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Hilferuf im Netz: Jeckdown-Kampagne: Kölner Wirte attackieren Stadt und Festkomitee

Köln -

Der geplante Jeckdown für die Kölner Wirte am 11.11. erhitzt die Gemüter.

Am Samstagmorgen (24. Oktober) knallte die IG Kölner Gastro in den sozialen Medien einen Beitrag raus, der sich in Windeseile verbreitete und zigtausendfach Beachtung fand.

Der Zusammenschluss der Kölner Wirte ist stinksauer, denn die von der Stadt initiierte Kampagne gehe am Kernproblem vorbei. Und dieses Problem seien nicht die Wirte. Der Fokus müsse auf dem Verbot von privaten Parties zum Sessionsauftakt liegen und nicht auf den Betrieben, die in der Corona-Krise in Köln eh schon gebeutelt sind und zudem längst angekündigt hatten, am 11.11. geschlossen zu sein.

Die emotionale Botschaft an die Stadt und das Festkomitee beginnt wie folgt: „Es reicht und wir müssen reden! Seit Wochen rennt ihr durch die Gegend und erzählt sämtlichen Gastronomen/Innen, wir sollen am 11.11. alle unsere Läden dicht machen. Ihr sprecht davon dass wir einen Lockdown verhindern müssen, ihr macht uns ein schlechtes Gewissen und droht uns damit, dass wir, wenn wir Eure Kampagne einer freiwilligen Zwangsschliessung nicht unterstützen, danach über viele Wochen unter den Folgen leiden müssen.“

Kölner Gastronomen mit Brandbrief an die Stadt: „Ihr entscheidet nicht darüber, was wir zu tun haben“

Weiter heißt es in dem Beitrag der IG Kölner Gastro: „WIR sind aber nicht das Problem!!! Und IHR entscheidet nicht darüber was WIR zu tun haben. Die neuesten Zahlen des Robert Koch Institutes belegen es nochmal eindeutig und wissenschaftlich fundiert: Nur ein Bruchteil der Infektionen kommt aus der Gastronomie.“

Die Wirte fühlen sich außen vor gelassen, nicht einbezogen. Sie sehen in den privaten Parties der Menschen zuhause die große Gefahr und fürchten, am Ende Fehleinschätzungen der Politik ausbaden zu müssen.

Sie schreiben weiter: „Also bitte hört mit dieser unsinnigen Kampagne auf und lenkt den Fokus konzentriert auf die wirklichen Probleme. Wenn Köln nach dem 11.11. in den größten denkbaren Lockdown fällt, dann wird es danach zu 100% nicht die Gastronomie schuld gewesen sein, sondern die Versäumnisse von anderer Seite. Wir Gastronomen/Innen aber werden die Deppen sein, die es ausbaden müssen.

Wirte fordern Ende der „unsinnigen Kampagne“

Schon jetzt liegen wir am Boden, unsere Gäste verlieren das Vertrauen und die Umsätze bewegen sich jenseits der 50% des normalen Bereichs. Welche Branche in Deutschland würde sich hinstellen und in der umsatzstärksten Zeit freiwillig dichtmachen? Wahrscheinlich niemand! Wir aber machen das oder schränken uns hart ein. Aus Liebe zu unserer Heimatstadt und aus Rücksicht vor gesundheitlichen und wirtschaftlichen Schäden für Alle.“

Der Beitrag, der einem Hilferuf gleichkommt, fand unter Szenekennern rasch Zustimmung, auch manche Politiker wie Niklas Kienitz (CDU) oder Sven Lehmann reagierten.

Am Schluss lautet der Appell: „Wenn in Köln im privaten Bereich nur 1000 kleine Parties stattfinden, dann ist das Berchtesgadener Land ein winziger Furz auf der virologischen Landkarte, gegen das was wir hier, bis weit in das nächste Jahr, an Einschränkungen und Restriktionen ertragen werden müssen.“

So reagiert das Festkomitee auf die Vorwürfe

Wichtig: Das Festkomitee bezog umgehend offen Stellung auf den Ausbruch.

Sprecher Michael Kramp verweist gegenüber EXPRESS auf die Antwort des Festkomitees in den sozialen Netzwerken in Form eines Kommentars.

Darin heißt es: „Liebe IG Gastro, da habt Ihr wohl leider einiges missverstanden. Niemand zeigt mit dem Finger auf Euch, im Gegenteil: Es hat uns gefreut, dass viele Eurer Mitglieder schon frühzeitig gesagt haben, dass sie ‪am 11.11. gar nicht erst öffnen. Genauso wie wir übrigens seit Wochen erklären, dass alle Veranstaltungen der uns angeschlossenen Gesellschaften ‪am 11.11. ausfallen werden. Wir wollen doch gemeinsam ein Zeichen setzen: Es lohnt sich nicht, ‪am 11.11. nach Köln zu kommen. Offizielle Karnevalsveranstaltungen finden weder drinnen noch draußen statt, die meisten Kneipen bieten kein Karnevalsprogramm. Bleibt zu Hause, ist unser gemeinsames Credo.“

Miteinander statt übereinander reden

Die Ober-Jecken weiter: „Und das heißt natürlich nicht, dass man zu Hause eine Party mit möglichsten vielen Freunden feiern soll. In der Familie kann man an diesem Tag das Karnevalsprogramm von Radio Köln hören oder auch den Livestream des WDR angucken. Mehr geht eben diesmal nicht. Deswegen lasst uns nicht aufeinander rumhacken, sondern gemeinsam die Menschen auffordern, diesen Tag ohne wilde Partys zu verbringen. Bei der Kampagne, die in der kommenden Woche startet, sind übrigens Prominente, Karnevalisten und Besitzer von Kneipen und Bars gemeinsam zu sehen – genauso, wie es sein soll. Für eine Karnevalspause, für Kölle!

Wenn Ihr da noch Ideen habt, immer her damit! Sprecht es doch beim runden Tisch, wo wir gemeinsam sitzen, an oder ruft einfach an! Wir reden lieber miteinander als übereinander.“

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