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Für Werbepartner wird Facebook zum Imagerisiko

Werbung im Digitalzeitalter ist kaum denkbar ohne Facebook, Instagram und Google. Zumindest galt das lange als sicher. Nun aber stoppen Konzerne weltweit ihre Werbung bei Facebook – zumindest vorübergehend.

Der Grund: Die Kunden wollen den US-Riesen zwingen, gegen falsche Nachrichten und Hasskommentare auf seinen Seiten vorzugehen.

Die Schweizer Medienberatung Media Tenor kann das Verhalten der Konzerne gut verstehen. Facebook werde in Fragen digitaler Wandel, Kundenbeziehungen und Image schon länger zum „Imagerisiko für seine Partner“, heißt es in einer Untersuchung, die WELT AM SONNTAG vorliegt. „Der Boykott von Werbekunden war daher nur eine Frage der Zeit.“

„Niemand hat verstanden, warum Unternehmen, die schon lange zu Recht großen Wert darauf legen, dass in der Herstellung ihrer Waren keine Kinderarbeit vorkommt, Flüsse nicht länger verschmutzt werden und anderes, unverändert Plattformen wie Facebook oder Google zur Vermarktung ihrer eigenen Produkte genutzt haben“, sagt Roland Schatz, Chef von Media Tenor.

Und das, „obwohl Facebook, Google und andere Firmen aus dem Silicon Valley geradezu demonstrativ sich eben nicht zu Menschenrechten, Gleichberechtigung und Ähnlichem bekennen“.

Auch bei deutschen und europäischen Herstellern von Konsumgütern steht zumindest Facebook als Werbepartner unter kritischer Beobachtung. Nicht alle ziehen daraus die Konsequenz, vorübergehend oder längerfristig einen Bogen um Facebook zu machen. Einige aber doch.

So schließt sich Beiersdorf dem Boykott gegen Facebook und Instagram zumindest für den Monat Juli an, zum Konzern gehören Marken wie Nivea. Über eine Verlängerung werde später entschieden, heißt es.

Der Nahrungshersteller Dr. Oetker überlegt noch. Dagegen hält der Nestlé-Konzern, weltgrößter Hersteller von Nahrungsmitteln, einen Werbestopp nicht für das richtige Mittel: „Wir unterbrechen unsere sozialen Werbeaktivitäten zu diesem Zeitpunkt nicht, weil ein Boykott unsere Sorgen über Hassreden und beleidigende digitale Inhalte nicht lösen wird“, heißt es bei Nestlé.

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