Germany

Frauen, die für das Gute brennen

Ein Stück Vergangenheit rückte beim Hohenfelder Bergkirchenfest greifbar in die Gegenwart. Zu Gast war die Begine Schwester Brita Lieb. Denn im Mittelalter gab es auch eine Beginenklause bei der Bergkirche. Das Beginenpförtlein, der Zugang von der Klause in den Chorraum, ist noch erhalten.

Pfarrerin Esther Zeiher war beim Aufspüren alter Glaubenswurzeln auf die von Eduard Krauß erstellte Ortschronik von Hohenfeld gestoßen. Darin fanden sich Hinweise auf eine Beginenklause an der Bergkirche. 1336 erstmals erwähnt, wurde knapp 100 Jahre später die Klause aufgehoben. Vermutlich hatte jede Begine eine eigene Zelle, aber es gab einen gemeinsamen Schlaf- und Speisesaal. Da Esther Zeiher wusste, dass es in Deutschland wieder Beginenhöfe gibt, hatte sie sich kundig gemacht und die Begine Brita Lieb zum Gottesdienst im Freien eingeladen.

„Sie trägt die Vergangenheit in die Gegenwart“, sagte Esther Zeiher. In der Tat verbindet man den Begriff „Begine“, falls man mit diesem überhaupt etwas anfangen kann, mit einer weit zurückliegenden Zeit. Es war auch lange ruhig geworden. Erst 1985 lebte die Beginenbewegung in verschiedenen Städten Deutschlands wieder auf. In den vergangenen 20 Jahren sind rund 20 Beginenhöfe entstanden.

Schon in der Dialogpredigt zwischen Esther Zeiher und Brita Lieb erfuhren die Gottesdienstbesucher viel über das Leben und den Glauben der Beginen. „Eine Begine ist eine Frau, die für das Gute brennt“, verdeutlichte Brita Lieb. Sie vertiefte das Wissen etlicher Interessierter dann anschließend bei einer Fragerunde in der Bergkirche. Dort zeigte sie auch zahlreiche Fotos von alten Beginenhöfen und Häusern aus Europa.

Laut Brita Lieb haben die Beginen in Europa ihren Anfang um das Jahr 1120. Kleine Gemeinschaften oder einzelne Frauen hätten sich da vor allem um Kranke in Leprastationen vor den Städten gekümmert. Eine Hochzeit war von etwa 1250 bis 1450.

Frauen jeden Alters hätten sich zusammengefunden und widmeten sich den Werken der Barmherzigkeit, zum Beispiel der Krankenpflege. Also den Aufgaben, die jetzige Sozialstationen vollbringen, meinte Brita Lieb. Sie unterrichteten aber auch Kinder oder kümmerten sich um Findelkinder. Ähnliches sei wohl auch bei der Bergkirche geschehen. „Beginen halfen und beteten für die Menschen“, erzählte Brita Lieb. Auch jetzt geschehe dies.

Die Freiwilligkeit stehe bei Beginen an erster Stelle. Es sei ein Zusammenschluss von alleinstehenden, alleinerziehenden, verwitweten oder geschiedenen Frauen. Die Frauen gäben sich in der Gemeinschaft selber Regeln, es gebe keine kirchlich reglementierten Vorgaben, keine Klausur oder ein Gelübde, sondern ein Versprechen. Ihres habe sie im Jahr 2000 vor der Kirchenöffentlichkeit abgelegt, sagte die Begine. Die Frauen seien weder katholisch noch evangelisch, sondern eher christlich-ökumenisch, oder, wie Lieb auch sagte, nennen sich etliche Beginen auch „spirituell“ oder „politisch-sozial engagiert“. Woher der Name Begine kommt? Darüber gibt es nur Vermutungen. Keine sagt Brita Lieb so richtig zu.

Ganz im Sinne der Beginen dürfte auch die Kollekte des Gottesdienstes, den der Posaunenchor der Friedenskirche musikalisch gestaltete, gewesen sein. Sie war, wie auch der Erlös des Kuchenverkaufs, für das ökumenische Projekt „Kindern ein Lächeln schenken“ bestimmt, welches Bürgermeister-Stellvertreterin Astrid Glos vorstellte.

Eine Bewegung mit Vielfalt

Die Beginen, das männliche Pendant dazu waren die Begarden, werden von vielen als der erste weltliche Verein frommer Frauen im Christentum angesehen. Sie leisteten viel für die Selbstständigkeit von Frauen. Beginen heute wollen zur Humanisierung der heutigen Gesellschaft beitragen und gemeinschaftliche generationsübergreifende Lebensformen entwickeln, die den alltäglichen und spirituellen Bedürfnissen von Frauen entsprechen.

Charakteristisch für die Bewegung ist ihre Vielfalt. Eine Frau kann heute eine Begine werden, indem sie sich mit der Geschichte der Beginen befasst und dieses Leben für sich und die heutige Zeit lohnend findet. Die Gemeinschaft entscheidet dann. 2004 wurde der Dachverband der Beginen gegründet. Sein Zweck ist die Wiederbelebung der Beginenkultur. Ziele sind die Gründung von Beginengemeinschaften und Vernetzung von Begineninitiativen und -projekten. Frauen.

Aktuell sind 634 Frauen aktiv tätig. Dazu zählen 44 Einzelbeginen und Frauen in drei Beginengemeinschaften sowie 17 Beginenprojekten. Im Landkreis Kitzingen sind neben Hohenfeld frühere Beginen-Gemeinschaften aus Volkach (bei der Wallfahrtskirche Maria im Weingarten) und aus Sulzfeld bekannt. Weitere Informatioen unter www.dachverband-der-beginen.de

Quelle: Dachverband der Beginen, Historisches Lexikon Bayern, gkr

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