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Hoffen wir, es ist erfolgreich: Killer oder Schnupfen: Wie mutiert das Virus?

Jedes Virus mutiert und verändert sich, auch Sars-CoV-2. Soviel steht für die Virologen Hendrik Streeck und Christian Drosten fest. Die Frage ist nur, in welcher Weise. Es könnte noch tödlicher werden oder als harmlose Erkältung enden. Eines der beiden Szenarien ist wahrscheinlicher - denn erfolgreiche Viren entwickeln sich meistens in eine bestimmte Richtung.

In vielen Köpfen gibt es wahrscheinlich immer noch die Vorstellung, dass es nur einen Impfstoff geben muss, um Sars-CoV-2 den Garaus zu machen. Doch das wird wohl nicht passieren. "Ich glaube, es ist wichtig zu realisieren, dass das Virus wahrscheinlich bleiben wird", sagte Virologe Hendrik Streeck bei "Markus Lanz". "Wir werden es nicht austreiben können, wir sind keine Insel. Es wird ein Teil unseres Alltags werden."

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Hendrik Streeck möchte das Coronavirus nicht bagatellisieren, fordert aber dazu auf, weniger furchtsam mit der Pandemie umzugehen.

(Foto: imago images/teutopress)

Wie dieser Alltag künftig aussehen wird, hängt unter anderem davon ab, in welche Richtung sich das Coronavirus entwickelt. Denn Streeck ist sich mit Christian Drosten und anderen Virologen-Kollegen einig, dass Sars-CoV-2 wie jedes andere Virus mutiert. Die große Frage dabei ist: Wird es möglicherweise noch tödlicher oder haben wir Glück und es wird im Laufe der Zeit harmloser.

Virenstämme verschmelzen

Dass das neue Coronavirus bereits Mutationen entwickelt hat, geht unter anderem aus einer neuen Vorab-Studie der Universität Oxford hervor. Die Forscher untersuchten in Proben von 405 Covid-19-Patienten das Virenerbgut. Die Ergebnisse lassen Christian Drosten in seinem NDR-Podcast schließen, dass einige der Patienten von mindestens zwei unterschiedlichen Varianten von Sars-CoV-2 infiziert wurden. Dabei sei es wahrscheinlich so, dass dies nicht nacheinander passiert sei, sondern beide Mutationen auf einmal übertragen wurden.

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Wenn Christian Drosten sagt, das Virus werde im Laufe der Zeit harmloser, redet er von Jahren, nicht Monaten.

(Foto: AP)

Dass verschiedene Varianten des Virus offenbar gleichzeitig nebeneinander existieren, sei grundsätzlich eine schlechte Nachricht, erklärt Drosten. Denn die Mutationen aus zwei verschiedenen Populationen könnten sich auch überkreuzen und zusammenschmelzen. So könne eine neue Variante Eigenschaften entwickeln, die ihm Vorteile gegenüber anderen Virenstämmen verschafften. Die entscheidende Frage sei dann, worauf ein Virus in der Evolution optimiert werde. "Auf Übertragbarkeit", sagt Drosten. "Zum Beispiel daraufhin, dass es höhere Konzentrationen macht im Rahmen seiner Replikation." Das Virus habe durch diese Art der Mutation bessere Chancen, sich an den Menschen anzupassen.

Das klingt bedrohlich, muss es aber nicht sein. Streeck geht davon aus, dass sich das Virus einerseits so entwickelt, dass es vom Immunsystem weniger angreifbar ist, "aber gleichzeitig auch schwächer wird." Das zeige auch die Evolution fast aller anderen bekannten Viren. "Wir wissen es beim neuen Coronavirus aber nicht."

Nase für Virus interessanter als Lunge

Darin, wie so eine Abschwächung durch Mutationen aussehen könnte, sind sich Streeck und Drosten einig. Denn die Virologen wissen, dass das Ziel eines Virus nicht ist, seinen Wirt zu töten, sondern möglichst effizient zur Reproduktion zu nutzen. Das heißt beispielsweise leichter anzustecken und wenig zu schädigen, damit er weiter unter Menschen bleibt und das Virus weiterverbreitet.

So halten es beide deutschen Spitzen-Virologen für möglich, dass Sars-CoV-2 noch besser in der Nase repliziert und so leichter übertragen wird. "Das würde uns zwar länger nerven, aber dadurch auch nicht so tödlich sein, weil das Virus nicht so tief in die Lunge geht", erklärt Streeck. "Das heißt, das Ganze wird auf lange Sicht zu einem Schnupfen, der sich für die Lunge gar nicht mehr interessiert", sagt Drosten. "So etwas könnte passieren."

Schwerer Verlauf nutzt dem Virus nicht

Der Berliner Virologe hält eine verharmlosende Entwicklung für wahrscheinlicher, selbst wenn das Virus zusätzlich zur Optimierung auf die Nase sein allgemeines Replikationsniveau in allen Schleimhäuten steigere. Denn "das würde dann auch wieder die Lunge mitbetreffen und richtig reinhauen." Und dann würde es eine schwerere Erkrankung werden." Allerdings fühle sich ein Patient dann aber schneller krank. "Und unter dem Wissen, dass hier eine gefährliche Infektionskrankheit umgeht, werden wir dann ja auch eher zu Hause bleiben und weniger Patienten in der nächsten Generation infizieren. Und das wäre für das Virus ein Nachteil."

Drosten sagt, er sei "vorsichtig optimistisch", da erfahrungsgemäß Virusepidemien tatsächlich über die Zeit harmloser würden. Zusammen mit der "sich mit Sicherheit einstellenden Populationsimmunität" werde Sars-CoV-2 über die Jahre in jedem Fall harmloser werden.

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