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Gute Stimmung an der Wall Street: Berichtssaison sorgt für neue Rekordstände

Der Paketdienstleister UPS übertrifft im dritten Quartal die Markterwartungen. Enttäuschend fällt dagegen der Umsatz von Facebook aus. Die Anleger hoffen auf bessere Zahlen von Twitter, Microsoft und der Google-Mutter Alphabet. Die Internet-Riesen legen nach Börsenschluss ihre Bilanzen vor.

Die Rekordjagd an der Wall Street hat sich fortgesetzt. Der bislang positive Verlauf der Berichtssaison trieb die Kurse weiter an, so Teilnehmer. Dagegen traten die Sorgen um eine steigende Inflation und anhaltende Lieferkettenprobleme sowie Bedenken um die weltweite Konjunkturerholung in den Hintergrund. Allerdings kamen die Indizes von ihren Tageshochs wieder deutlicher zurück.

Denn ein echter Gradmesser für den Verlauf der Berichtssaison kommt nach der Schlussglocke, wenn die Technologie-Schwergewichte Twitter, Microsoft, Advanced Micro Devices sowie die Google-Mutter Alphabet ihre Ergebnisse vorlegen. Im Wochenverlauf folgt noch Apple.

S&P 500
S&P 500 4.573,67

"Die Anleger schieben die Sorgen um die Inflation beiseite. Stattdessen konzentrieren sie sich auf die Unternehmenszahlen, die auf beiden Seiten des Atlantiks weiterhin überraschen", so Fawad Razaqzada, Marktanalyst bei ThinkMarkets. Die Analysten der Deutschen Bank geben sich indessen etwas vorsichtiger. "Auch wenn dies insgesamt eine gute Gewinnsaison war, sehen wir immer mehr Unternehmen mit Lieferrückständen, Einstellungsproblemen und steigenden Inputpreisen, die die Gewinne belasten", so die Experten.

Der Dow-Jones-Index erhöhte sich um 16 Punkte auf 35.757 Punkte. Der S&P-500 kletterte um 0,2 Prozent. Beide Indizes hatten erneut Rekordhochs markiert. Der Nasdaq-Composite rückte um 0,1 Prozent vor. Den 1.575 (Montag: 2.122) Kursgewinnern standen dabei 1.786 (1.245) -verlierer gegenüber. Unverändert schlossen 115 (120) Titel.

Stimmung der US-Verbraucher hellt sich auf

Besser als erwartete US-Konjunkturdaten stützten zusätzlich. So ist die Stimmung unter den US-Verbrauchern im Oktober gestiegen, während Ökonomen mit einem Rückgang gerechnet hatten. Zudem wurde der Vormonat leicht nach oben revidiert. Auch die Subinidzes für die aktuelle Lage und die Erwartungen legten zu. Die Neubauverkäufe für September kletterten gegenüber dem Vormonat wesentlich deutlicher als prognostiziert.

Facebook
Facebook 315,81

Am Montag nach Handelsschluss hatte bereits Facebook Quartalszahlen veröffentlicht. Der Social-Media-Riese hatte im dritten Quartal beim Gewinn die Erwartungen des Marktes geschlagen, blieb aber beim Umsatz unter den Schätzungen der Analysten. Auch der Umsatzausblick für das laufende vierte Quartal verfehlte die Marktprognose. Die Aktie verlor 3,9 Prozent.

General Electric (GE) hat im dritten Quartal wieder einen Gewinn erzielt, der höher als erwartet ausfiel. Der Umsatz blieb aber sowohl unter dem Vorjahreswert als auch den Erwartungen der Analysten, obwohl die Triebwerkssparte ein deutliches Wachstum aufwies. Für das Gesamtjahr zeigte sich das Unternehmen gewinnseitig etwas zuversichtlicher. Die Aktie gewann 2,0 Prozent.

Lockheed Martin hat sein Ergebnis im dritten Quartal wegen eines Sondereffekts fast gedrittelt, aber besser abgeschnitten als vom Markt erwartet. Auf der Umsatzseite verfehlte der Rüstungs- und Luftfahrtkonzern allerdings die Konsensschätzung. Die Aktie rutschte um 11,8 Prozent ab.

UPS
UPS 189,00

Raytheon Technologies (-2,3%) hat im dritten Quartal Umsatz und Gewinn kräftig gesteigert und auf bereinigter Basis mehr verdient als erwartet. Die Jahresprognose für den bereinigten Gewinn hob der Konzern an. Finanzvorstand Neil Mitchill wies darauf hin, dass Einschränkungen in der Lieferkette eher ein Thema für das vierte Quartal sein werden.

Der Paketdienstleister UPS hat im dritten Quartal mit Umsatz und Gewinn die Markterwartungen übertroffen. Die Aktie machte einen Kurssprung um 6,9 Prozent. Alle Geschäftssegmente erzielten Ergebnisse über den Prognosen.

Ölpreise legen weiter zu

Die Ölpreise stiegen erneut auf Siebenjahreshochs. "Die Rohölpreise steigen weiter und die Bitten an die Opec, die Produktion zu erhöhen, stoßen weiterhin auf taube Ohren", sagte Edward Moya von Oanda. Die Marktteilnehmer warteten zudem auf die API-Daten zu den US-Öllagerbeständen, die später veröffentlicht werden sollten.

Am Devisenmarkt stieg der Dollar-Index um 0,1 Prozent. Devisenstrategin Kathy Lien von BK Asset Management sieht die Kernangaben über die persönlichen Konsumausgaben in den USA am Freitag als bedeutender für die kurzfristige Richtung des Greenbacks an als die Wachstumsdaten zum dritten Quartal am Donnerstag. Der Kern-PCE-Index, den die US-Notenbank zur Messung der Inflation bevorzugt heranziehe, dürfte neue Hochs erklommen haben, so die Expertin. In der Folge dürften sowohl Inflationserwartungen als auch Dollar-Wechselkurse klettern.

Der Goldpreis gab die Gewinne der vergangenen beiden Handelstage wieder ab und rutschte unter die Marke von 1.800 Dollar. Am Vortag war das Edelmetall auf den höchsten Stand seit sechs Wochen gestiegen. Teilnehmer verwiesen auf den etwas festeren Dollar und Gewinnmitnahmen.