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Gab es keine Drohungen?: Wende im Skandal um Auftritt von Kabarettistin Lisa Eckhart

Hamburg/Wien -

Sie ist noch nicht einmal in der Stadt und sorgt dennoch für mächtig Wirbel: Die umstrittene Kabarettistin Lisa Eckhart (27) wurde aufgrund von angeblichen Drohungen gegen ihre Lesung im Rahmen des „Habour Front Literaturfestivals" wieder ausgeladen. Doch nun stellte sich heraus, dass es keine handfesten Drohungen, sondern lediglich Warnungen vor möglichen Protesten gab. Die Veranstalter des Festivals reagierten: Sie luden die österreichische Kabarettistin erneut ein – und wandten sich vom „Nochtspeicher" ab. 

Seit Jahren ist der „Nochtspeicher" in Hamburg der Veranstaltungsort des „Debütantensalon" im Rahmen des „Harbour Front Literaturfestivals" – doch damit ist dieses Jahr erst einmal Schluss. Der Grund: Wie sich herausstellte, gab es keine Drohungen von Gewaltanwendung, sondern lediglich Warnungen vor dem Unmut einiger Menschen, wenn der „Nochtspeicher" eine Lesung von Eckhart ermögliche – Kritiker werfen der Künstlerin vor, sich rassistischer und antisemitischer Klischees zu bedienen. 

Hamburg: Habourfront Literaturfestival kehrt „Nochtspeicher" den Rücken

In der Pressemitteilung der Festival-Veranstalter grenzten sich diese nun deutlich von der Position des „Nochtspeichers" ab: „Das Habour Front Literaturfestival hingegen unterscheidet, was die Gründe für die Ausladung einer Autorin angeht, sehr wohl zwischen Drohungen und Warnungen." Daher hätte man entschieden, alle vier Veranstaltungen des Festivals mit allen acht Autoren in eine andere Location zu verlegen – welche ist bislang noch unklar.

Gleichzeitig habe man die Ausladung rückgängig gemacht und erneut bei der Künstlerin angefragt. Doch Lisa Eckhart und der Zsolnay-Verlag haben die erneute Einladung jetzt abgelehnt. Bei allem Verständnis für den Vorstoß des Festivals – nun sei es zu spät, sagte Zsolnay-Verlagsleiter Herbert Ohrlinger am Montag in Wien.

„Aufgabe eines Verlags ist auch, seine Autoren und Autorinnen zu schützen.“ Das Hin und Her der vergangenen Wochen sei an der 27-Jährigen nicht spurlos vorbeigegangen. „Sie steht unter enormem Druck“, sagte Ohrlinger.

Hamburg: Literaturfestival bedauert Absage von Lisa Eckhart

Eckhart sollte als eine von acht Kandidatinnen und Kandidaten für den Klaus-Michael-Kühne-Preis, der für den besten Debütroman vergeben wird, am 14. September im Hamburger „Nochtspeicher" auftreten – am 17. August erscheint bei Zsolnay Eckharts Debütroman „Omama“.

Die Veranstalter des Festivals reagierten enttäuscht auf die Absage: „Zu unserem größten Bedauern haben Lisa Eckhart und ihr Verlag die Teilnahme der Autorin am diesjährigen Debütantensalon heute abgesagt“, teilten sie am Montag mit. Die Festivalleitung betonte nochmals, „dass bei all unseren Überlegungen und Entscheidungen in der Causa Eckhart allein Sicherheitsfragen und die Durchführung eines fairen Debütanten-Wettbewerbs im Mittelpunkt standen und dass uns weder politische Motive, noch irgendwelche Kritik an der Arbeit der Künstlerin beeinflusst oder gar geleitet haben“. 

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Hamburgs Kultursenator Carsten Brosda (SPD) bedauerte die Absage von Lisa Eckhart ebenfalls: „Es darf nicht sein, dass aus Sorge vor Gewalt Kultur eingeschränkt wird“, sagte Brosda. „Dies ist kein gutes Signal für die Freiheit der Kunst und dieser Vorgang darf sich nicht wiederholen.“

Ausladung von Kabarettistin sorgt für Wirbel in Kulturszene

Die Präsidentin des internationalen Autorenverbandes „PEN", Regula Venske, hatte die Ausladung der Kabarettistin am Montag kritisiert. „Wir kennen und schätzen uns in Hamburg nun schon seit vielen Jahren, und ich weiß, dass Euch die Literatur und die Meinungsfreiheit am Herzen liegen“, heißt es in einem offenen Brief an die Festivalleitung sowie an den „Nochtspeicher". „Wie viele andere aber bin ich ob der Ausladung Lisa Eckharts bestürzt. Das kann und darf nicht die Ultima Ratio in dieser Angelegenheit sein!“, heißt es in dem Brief weiter.

„Ob die Gewalt von rechten oder linken Extremisten, von religiösen Eiferern oder Psychopathen angedroht wird: Wir dürfen uns ihr nicht in vorauseilendem Gehorsam beugen“, so Venske. Es könne sein, dass der „Nochtspeicher" unter den gegebenen Umständen nicht der geeignete Ort für diese Veranstaltung sei. 

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Doch auch mit Blick auf die anderen teilnehmenden Autoren machte sie deutlich, dass sich die Nominierten für einen Preis ihre Konkurrenten nicht aussuchen könnten. „Wer mit einem Kollegen, einer Kollegin nicht auftreten will, muss selbst zu Hause bleiben und kann nicht dem Veranstalter vorschreiben, mit wem er oder sie zu lesen bereit ist oder wer weiter im Rennen bleiben darf“, heißt es. Gerade am Umgang mit „trivialeren“ Kunsterzeugnissen zeige sich, wie es um Demokratie und Meinungsfreiheit steht. Zuvor hatten die besagten Autoren klar gemacht, dass sie nicht mit Lisa Eckhart auftreten wollen. (vd/dpa)

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