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Große Einsicht bei Mündener Vereinen

Die Aussetzung des Spielbetriebs im niedersächsischen Handball gleich bis Ende des Jahres ruft bei den Vereinen im Altkreis Münden Enttäuschung hervor, stößt aber gleichzeitig auf uneingeschränktes Verständnis.

Hann. Münden – Gerade einmal zwei Saisonspiele hat Männer-Verbandsligist TG Münden als höchstspielende heimische Mannschaft bestreiten können und jetzt ist schon wieder Schluss. Reiner Schmitz, 2. Vorsitzender der TG, sagt, dass auch ohne die Entscheidung des Handballverbands Niedersachsen die Fortführung der Saison derzeit keinen Sinn gemacht hätte. In den vergangenen beiden Wochen waren zahlreiche Begegnungen aus Angst vor dem Virus durch die Vereine abgesagt worden. „Wir wären am Samstag auch nicht nach Altencelle gefahren“, so Schmitz. Sebastian Flechtner aus dem Trainerteam deutet im Gespräch an, dass es auch Spieler gegeben habe, die das Gesundheitsrisiko aus beruflichen oder privaten Gründen vermutlich nicht mehr in Kauf genommen hätten. Diese Aussage dürfte auf viele andere Mannschaften ebenso zutreffen, sodass ein fairer sportlicher Wettbewerb nicht mehr gegeben wäre.

TG-Mannschaftskapitän Nico Backs macht deutlich, wie groß die Ernüchterung aus sportlicher Sicht ist: „Ich hatte eigentlich den Eindruck, dass wir gut in Form waren und wir hätten daher sehr gerne weitergespielt. Auf der anderen Seite ist die Entscheidung absolut verständlich. Ich glaube auch, dass wir eine Lösung finden, um uns fit zu halten. Es wäre schön, wenn es dann im Januar weitergehen könnte.“

Die Landesliga-Handballerinnen aus Volkmarshausen und Dransfeld hätten am Sonntag in die Saison 2020/21 starten sollten. Seit knapp einem halben Jahr bereiten sich beide auf die Serie vor. SVS-Trainer Lars Koltscynski hoffte gestern noch, dass zumindest das Trainieren erlaubt bleibe. „Wir können jetzt nicht alles, was wir uns erarbeitet haben durch Nichtstun aus der Hand geben. Wenn es dann im Januar wieder losginge, wären Verletzungen vorprogrammiert.

Lennart Pietsch, Trainer des Dransfelder SC, meint: „Es gibt zu der Entscheidung keine andere Option. Man kann ja nicht die sozialen Kontakte einschränken und wir stehen dann mit 20 Mann gegeneinander auf dem Spielfeld.“ Letztlich muss Pietsch feststellen: „Die Arbeit der letzten sechs Monate ist jetzt weggeschmissen!“

Martina Rülke, Spartenleiterin des SV Schedetal Volkmarshausen, unterstreicht: „Es ist die richtige Entscheidung! Ich weiß, dass die Teams sich natürlich gern im Wettkampf messen wollen, aber besondere Zeiten erfordern besondere Maßnahmen.“ Auch Rülke hatte darauf gehofft, dass der gemeinschaftliche Trainingsbetrieb aufrecht erhalten werden könne, doch jetzt müssten wie schon im Frühjahr Alternativen gesucht werden.

Michelle Weise, Kapitänen des SVS wird der Wettbewerb fehlen: „Natürlich ist es super schade, gerade weil man eine lange und anstrengende Vorbereitung hinter sich hat und das letzte offizielle Saisonspiel nun über einer halbes Jahr her ist. Allerdings ist es für mich die richtige Entscheidung, um das Risiko so gering wie möglich zu halten und um Niemanden einer Gefahr auszusetzen.“

Die JSG Münden/Volkmarshausen hatte schon am Dienstag beschlossen, nach den Regions- auch mit ihren Landesliga-Mannschaften am kommenden Wochenende nicht in die Saison zu starten. Die HVN-Entscheidung setzte darunter nun einen Strich bis zum Jahresende.

Der Handball im niedersächsischen Amateurbereich ruht.

Rubriklistenbild: © Weiss/Eibner-Presse

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