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In der Stunde des größten Erfolgs gedenkt Leicester dem verunglückten Patron

Als das Zittern ein Ende und Leicester City mit dem Finalsieg im FA Cup die Überraschung perfekt gemacht hatte, wanderten viele Blicke gen Himmel oder auf die obersten Sitzreihen.

Über den mehr als 20.000 Zuschauern, die im Rahmen eines Testprogramms zur Rückkehr von Zuschauern bei Kultur- und Sportevents ins Londoner Wembley-Stadion gelassen worden waren, prangte ein Banner mit dem Konterfei von Vichai Srivaddhanaprabha und einem Spruch. Es bedeckte weite Teile des abgehängten Oberrangs im weiten Oval.

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Großer Sympath: Vichai Srivaddhanaprabha wurde als Klubbesitzer von den Leicester-Fans und -Spielern verehrt

Quelle: Getty Images/Michael Regan

Der Thailänder, ehemaliger Mäzen Leicester Citys, war 2018 nach einem Heimspiel bei einem Hubschrauberabsturz neben dem Stadion ums Leben gekommen. Srivaddhanaprabha hatte Leicester City 2010 gekauft, aus der zweiten Liga bis zur englischen Meisterschaft 2016 geführt und schon vor seinem Tod den Status einer Vereinslegende erreicht.

Ranieri gedenkt Leicester-Boss Srivaddhanaprabha

Der damalige Trainer Claudio Ranieri kehrt an das Stadion zurück, um Vichai Srivaddhanaprabha zu gedenken. Der Besitzer der Foxes starb bei einem Hubschrauberabsturz

Wer hätte also besser als er das Motto des Tages vorgeben können? „Our dreams can come true, when we have the courage to pursue them“ stand neben seinem Gesicht geschrieben. „Unsere Träume können wahr werden, wenn wir den Mut haben ihnen zu folgen – eine thailändische Weisheit, entliehen bei Walt Disney.

Märchenhaft schön waren dann auch die Bilder, die der Triumph nach dem über 95 Minuten hochspannenden Endspiel hervorbrachte. Leicester-Fans und -Spieler rührten sich selbst zu Tränen. Das 1:0 (0:0) über den FC Chelsea bedeutete den ersten Pokaltriumph der Vereinsgeschichte.

Unter dem lauten Jubel der etwa 5000 Fans von Leicester holten die Spieler direkt nach der Siegerehrung dann auch noch Aiyawatt Srivaddhanaprabha, einen Vertreter der Besitzerfamilie und Nachfolger des gestorbenen Mäzens, zu den Feierlichkeiten auf den Platz, machten Fotos, jubelten, scherzten, weinten.

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Enge Beziehung: Leicester Citys Vorsitzender Aiyawatt Srivaddhanaprabha feiert mit den Fans den Sieg im FA Cup

Quelle: AFP/MATTHEW CHILDS

VAR verhindert Chelseas Ausgleich

Für Thomas Tuchel dagegen endete das erste Finale mit dem FC Chelsea dagegen enttäuschend. Zumal die knappe Niederlage gegen die von Brendan Rodgers trainierten Foxes durchaus vermeidbar war.

Mit einem traumhaften Distanzschuss aus 25 Metern bescherte Youri Tielemans Leicester City in der 63. Minute den Sieg. Der achtmalige Pokalsieger Chelsea, mit den deutschen Nationalspielern Timo Werner und Antonio Rüdiger in der Startelf, bestimmte lange das Spiel, tat sich gegen die kompakte Leicester-Abwehr jedoch schwer. Auch vier Einwechslungen – unter anderen kam Kai Havertz in der 75. Minute – brachten nicht den gewünschten Torerfolg.

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Die Überraschung ist perfekt: Der ehemalige Freiburger Abwehrspieler Caglar Soyüncü, genießt den Augenblick

Quelle: AP/Kirsty Wigglesworth

In der Schlussphase hatten die Londoner allerdings auch großes Pech. Erst verhinderte Leicester-Torwart Kasper Schmeichel mit einer starken Parade den Ausgleich durch Mason Mount. Dann wurde ein Treffer von Chelseas Ben Chilwell durch den Videoschiedsrichter aberkannt, weil der Ex-Leicester-Profi bei der Ballannahme im Abseits gewesen sein soll – eine Millimeterentscheidung.

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Kein Tor: Leicesters Fans feiern den vom VAR aberkannten Ausgleich des FC Chelsea

Quelle: AFP/MATTHEW CHILDS

„Ich habe davon geträumt, seit ich ein Kind bin“, schwärmte Torwart und Kapitän Schmeichel. Den Pokal überreichte ihm der FA-Präsident Prinz William unter dem Jubel von mehreren Tausend Leicester-Fans.

Tuchel hat mit Chelsea keine Zeit zum Trauern. Am 29. Mai bestreitet sein Team in Porto das Champions-League-Finale gegen Manchester City. Schon am Dienstag hat Chelsea Gelegenheit zur Revanche gegen den Pokalsieger. Am vorletzten Spieltag der Premier League geht es an der Stamford Bridge um die Champions-League-Qualifikation. Leicester ist in der Liga Dritter mit zwei Punkten Vorsprung auf den Vierten Chelsea. Auch der FC Liverpool hat als Tabellenfünfter noch Hoffnung.

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