Immer weniger Arbeitnehmer in der Hauptstadt haben einen Fulltime-Job. Überraschend: Der Trend zur Teilzeit ist männlich.

2019 waren schon 34 Prozent aller Teilzeitbeschäftigten Männer (zum Vergleich: 2015 waren es noch 32 Prozent).

Gründe dafür liefert die Statistik der Arbeitsagentur nicht. Es könnte daran liegen, dass Frauen die besseren Bildungsabschlüsse haben und als Besserverdiener in der Familie 100 Prozent arbeiten wollen.

Eine Wand mit Stelenangeboten bei der Agentur für Arbeit in Berlin-Mitte (Archivfoto) (Foto: dpa)
Eine Wand mit Stellenangeboten bei der Agentur für Arbeit in Berlin-Mitte (Archivfoto) (Foto: dpa)

Oder daran, dass Männer in Branchen auf dem Vormarsch sind, die traditionell Verträge mit weniger Stunden bieten – wie in der Pflege oder bei der Gebäudereinigung. Oder sie wollen einfach mehr Zeit für die Familie.

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Weitere Trends auf dem Arbeitsmarkt:

► Job-Zuwachs: 53.500 zusätzliche Stellen wurden 2019 in der Hauptstadt geschaffen. „Das ist besser als der Bundesdurchschnitt und der Trend in etlichen anderen Bundesländern“, so Bernd Becking (60), Chef der Arbeitsagentur Berlin-Brandenburg.

► Arbeitslosigkeit: Ein Alarmzeichen für schwächelnde Konjunktur ist, dass in den letzten Monaten zunehmend Arbeitnehmer ihren festen Job verloren haben und jetzt erst einmal ALG I kassieren. Hier stieg die Zahl der Betroffenen um 10 Prozent (4300), oft traf es Helfer-Jobs aus Gastronomie und Handel.

► Internationaler: Multi-Kulti am Arbeitsplatz nimmt auf 16 Prozent zu. Stammte 2014 nur jeder Zehnte Beschäftigte in Berlin aus dem Ausland, ist es jetzt Sechste (rund 240.000).

► Aufstocker: Ergänzende Leistungen vom Jobcenter brauchten 2019 noch 99.000 Beschäftigte (2015: 120.000).