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„Grüne Lunge“ mitten in der Stadt: So schick wird Niendorfs Wald-Oase

Niendorf -

Lärm, Verkehr, Abgase, Hektik – all das gibt es nicht im Niendorfer Gehege, obwohl das Waldstück nur wenige Kilometer vom Hamburger Stadtzentrum entfernt ist. Die Städter schätzen diesen Rückzugsort. Damit dieser auch weiterhin schön bleibt, hat die Stadt 250.000 Euro investiert, um das 16 Kilometer lange Wegenetz zu sanieren. Das im Jahr 2017 begonnene Projekt ist nun in der dritten und letzten Bauphase und damit bald abgeschlossen.

Es ist Freitagmittag, die Sonne knallt auf den Asphalt und spiegelt sich an den Fassaden. Die Temperaturanzeige klettert weit über die 30-Grad-Marke – die Hitze ist kaum auszuhalten. Doch im Niendorfer Gehege ist das anders.

Die großen Bäume lassen nur wenige der glühend-heißen Sonnenstrahlen durch. Es ist angenehm kühl, der typische Wald-Geruch steigt in die Nase – ein idealer Ort, um vor der Hitzewelle zu fliehen.

Das wissen auch viele Hamburger, die an diesem Tag durch das große, schattige Waldstück schlendern. Dabei müssen sie nun auch nicht mehr auf Schlaglöcher oder ähnliches achten, denn der Bau der neuen Wege ist fast komplett abgeschlossen. 

Wald im Bezirk Eimsbüttel: 16 Kilometer Wegenetz wurde erneuert

„Das gesamte Wegenetz über 16 Kilometer wurde grundsaniert“, erklärt Revierförster Sven Wurster. Er ist froh, dass die Umsetzung bald abgeschlossen ist. „Wenn man bedenkt, dass man mit diesem Geld ein komplettes Wegenetzwerk von 16 Kilometern so gestalten kann, dann ist das schon toll.“

Der Bezirk habe 2017 gesagt, dass er sich um das Thema kümmern wolle. „Es war schon jahrelang der Bedarf da, weil der Zustand der Wege schon länger nicht mehr gut war.“ Es habe jedoch immer ein Finanzierungsproblem gegeben.

Doch der Bezirksamtsleiter habe sich des Themas angenommen, und daraufhin habe es dann auch die politischen Möglichkeiten gegeben. „Die Erhaltung der Hamburger Wälder wurde dann in das Erhaltungsmanagement der Finanzbehörde aufgenommen", sagt Wurster. „Somit werden dann nicht nur die Wege in diesem Gehege, sondern auch die im gesamten Hamburger Wald an vielen Stellen saniert. Das geht ja nicht nur uns hier so, das die Wege in einem schlechten Zustand sind.“ 

Förster in Hamburg: „Corona hat uns vor Augen geführt, wie wichtig so ein Rückzugsort ist“

„Corona hat uns nochmal vor Augen geführt, wie wichtig so ein Rückzugsort ist", sagt Wurster. „Wenn man das alles bedenkt, ist das Geld schon gut investiert.“

Aber auch abgesehen davon sei dieses Gebiet ein ganz wichtiger Erholungswald. „Es ist die grüne Lunge des Bezirks Eimsbüttel – umgeben von Autobahnen, Flughäfen und stark befahrenen Straßen.“

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Landschaftsbau-Experte Kristian Draeger rückte mit schwerem Gerät an, um die neuen Wege im Niendorfer Gehege zu sanieren. Die letzte Bauphase ist bald abgeschlossen,

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Die neuen Wege wurden laut Wurster aus insgesamt 2000 Tonnen Natursteinschotter gebaut: „Der Boden wurde erst aufgeraut, damit der sich der neue Belag mit dem bestehenden Material verbinden kann.“ Dann sei der Schotter verteilt und gewalzt worden.

„Dank des neuen ,Dachprofils', also der seitlich abfallenden Form, sammelt sich auch kein Wasser mehr auf den Wegen“, erklärt Wurster. „Damit können sich auch keine Schlaglöcher mehr bilden, da es seitlich ablaufen kann.“

Um die bald abgeschlossenen Arbeiten kümmert sich Tim Draeger mit seinem Unternehmen für Landschaftsbau. Mit einem Trecker und dem richtigen Werkzeug gestaltete er die neuen Wege mit Dachprofil.

Niendorfer Gehege: „Es ist ein Wald – und es soll auch ein Wald bleiben“

Heißt also: Alle Bereiche sind jetzt wieder angenehm zu erreichen, ob zu Fuß oder auf dem Fahrrad. So auch das zentral gelegene Damwildgehege. Die Tiere sind an diesem heißen Tag besonders gut zu beobachten, da sich die meisten ein schattiges Plätzchen am Zaun gesucht haben, um ein wenig zu faulenzen.

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Die Tiere im Damwildgehege hielten sich bei den heißen Temperaturen lieber im Schatten auf.

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Neben des Damwilds gibt es im Niendorfer Gehege auch Waldspielplätze für die Kleinen, einen Grillpatz oder eine Hundefreilauffläche – doch trotz dieser Möglichkeiten soll es immer noch ein Erholungsgebiet bleiben, wie Förster Wurster betont: „Es ist ein Wald und es soll auch ein Wald bleiben. Wir haben hier zwar auch ab und zu Veranstaltungen. Aber es muss sich immer die Balance halten.“

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Die Besucher würden die Ruhe schätzen, sagt der Förster: „Sie wollen hier oft einfach nur ein wenig auf einer der Bänke verweilen – abseits des Stadtlärms und der Hektik des alltäglichen Lebens.“ Das ist jetzt bald wieder uneingeschränkt möglich und bei den angekündigten heißen Tagen, die noch kommen werden, eine angenehme Abwechslung.

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