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Gustav Lecke aus Calden feiert seinen 101. Geburtstag

Seit über 70 Jahren ein Paar: Gustav und Stefanie Lecke begingen vor drei Jahren ihre Gnadenhochzeit. Heute feiern sie gemeinsam den 101. Geburtstag des Seniors.

Mit Kaffee und Kuchen und im engsten Familienkreis feiert Gustav Lecke heute, den 16. Oktober 2021, seinen 101. Geburtstag in Calden.

Calden – „Der Frankfurter Kranz ist sein Lieblingskuchen“, sagt Tochter Irmtraud Gerke. Der dürfe auf keinen Fall fehlen. Sie wohnt mit ihrem Mann Walter und ihren Eltern Gustav und Stefanie Lecke gemeinsam in einem Haus. „Wir hatten nie vor oben auszubauen, aber dann haben wir es doch gemacht und jetzt sind sie glücklich, hier zu wohnen“, sagt Gerke.

Gestern habe sie schon alles für die Feier hergerichtet: den Wohnzimmertisch ausgezogen, die weiße Tischdecke glatt gestrichen und Kuchen gebacken. Da kommen auch die zwei Enkel und zwei Urenkel gerne zu Besuch. „Selbstverständlich freue ich mich, wenn sie mich besuchen kommen“, sagt Gustav Lecke. Und die werden ihrem Opa und Uropa viel zu erzählen haben, denn sie kommen gerade frisch aus dem Urlaub – vom Bauernhof.

Arbeit in der Landwirtschaft

Ein Thema, was die Generationen verbindet, denn der Senior hatte in Hofgeismar die Landwirtsschaftschule besucht und nach fünf Jahren Kriegsdienst viele Jahre in der Landwirtschaft gearbeitet. Er habe geackert und mit Pferden gepflügt. Dort hat er auch seine Ehefrau Stefanie kennengelernt.

Geheiratet haben die beiden 1948 standesamtlich in Grebenstein. Heute blicken sie auf eine 73-jährige Ehe zurück. Goldene Hochzeit, Eiserne und sogar die Gnaden-Hochzeit haben sie zusammen verbracht und gefeiert.

„Das Gewächshäuschen war sein ganzer Stolz“

Bevor sie 1984 zusammen in das damals neu gebaute Haus der Tochter eingezogen sind, haben sie in Schachten gewohnt. Dort hatte der 101-Jährige einen großen Garten. „Da bin ich immer mit Freude hingefahren“, sagt er. Tomaten, Kartoffeln, Möhren – er habe die ganze Familie mitversorgt. „Er hat einfach einen grünen Daumen“, sagt sein Schwiegersohn.

Deswegen hatte er dann auch im neuen Zuhause in Calden wieder Platz im Garten, um Obst und Gemüse anzubauen. „Das Gewächshäuschen war sein ganzer Stolz“, erklärt der 76-Jährige. Er habe sich stundenlang dort beschäftigen können. Tomaten hochbinden, gießen, pflanzen. Alles, was anstand, habe er mit viel Geduld liebevoll erledigt.

Gustav Lecke geht es ruhiger an

Heutzutage schafft der Caldener den Garten nicht mehr selbst. Aber das halte ihn nicht davon ab am Küchenfenster zu stehen und Kommandos zu geben. „Da ist noch ein schöner Apfel, der muss noch geerntet werden.“ Das oder ähnliches hören die Gerkes oft, wenn sie im Garten arbeiten.

Ehefrau Stefanie Lecke sitzt gerne bei ihrem Mann in der Küche am Fenster. „Ich sehe dann die Flugzeuge zum Flughafen fliegen. Die schaue ich mir gerne an“, sagt die 93-Jährige und lächelt.

Wenn draußen die Sonne scheint, sitzt das Ehepaar aber nicht auf der Küchenbank, sondern auf ihrem Balkon. Und am Abend, wenn es kühler wird, setzen sie sich gemeinsam auf das Sofa und schauen die Nachrichten.

Seit vielen Jahren verfolgt er die Nachrichten zudem als fleißiger HNA-Leser. „Ich lese, was wichtig ist“, sagt Lecke und lächelt. Seine Tochter fügt mit einem Augenzwinkern hinzu: „Aber nur noch die großen Schriften, die Augen lassen jetzt auch langsam nach.“

Zwei Krankenhaus-Aufenthalte hat der 101-Jährige im vergangenen Jahr überstanden und ist froh wieder zuhause zu sein. Denn während er im Krieg die ganze Welt gesehen hat, ist es in der Heimat doch am schönsten. (Kira Müller)