdienste beim Tragen von Patienten unterstützen“, führt Gemeindebrandmeister Beuermann aus. Diese forderten Hilfe an, wenn Personen durch enge Treppenhäuser zu tragen seien oder übergewichtige Patienten mit der Drehleiter aus dem Haus geholt werden müssten. Vier, fünf Mal im Jahr komme das vor.

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