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Haie tief in der Krise: Was bleibt nach Corona vom Kölner Sport?

Wenn Uwe Krupp von seinen Anfängen im Eishockey berichtet, dann klingt das so: „Die Zeit im Haie-Nachwuchsbereich hat mich geprägt, ein großer Teil meines Lebens hat sich bei den Haien abgespielt, die Haie sind für mich mehr als ein Eishockey-Verein.“ Krupp (55) kam 1971 als Sechsjähriger zu dem damals noch KEK genannten Verein. Neben dem aktuellen NHL-Profi Leon Draisaitl ist er der größte Star, der aus dem Haie-Nachwuchs hervorging. Krupp ist seit Februar 2020 wieder Haie-Trainer, der er schon von 2011 bis 2014 war. Eigentlich kam er zurück nach Köln, um hier die Meisterschaft zu gewinnen.

Doch das erscheint acht Monate später wie ein Traum aus einer anderen Welt. Im Herbst 2020 kämpft der Klub ums Überleben. Das Geschäftsmodell des achtmaligen deutschen Meisters funktioniert nicht mehr, denn Spiele mit Zuschauern sind in der Corona-Pandemie nicht gestattet. Eishockey aber hat anders als der Profifußball keinen mit vielen Millionen dotierten TV-Vertrag, jeder DEL-Verein erhält pro Jahr lediglich 200000 Euro für die Übertragungen. Etwa 80 Prozent des 15-Millionen-Etat kommen dagegen aus Spieltagseinnahmen.

Kölner Haie: „Wir brauchen die Unterstützung“

2019/20 erzielte der KEC noch einen Schnitt von 13.333 Zuschauern pro Spiel. Höchster Wert in der Liga. Eine Saison ganz ohne Publikum in der Lanxess-Arena können die Haie allerdings nur mit finanzieller Hilfe bestreiten. „Wir brauchen die Unterstützung der Kölnerinnen und Kölner“, sagt KEC-Geschäftsführer Philipp Walter. „Sonst wird es uns vielleicht bald nicht mehr geben.“ Ab der kommenden Woche wird der Verein deshalb virtuelle Unterstützer-Tickets à zehn Euro anbieten, um so möglichst eine Million Euro einzusammeln. Diese Summe fehlt, damit der Klub, wie Walter es formuliert, „seriös“ in die Saison 20/21 gehen kann, die in der zweiten Dezemberhälfte beginnen soll. Die möglichen 800000 Euro aus dem Corona-Hilfspaket für Profisport-Vereine sind bereits einkalkuliert. Die Spieler und der Trainerstab verzichten zudem auf bis zu 60 Prozent ihrer Gehälter.

In der eindringlichen Bitte um Hilfe schwingt eine Prise Enttäuschung mit. Der Verein fühlt sich allein gelassen. Es gab dem Vernehmen nach zwar etliche Gespräche mit Politikern, jedoch keine konstruktiven Ergebnisse.

Lanxess-Arena gehört asiatischen Investoren – Teure Miete

Ein Vergleich etwa mit der Weidenpescher Galopprennbahn macht deutlich, dass es der KEC in Köln schwerer hat als andere. Das Rennbahn-Gelände gehört der Stadt, der Rennverein ist Pächter. Falls eine Insolvenz drohte, könnte die Stadt dem Rennverein schnell unter die Arme greifen, indem sie ihm Pachtkosten erließe.

Die Haie-Spielstätte Lanxess-Arena befindet sich dagegen im Besitz asiatischer Investoren – genauso wie das Deutzer Trainingszentrum Kölnarena 2. Der KEC muss Miete zahlen, ungefähr eine Million Euro pro Jahr. Der Betrag deckt lediglich die Kosten. Arena-Geschäftsführer Stefan Löcher kann den Haien also finanziell nicht entgegenkommen.
„Sowohl wir als auch die Haie tun schon alles dafür, um Eishockey in der Sportstadt Köln hochzuhalten“, sagt Löcher.
Andere DEL-Vereine sind krisenfester aufgestellt, etwa die Düsseldorfer EG, deren ISS Dome eine städtische Einrichtung ist.

Walter, der seit 2003 mit kurzer Unterbrechung für die Haie arbeitet, sagte in diesen Tagen einmal, er fühle sich an die Zeit vor zehn Jahren erinnert. Damals schlitterten die Haie nach dem Ausstieg des Gesellschafters Heinz-Hermann Göttsch knapp an der Insolvenz vorbei. Nur weil der Koblenzer Software-Unternehmer Frank Gotthardt einstieg, entging der Klub der Pleite. Seitdem hat der Multimillionär viel Geld in den Verein gesteckt, und er könnte nun einfach ein nächstes Rettungspaket bereitstellen. Doch Gotthardt scheint sich Mithilfe von der Stadt Köln zu wünschen. Der ehemalige KEC-Geschäftsführer Peter Schönberger drückt es so aus: „Frank Gotthardt liebt Eishockey, aber er will als Koblenzer sicher nicht alles alleine stemmen.“

Sollten die Haie untergehen, könnte der Stammverein Haie e.V. ebenfalls nicht weiter bestehen. Denn er erhält jährlich einen sechsstelligen Betrag von den Profis. In der Existenz bedroht wären nicht nur die vielen männlichen Juniorenteams, auf deren Warteliste stets 50 bis 100 Kinder stehen, sondern auch die KEC-Frauen, die in der Bundesliga spielen. Trainer Krupp nimmt die bedrohliche Situation sichtlich mit. „Es geht mir sehr nahe, denn ich bin ein Urkölner“, sagt er. „Der Eishockey-Standort Köln ist in großer Gefahr. Ich halte nicht gern die Hand auf, aber wir brauchen Hilfe, um überleben zu können.“ 

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