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Huskies holen drei Punkte dank kuriosem Eigentor

Hut ab: Husky Stephan Tramm leitete den kuriosen Führungstreffer mit seinem Schuss ein.

Die Kassel Huskies gewinnen bei den dezimierten Bayreuth Tigers mit 4:2 (0:0, 1:2, 3:0). Ein Konter und ein kurioses Eigentor bringen sie dabei auf die Siegerstraße.

Bayreuth/Kassel – Zu Beginn fällt auf: Da ist sie wieder, diese Leere aus der letzten Saison. Diese Stille. Irgendwie auch ein Hauch von Trainingsatmosphäre. Da blinkt im ersten Abschnitt im Drittel der Huskies durchgehend ein rotes Licht, in den Pausen dröhnt Schlager von Mickie Krause durch die leere Halle. Geisterspiel.

Kein Wunder also, dass beide Teams gehörig Anlauf brauchen. Die erste gute Chance haben die Tigers. Tobias Meier, Doppeltorschütze und Huskies-Schreck beim 0:3 im Oktober, taucht frei vor Torwart Jerry Kuhn auf – der packt aber sicher zu (2.). Dann werden die Huskies mutiger. Jamie MacQueen hat nach einem Abpraller eine Doppelchance (6.), Bayreuths Dominik Meisinger muss wegen Hakens auf die Strafbank. Überzahl. Kassel spielt geduldig, wartet auf die Lücke. Die ist dann da, MacQueen jagt die Scheibe Richtung Tor. Doch irgendwie begräbt Tigers-Torwart Timo Herden den Puck unter dem Schoner, ist selbst verdutzt (8.). Das war ganz knapp.

Bayreuth schlägt in Überzahl zu

Kurz vor Drittelende muss Husky Paul Kranz dann auf die Strafbank. Und kaum sind die Teams nach der Pause wieder auf dem Eis, da führen die Hausherren. Kurt Davis sieht Ville Järveläinen, der Torjäger schlenzt den Puck vom linken Bullypunkt Richtung Winkel. Ivan Kolozvary fälscht noch ganz leicht ab. 20 Sekunden sind da gerade einmal gespielt.

Und die Huskies? Die machen es Bayreuth einfach nach. Wieder dauert es genau 20 Sekunden, da fällt nämlich der Ausgleich. Dieter Orendorz spielt den Puck hinter dem Tor entlang, wo Mitch Wahl einen super Rückhandpass auspackt. Vor dem Kasten lauert Hans Detsch und schiebt die Scheibe über die Linie – 1:1.

Tor nach Videobeweis zurückgenommen

Die Huskies machen Druck. Aber Bayreuth zeigt, wie man mit kleinem Kader spielen muss. Defensiv stabil, mit einem guten Torhüter – und noch stärkeren Kontingentspielern. Die sind es, die für das 2:1 der Tigers sorgen. Cason Hohmann behält unter Bedrängnis die Übersicht und sieht wieder Järvelainen. Der Finne schlenzt eiskalt zur Führung ein (37.).

Kassel aber bleibt dran, gleicht erneut direkt aus. Oder? Brett Cameron trifft (40.), die Huskies jubeln, der Schiedsrichter zeigt Tor an. Doch dann gibt es Videobeweis. Und das dauert. Und dauert. Und dauert. Dann die Entscheidung: Timo Gams soll Herden behindert haben. Kein Tor. Die Huskies sind sauer, greifen an. Aber Herden ist da – gegen Lukas Laub, gegen MacQueen (40.). Und auch zu Beginn des Schlussdrittels gegen die Schlenzer von Cameron (44.) und Keussen (45.).

Kurioses Eigentor verhilft zum Sieg

So braucht es einen Geniestreich für den Ausgleich. Eigentlich sogar zwei. Einen von Kuhn und einen von Cameron. Erst ist es Kuhn, der beim Alleingang von Luke Pither die Ruhe bewahrt. Im direkten Gegenzug trifft dann Cameron – und das Tor zählt. Nach Doppelpass mit Oliver Granz behält er irgendwie die Kontrolle und tippt den Puck dem überraschten Herden durch die Beine.

Nur 61 Sekunden später ist das Spiel dann ganz gedreht. Dieses Mal ist es kein Geniestreich, sondern ein kurioses Eigentor. Stephan Tramm zieht von der Blauen Linie ab, Herden wehrt den Puck mit der Stockhand ab. Sein Problem: Die Scheibe prallt dem vorbeifahrenden Davis ans Bein, von dort trudelt der Puck ins Tor – 3:2! Bayreuth kommt danach nicht mehr gefährlich nach vorn. Als Herden für einen Feldspieler vom Eis geht, erzielt MacQueen ins leere Tor den 4:2-Endstand.

Statistik

SR: Singaitis/Westrich

Tore: 1:0 (20:20) Kolozvary (Järveläinen, Davis - 5:4), 1:1 (20:40) Detsch (Wahl, Orendorz), 2:1 (36:26) Järveläinen (Hohmann, Kolozvary), 2:2 (48:46) Cameron (Granz, Müller), 2:3 (49:47) Tramm (MacQueen, Wahl), 2:4 (59:27) MacQueen (Wahl, Detsch)

Strafminuten: Bayreuth 2 - Kassel 10

Von Björn Friedrichs