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Krawall-Nacht vor Starnberger Polizeiinspektion: So lauten die Urteile

Vier Jugendliche und ein junger Erwachsener aus dem Landkreis mussten sich drei Tage lang vor Gericht für die Ausschreitungen vor der Starnberger Polizeiinspektion im Sommer 2019 verantworten. Zwei von ihnen bekamen – vor allem wegen Angriffen auf Polizisten – Freiheitsstrafen auf Bewährung und je drei Wochen Dauerarrest. Die anderen kamen glimpflicher davon.

Starnberg – Drei Tage mit mehr als 20 Stunden Verhandlung und mehr als 20 Zeugen im Starnberger Amtsgericht: Am Donnerstagabend um 18.43 Uhr fiel das Urteil im Prozess um die Krawall-Nacht in Starnberg vom 25. Juli 2019. Vier Jugendliche und ein junger Erwachsener aus dem Landkreis wurde vorgeworfen, am Rande eines Sommerfests des Gymnasiums (das die Beschuldigten nicht besuchen) Polizisten angegangen zu haben und 30 bis 50 andere zu einem Auflauf und Randale vor der Starnberger Inspektion angestachelt zu haben.

Der Auslöser: Ein Feldafinger, damals 15 Jahre alt, hatte einen Security-Mann nach Drogen gefragt und war einem Platzverweis mehrfach nicht nachgekommen. Deshalb holte der Sicherheitsbeauftragte die Polizisten, die den Jugendlichen daraufhin fesselten und zur Inspektion mitnahmen. Ein Vorgang, der lange dauerte, weil der Jugendliche kräftig Widerstand leistete. Die Konsequenz seines Handelns: Acht Monate Jugendstrafe (also Freiheitsstrafe) auf Bewährung wegen tätlichen Angriffs und Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte. Dazu kamen weitere Vergehen, die ins Urteil mit einbezogen wurden. Der Feldafinger muss außerdem drei Wochen in Dauerarrest und sechs Monate auf Alkohol- und Drogenkonsum verzichten. Die Bewährungszeit: drei Jahre. Sie gilt auch für einen 16-Jährigen aus Herrsching. Er bekam ein Jahr Jugendstrafe auf Bewährung und wurde wie die anderen (außer der Feldafinger) auch wegen Landesfriedensbruchs verurteilt. Ein 20-Jähriger aus Berg muss eine Woche in Arrest, 600 Euro an die Brücke Starnberg zahlen und ein soziales Kompetenztraining absolvieren, das auch den weiteren Verurteilten bevorsteht – einem 17-jährigen Pöckinger und einer 17-Jährigen aus Seefeld, die beide zudem 54 Sozialstunden ableisten müssen. Bis auf die Seefelderin waren alle bereits mindestens einmal vorbestraft.

Mit den Ausschreitungen beschäftigte sich nun das Amtsgericht. In drei Sitzungstagen. Die Verhandlungen dauerten insgesamt mehr als 20 Stunden.

Richter Ralf Jehle sah nicht nur die aggressive Gegenwehr des Feldafingers als erwiesen an, sondern auch das von der Staatsanwaltschaft angeklagte Vorgehen der anderen: „Ihre Ziele haben sie mit ‘Lasst ihn frei’ und ‘Scheiß Polizei’ lautstark geäußert. Die Gruppe war nicht nur Kulisse“, sagte er zur Begründung.

Vor dem Urteil war die Nacht umfassend aufgearbeitet worden, noch länger als schon am Donnerstag und Freitag vergangene Woche. Eine Rechtsmedizinerin erläuterte ausführlich, dass die Jugendlichen „alkoholbedingt enthemmt“ (1,1 bis 2,0 Promille) aber nicht erheblich beeinträchtigt waren. Richter Jehle zitierte aus einem Chat namens „Sturm auf die Bastille“, den die Beschuldigten am Tag nach den Vorfällen eingerichtet hatten. Darin diskutierten sie über ihrer Ansicht nach unberechtigten Medien-Schlagzeilen („Schnösel-Mob“) und die möglichen Konsequenzen der Nacht. Die angeklagte Seefelderin witzelte im Chat: „Ich sag Ausland, abtauchen“. Außerdem wurden im Gerichtssaal die Handyvideos noch mal in Zeitlupe gezeigt – und ein Beitrag über die Nacht in der BR-Sendung Quer.

Die Starnberger Polizeiinspektion. Dort spielten sich die Ereignisse ab.

Alle Beschuldigten zeigten sich am Donnerstag einsichtig und reumütig. Der Berger und der Pöckinger, die die Aussage zuletzt noch verweigert hatten, legten Teilgeständnisse ab. Ersterer räumte ein, sich „ordentlich daneben benommen“ und „viele dumme Sachen geschrien“ zu haben. Ihm hatte ein Polizist während der Ingewahrsamnahme des Feldafingers das Handy weggenommen, weil er das Geschehen aus nächster Nähe gefilmt hatte. Der Berger betonte, dass er nun eine tolle Ausbildung begonnen habe: „Mein Leben läuft jetzt.“ Der Pöckinger schilderte, dass er aus einem Impuls heraus gehandelt habe und seinem am Boden liegenden Freund helfen wollte. Deshalb sei er auf die Polizisten zugegangen. „Eine dumme Aktion“, wie er im Nachhinein zugab. Aber er rechtfertigte sich auch: „Ich habe den Tumult gar nicht wahrgenommen.“ In ihren Schlussworten entschuldigten sich alle fünf für die Ausraster. Der Feldafinger sagte etwa: „Ich habe daraus gelernt, die Polizei als Autorität zu akzeptieren und zu respektieren.“

Die Staatsanwältin hatte für alle Angeklagten Freiheitsstrafen auf Bewährung gefordert –ein Jahr für den Feldafinger, ein Jahr und drei Monate für den Herrschinger und jeweils zehn Monate für die anderen. Sie sprach von „besonnenen, völlig wehrlosen und unterlegenen“ Polizisten, die sich einer „wütenden Masse ohne Hemmungen“ gegenübersahen. Sie habe bei den Beamten auf den Videos keine übertriebene Gewalt erkennen können. Den Jugendlichen warf sie vor, noch viel Schlimmeres in Kauf genommen zu haben. Dabei bezog sie sich auf einen Tritt, mit dem der Herrschinger versucht haben soll, einen der beiden Polizisten zu treffen. Es war einer von mehreren Vorfällen, die das Gericht mit verwackelten Smartphone-Videos zu klären versuchte.

Es folgten die Plädoyers der fünf Verteidiger, die allesamt für erzieherische Maßnahmen und gegen Freiheitsstrafen argumentierten. Winfried Folda, Anwalt des Pöckingers, nahm Bezug auf die Gruppendynamik: „Ohne die Gruppe hätte das niemand getan.“ Folda zog in Zweifel, dass die Polizisten bei der Festnahme verhältnismäßig gehandelt hatten. Der Vertreter des Feldafingers, Georg Heilmeier, nannte die Geschehnisse „einen Selbstläufer“ und eine „Spirale, die nicht mehr steuerbar war“.

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