Die USA haben aus Empörung über EU-Subventionen an den Flugzeugbauer Airbus ihre Strafzölle auf europäische Flugzeuge von zehn auf 15 Prozent erhöht. Die neuen Abgaben fielen ab dem 18. März an, teilte das Büro des US-Handelsbeauftragten mit.

Die Ankündigung erfolgte wenige Tage, nachdem US-Präsident Donald Trump erklärt hatte, es sei an der Zeit für "sehr ernsthafte" Handelsgespräche mit der EU. Seit Trumps Amtsantritt vor drei Jahren haben sich die Handelsbeziehungen zwischen den USA und der EU verschlechtert.

Hintergrund ist ein Streit um Staatsbeihilfen in Milliardenhöhe an die großen Flugzeughersteller Airbus und Boeing, den die EU und die USA seit langem vor der Welthandelsorganisation (WTO) austragen. Die WTO hat die Subventionen jeweils für unzulässig erklärt und im vergangenen Jahr den USA erlaubt, Strafzölle auf EU-Produkte im Umfang von 7.5 Milliarden Dollar zu erheben.

Auch deutschen Autos drohen Strafzölle

Trump verhängte zunächst Zölle auf Stahl- und Aluminiumimporte aus der EU. Brüssel reagierte seinerseits mit Aufschlägen auf US-Produkte wie Jeans und Motorräder. Seit Monaten droht Trump zudem mit Strafzöllen auf Einfuhren europäischer Autos, unter denen besonders die deutsche Wirtschaft leiden würde. Noch hat er diese Drohung nicht wahr gemacht.

Airbus bedauerte die US-Entscheidung, die Zölle zu erhöhen. Der Flugzeugbauer wolle weiter mit seinen amerikanischen Kunden sprechen, um die Folgen abzumindern, teilte Airbus mit. Die Strafzölle machten es schwieriger, eine Lösung in dem Subventionsstreit zu finden. Außerdem schadeten die höheren Zölle den amerikanischen Fluggesellschaften und Verbrauchern, sagte Airbus.

Der US-Handelsbeauftragte sagte, die USA seien weiterhin dazu bereit, den Streit über Verhandlungen zu lösen. Der amerikanische Flugzeugbauer Boeing hofft nach eigenen Angaben darauf, dass die EU die "illegalen Subventionen" für Airbus beendet. Die EU wartet ihrerseits auf einen Beschluss der WTO zu unerlaubten Subventionen für den US-Flugzeugbauer Boeing.