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Forschen in Corona-Zeiten: Wo jetzt die Chancen für innovative Textilunternehmen liegen

Aachen. Die Corona-Krise bremst nicht nur die Unternehmen der Branche aus, auch den Forschern in den diversen Textilinstituten fehlt oft der sonst so enge Kontakt zu den Industriebetrieben. aktiv sprach mit Professor Thomas Gries, dem Leiter des Instituts für Textiltechnik der RWTH Aachen, über seine Erfahrungen der letzten Monate.

Da spielen Sie bestimmt auf den Trend zum Homeoffice an … Ich sitze allerdings in meinem Büro im Institut in Aachen. Um mich herum ist es aber sehr ruhig: Viele unserer rund 400 Mitarbeiter sind im Homeoffice. Trotzdem funktioniert das Institut. Ich bemühe mich, persönlich Kontakt zu halten. Gehe in die Büros, unsere Maschinenhalle oder ins Technikum. Natürlich immer mit dem gebotenen Abstand. Ein Großteil meiner Arbeitszeit sitze ich aber leider in Online-Meetings.

Solche Meetings sind extrem anstrengend – und meistens schlecht gemacht. Es gibt zu viele Teilnehmer, die Meetings sind oft viel zu lang. Und dann versuchen sie mal, online über ein Thema richtig gut zu diskutieren oder sogar etwas zu streiten. Das funktioniert nicht! Es fehlt die Emotionalität. 

Wichtiger Forschungsstandort

Das Institut für Textiltechnik der RWTH Aachen (kurz ITA) ist mit rund 400 Mitarbeitern der Kern der ITA Group. Es gehört zu den renommiertesten der 16 textilen Forschungs- institute in Deutschland.

Die ITA Group ist ein Forschungs- und Ausbildungsdienstleister in den Bereichen faserbasierte Hochleistungswerkstoffe sowie textile Halbzeuge.

Die Gruppe hat vier Gesellschaften, darunter die ITA-Akademie, die sich auch mit Technologietransfer, Digitalisierung sowie Robotik und Sensorik beschäftigen.

Der persönliche Kontakt ist ja auch sonst wichtig für den Arbeitsalltag.

Klar. Aber alle großen Veranstaltungen wie Messen, Tagungen, Ausstellungen fanden in den letzten Monaten online statt. Dienstreisen etwa nach Asien fielen flach. Solche Termine sind aber wichtig: In der Kaffeepause oder beim Abendessen knüpft man Kontakte und hat das Ohr ganz nah am Puls der Branche. Ich kümmere mich ja nicht „nur“ um Forschung. Ein Stück weit bin ich auch Unternehmer, muss Aufträge akquirieren. Da ist es wichtig zu erfahren, für welche Probleme die Unternehmen Lösungen brauchen. Nur auf dieser Basis können wir passende Leistungen anbieten.

Was hören Sie aus den Unternehmen in Sachen Krise?

Nicht bei allen ist es problematisch. Vliesstoffhersteller leben zurzeit ganz gut, weil sie das dringend benötigte Material für Hygieneanwendungen wie Masken liefern. Auch im Baubereich läuft es gut. Aber textile Zulieferer etwa für den Auto- und den Flugzeugbau, die haben aktuell wirklich Probleme.

Es sieht also oft düster aus?

Klar, es knirscht in der Branche. Aber es gilt dennoch, jetzt Chancen zu ergreifen! Viele Unternehmen investieren gerade in die Entwicklung neuer Produkte – statt zum Beispiel über Effizienzsteigerungen die Produktion auszubauen, die ist ja eh im Moment nicht ausgelastet. Wir spüren das deutlich an der steigenden Nachfrage nach Unterstützung bei der Produktentwicklung.

Scherzhaft gefragt: Dann produzieren also alle demnächst innovative Masken?

So einfach ist auch wieder nicht. Die Produktentwicklung muss zum Unternehmen passen. Ein Produzent schwerer Filtervliese kann nicht kurzfristig in die Entwicklung textiler Hygieneprodukte stoßen. Es geht darum, sich mit den veränderten Rahmenbedingungen zu beschäftigen. Dazu gehört etwa die Digitalisierung: Die können Unternehmen nutzen, um zum Beispiel einen neuen Kanal zu ihren Kunden zu finden.

Welche Rolle spielen dabei die Mitarbeiter?

Es ist ganz wichtig, dass sie dabei mitziehen. Schließlich müssen gerade sie diese Veränderung mittragen. Langfristig sehe ich das Problem eher beim Nachwuchs in der Branche. Die Pandemie macht die Unternehmen unsichtbar im Wettbewerb um die klugen Köpfe. Viele Werktore sind geschlossen, Schüler kommen nicht in die Betriebe, Studenten können Forschungsarbeiten nicht im Unternehmen machen. Junge Menschen für eine Karriere in der Textilbranche zu begeistern, ist da sehr schwierig.  

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