Das wars für Michael Preetz (53) und Bruno Labbadia (54)! Hertha-Manager Preetz muss nach gut zwölf Jahren seinen Posten räumen.

Von Robert Matiebel und Carsten Priefer

In Kürze werden die Vereinsgremien sein vorzeitiges Aus beschließen. Mehr Details dazu bei BILDPlus.

Seine Neuverpflichtungen, über 110 Millionen Euro von Investor Lars Windhorst gab Preetz in den letzten Monaten aus, zündeten nicht. Preetz pochte immer auf mehr Zeit. Die werden ihm die Klub-Gremien in Anbetracht von akuter Abstiegsangst (nur zwei Punkte vor Relegationsplatz 16) nach dem 18. Spieltag nicht mehr geben. Sein Ende steht fest. 

Mit Preetz muss auch Trainer Labbadia gehen. Nach holprigem Saisonstart hatte CEO Carsten Schmidt gefordert, dass im Januar gepunktet werden muss. Aber nach dem Auftaktsieg gegen Schalke (3:0) gab es ein 0:1 in Bielefeld, ein 0:0 in Köln, ein 0:3 gegen Hoffenheim und nun ein 1:4 gegen Bremen.

Drei Elfer kosten Labbadia den Job!

Gegen Hoffenheim verballert Piatek, gegen Bremen Cunha – und ein Strafstoß für Werder bringt Hertha auf die Verliererstraße. Es ist das Ende von Labbadias neunmonatiger Amtszeit in der Hauptstadt.

Nach nur einem Sieg aus den vergangenen acht Spielen endet Labbadias Weg in Berlin. Der erfahrene Trainer scheitert an der Aufgabe, aus einem Haufen talentierter und teurer Spieler ein funktionierendes Team zu formen.

Ein Bild der Verzweiflung: Herthas Matheus Cunha nach einer vergebenen Torchance (Foto: City-Press GmbH)
Ein Bild der Verzweiflung: Herthas Matheus Cunha nach einer vergebenen Torchance (Foto: City-Press GmbH)

Da nützen auch seine Umstellungen gegen Bremen nichts. Den seit Wochen desolaten Dodi Lukebakio nimmt Labbadia aus dem Kader, erklärt: „Manchmal gehört es dazu, Leute aufzuwecken.“ Der Warnschuss kommt zu spät.

Das Unfassbare: Hertha spielt streckenweise wieder stark, aber jeder Bremer Schuss ist ein Treffer.

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Erst verursacht Mittelstädt einen Elfer, den Selke in den Winkel knallt (12.). Ausgerechnet Selke. Die Hertha-Leihgabe jubelt provokativ nach dem Führungstor. Auf der anderen Seite Herthas nächste Elfer-Panne. Cunha vergibt kläglich vom Punkt, nachdem er den Strafstoß selbst herausgeholt hatte (21.).

Dazu kommt dilettantisches Abwehrverhalten: Tousart lässt sich vor einer Ecke abhängen, Toprak nickt zum 2:0 ein (29.). Cordobas Anschlusstreffer per Kopf mit dem Halbzeitpfiff ist zu wenig.

Nach der Pause besiegeln Bittencourt zum 1:3 und Sargent zum 1:4 die Niederlage – und das Aus für Manager Preetz und Trainer Labbadia.