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Kanzlerkandidat: Debakel für Laschet bahnt sich an - und plötzlich wächst der Druck auf Söder

Wird Markus Söder als Kandidat um die Kanzlerschaft antreten? Der Druck auf ihn wächst.

Die Union debattiert um eine neue Führung. Auch die Kanzlerfrage blieb bisher unbeantwortet. Obwohl der Druck auf Markus Söder zunimmt, hält sich der bayerische Ministerpräsident weiter bedeckt.

Berlin - Die Frage um den Parteivorsitz hat die Union noch immer nicht geklärt. CDU und CSU konnten sich noch nicht auf einen Kandidaten einigen. Armin Laschet*, Ministerpräsident Nordrhein-Westfalens, ist einer der potenziellen Nachfolger. Er will mit Gesundheitsminister Jens Spahn* als Stellvertreter im Team antreten.

In der Union soll hinter vorgehaltener Hand diskutiert werden, ob es noch einen Rollentausch geben könnte - und Spahn an Stelle Laschets als CDU-Chef kandidiert. Aus Laschets Sicht hat sich an seiner Kandidatur für den CDU-Vorsitz nichts geändert.

CDU-Vorsitz: Laschet tritt mit Spahn im Team an: „Daran hat sich nichts geändert“

Armin Laschet und Jens Spahn treten als Team für den CDU-Vorsitz an.

Der Ministerpräsident sagte dazu dem Nachrichtenportal t-online.de: „Jens Spahn und ich haben uns gemeinsam viele Gedanken dazu gemacht, was die Partei braucht, wie man die CDU gut führen und zusammenhalten kann. Und dabei haben wir einen Konsens gefunden, uns gemeinsam entschieden als Team in diesen Wettbewerb zu gehen. Daran hat sich nichts geändert.“

Hintergrund der Spekulationen sind sinkende Beliebtheitswerte Laschets in der Corona-Pandemie* und seine schlechten Werte bei der Frage der Kanzlerkandidatur im Vergleich zum CSU-Chef und bayerischen Ministerpräsidenten Markus Söder. Spahn hatte sich in einem am Freitag verbreiteten Spiegel-Interview zur Teamlösung mit Laschet bekannt. Weitere Kandidaten für den CDU-Vorsitz sind der Wirtschaftspolitiker Friedrich Merz* und der Außenpolitiker Norbert Röttgen*.

Video: CDU-Vorsitz: Team Laschet-Spahn gegen Merz und Röttgen

Corona-Krise: Armin Laschet verteidigte sein Handeln in der Corona-Krise

Außerdem verteidigte Laschet sein Handeln in der Corona-Krise. Seine Lockerungsmaßnahmen hatten Lob aber auch viel Kritik hervorgerufen. Bezüglich des neuen Infektionsausbruchs in einem Fleischbetrieb im Kreis Gütersloh* sagte er: „Niemand behauptet ernsthaft, dass dieses lokale Infektionsgeschehen auf Lockerungen* zurückzuführen ist. Wir haben ja nicht die Fleischbetriebe wieder geöffnet, die waren in der Pandemie die ganze Zeit schon deutschlandweit zur Lebensmittelversorgung der Bevölkerung offen!“

Der Corona-Massenausbruch bei Tönnies könnte zur politischen Belastung für Armin Laschet werden. In einem Statement langte der Ministerpräsident heftig daneben.

Im Vergleich zu Armin Laschet schneidet der bayerische Ministerpräsident Markus Söder, der sich während der Corona-Krise durch strenge Maßnahmen und vorsichtige Lockerungen hervorgetan hat, bei den Beliebtheitswerten besser ab. 

CDU-Vorsitz: CSU weist Aufforderung Söders zurück

In der CSU wird die Forderung aus der CDU zurückgewiesen, dass Parteichef Markus Söder sich noch vor dem CDU-Parteitag im Dezember zur Frage eigener Kanzler-Ambitionen erklären soll. „Die CDU muss erst einmal ihre Führungsfrage klären. Danach reden wir darüber, wer die Union in die Bundestagswahl führt“, sagte der CSU-Bundestagsabgeordnete Max Straubinger der Passauer Neuen Presse. Der Ministerpräsident selbst hatte davon gesprochen, die Frage im Januar 2021 abschließend zu beantworten. „Markus Söder muss sich nicht vorher erklären. Die Nervosität im Merz-Lager ist offenbar groß“, so Straubinger.

Den Druck sich zu äußern hatte der stellvertretende Unionsfraktionschef Carsten Linnemann verstärkt. Im Nachrichtenmagazin Focus hatte er erklärt: „Die Entscheidung für einen neuen CDU-Parteivorsitzenden ist unweigerlich mit der Frage der Kanzlerkandidatur verbunden.“ Deswegen müssten die CDU-Parteitagsdelegierten wissen, ob die CSU einen eigenen Kanzlerkandidaten aufstellen wolle oder nicht. „Ansonsten drohen Spannungen, die der Union insgesamt schaden könnten.“

CSU zu Söders Kanzlerkandidatur: Das beste Wahlergebnis zählt

Straubinger sagte, es gehe darum, wer für die Union das beste Wahlergebnis erzielen könne. „Wenn das ein CSU-Mann ist, dann kann man sich nicht entziehen“, argumentierte er. „Die CDU müsste der CSU die Kanzlerkandidatur dann aber anbieten. Dann kannst du nicht Nein sagen.“ (lb mit dpa) *merkur.de ist Teil des Ippen-Digital-Netzwerks.

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