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Kommentar zum DFB und Löw: Die Mär vom „einzelnen Spiel“ als Gradmesser

Köln -

Auch die Direktion Kommunikation beim Deutschen Fußball-Bund (DFB) pflegt die Unart, in der Betreffzeile ihrer Nachrichten zu unterschlagen, worum es eigentlich geht. Als am Montag die neueste Meldung aus der Frankfurter Verbandszentrale die Postfächer der Redaktionen erreichte, schien daher für Momente alles möglich, denn im Betreff stand bloß: „Pressemitteilung Nationalmannschaft“.

 Doch war die Aufregung schon nach dem ersten Satz vorüber: Joachim Löw darf weitermachen.  Man habe beschlossen, den „Weg der Erneuerung“ fortzusetzen. Auf diesem Weg wandelt Löw nach Darstellung des Verbands seit März 2019, damals hatte er nach dem WM-Debakel 2018 und den folgenden Blamagen in der Nations League die Nationalmannschafts-Karrieren der Weltmeister Mats Hummels, Jérôme Boateng und Thomas Müller für beendet erklärt, wofür er zuletzt erneut schwer kritisiert worden war, als die deutsche Elf in Sevilla 0:6 gegen Spanien verloren hatte.

Das Debakel von Sevilla war eine Pleite von derart historischer Wucht, dass Konsequenzen unausweichlich schienen. Doch der DFB wich aus, und zwar mit großer Geste. Bei einem Treffen in Frankfurt habe Löw den DFB-Präsidialausschuss „über seine Einschätzungen, Vorstellungen und die weiteren Planungen informiert“. Daraufhin habe die DFB-Spitze „übereinstimmend“ festgestellt, dass die „hochqualitative Arbeit des Trainerstabs“ zähle. Ein „einzelnes Spiel“, gemeint war das Desaster gegen die Spanier, „kann und darf nicht Gradmesser für die grundsätzliche Leistung“ sein.

Kein Wort der Kritik vom DFB

Das ist selbstverständlich richtig, wer allerdings das „einzelne Spiel“ nennt, darf das WM-Aus 2018 ebenso wenig unterschlagen wie den Umstand, dass die DFB-Elf seitdem von zehn Nations-League-Spielen nur zwei gewonnen hat. Zuletzt wurde derart ausschweifend über die jeweiligen Umstände lamentiert, dass glatt in den Hintergrund rückte, mit welch fragwürdigem Personal Löw spielte –  und wie wenig taktischer Fortschritt zu erkennen war.

Dass Löw seinen Schlingerkurs als „Weg der Erneuerung“ verkaufen konnte, spricht dabei einerseits für die beachtliche Vermittlungskompetenz des Trainers. Andererseits jedoch vor allem gegen die DFB-Spitze, die ihn nun ohne ein Wort der Kritik weitermachen lässt.

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