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Im Vollrausch vom E-Bike gestürzt und Polizisten beleidigt: Geldstrafe für 41-Jährige

Im Vollrausch ist eine Wolfratshauserin (41) von ihrem E-Bike gestürzt. Anschließend beleidigte sie einen Polizisten. Die Quittung: 9900 Euro Geldstrafe.

Wolfratshausen – Richtig tief in die Tasche greifen muss eine Wolfratshauserin, die am 12. September 2019 auf der Schießstättstraße mit dem E-Bike ihres damaligen Freundes und jetzigen Ehemannes zu Fall kam. Weil sich die 41-Jährige zuvor in einem Restaurant einen Rausch angetrunken und nach dem Unfall in der Kreisklinik massiven Widerstand gegen Polizisten geleistet hatte, verurteilte sie das Amtsgericht zu einer Geldbuße von 90 Tagessätzen zu je 110 Euro.

Rund 2,8 Promille Alkohol

Rund 2,8 Promille Alkohol hatte die Angeklagte eine Stunde nach dem Sturz noch im Blut. „Ich kann mich nicht erinnern, dass wir es bei Verhandlungen in diesem Jahr mit einem höheren Wert zu tun hatten“, staunte Richter Helmut Berger. Die zierliche Frau gab an, in Begleitung ihres jetzigen Ehemanns in einem griechischen Restaurant innerhalb von vier Stunden drei Halbe Bier und etwa fünf Stamperl Ouzo getrunken zu haben. 

Laut der Einschätzung einer bei der Verhandlung anwesenden Gutachterin eines toxikologischen Instituts reicht diese Menge aber nicht aus, um auf einen derart hohen Alkoholpegel zu kommen. „Das lässt auf Alkoholgewöhnung schließen“, mutmaßte die Gutachterin.

Mit dem Kopf aufs Straßenpflaster

Nach dem Restaurantbesuch trennte sich das Paar vorübergehend. Während der Mann sich zu Fuß an einer nahe gelegenen Tankstelle Tabak besorgte, wollte die Frau mit dem E-Bike zu ihrer etwa 500 Meter entfernten Wohnung fahren. „Ich nahm das Rad zwischen die Beine, um es leichter schieben zu können, und bin dann mit dem Kopf aufs Straßenpflaster gestürzt“, gab sie an.

Weil sich die 41-Jährige eine Platzwunde zuzog, ließ sie sich noch am selben Abend in der Kreisklinik behandeln. Die Polizei, die ein besorgter Anwohner verständigt hatte, die Frau aber nicht mehr am Unfallort vorfand, stieß in der Notaufnahme auf erheblichen Widerstand. „Sie hat uns mit derben Schimpfwörtern beleidigt und wehrte sich so sehr gegen die Blutentnahme, dass wir eine zweite Streife verständigen mussten“, erinnerte sich ein 24-jähriger Polizist an den Vorfall.

„Daran kann ich mich überhaupt nicht mehr erinnern“, entgegnete die Angeklagte. Da sie vor knapp drei Jahren wegen Trunkenheit im Verkehr und Widerstands gegen Vollstreckungsbeamte verurteilt worden war, forderte der Staatsanwalt nun eine Freiheitsstrafe, die aber mit hohen Auflagen zur Bewährung ausgesetzt werden könne.

Geldbuße in Höhe von 9900 Euro

Rechtsanwältin Aglaia Muth plädierte dagegen auf verminderte Schuldfähigkeit ihrer Mandantin und hielt eine Geldstrafe für ausreichend. Richter Berger folgte diesem Antrag und ahndete die Vergehen mit einer Geldbuße in Höhe von 9900 Euro. „Ich glaube, dass Sie das Rad nicht geschoben haben, sondern damit gefahren sind“, begründete der Hobbyrennradfahrer sein Urteil. 

Peter Herrmann

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