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Forschung aus Algen - Ist das die Nahrung der Zukunft?

Die Studentinnen Eva Schwesinger (v.li.) Melanie Schmitz und Sandra Krumbholz an der Hochschule Anhalt geben in der Lehrküche blauen Brotteig in eine Schüssel. Die Farbe stammt von Algen
Die Studentinnen Eva Schwesinger (v.li.) Melanie Schmitz und Sandra Krumbholz an der Hochschule Anhalt geben in der Lehrküche blauen Brotteig in eine Schüssel. Die Farbe stammt von AlgenFoto: dpa

Köthen/Berlin – Die Masse ist blau und klebrig wie Schlumpfknete. Doch was so künstlich aussieht, ist Natur pur!

An der Hochschule Anhalt in Köthen wird die Nahrung der Zukunft erforscht. Die blaue Masse? Brotteig, versetzt mit Algenpulver!

„Schon eine Messerspitze eines aus der Mikroalge Spirulina gewonnenen Farbstoffes genügt, um ein ganzes Brot knallig grün-blau zu färben“, sagt Professorin Carola Griehl. Die Biochemikerin leitet das Algenkompetenzzentrum der Hochschule Köthen. Erforscht wird, welche Rollen Algen zukünftig in der Ernährung der Menschheit spielen können.

„Das Besondere an unserem Standort ist, dass wir nicht nur Labore zur Anzucht der Algen haben, sondern auch ein Technikum“, erklärt Griehl.

„Damit können wir wissenschaftliche Ergebnisse direkt in die Praxis überführen.“ Ein guter Rohstoff allein genüge nicht. Man müsse auch Produkte entwickeln, die auf dem Markt funktionieren, um wirkliche Alternativen zu schaffen.

Kekse und Eis wurden darum in Köthen schon aus Algen hergestellt. Auf der Grünen Woche präsentieren die Forscher das Algenbrot.

Dazu kommt ein besonderer Gag: blaues Bier! Mit dem „Real Ocean Blue“ will die Hochschule beim heutigen Sachsen-Anhalt-Tag in Berlin überzeugen. Die Forscher verhandeln schon mit einer Brauerei, die es in Serie produzieren soll.