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Krieg in der Ukraine - „Ich hocke im Keller und habe Todesangst“

Bams

Es ist ein Krieg, der völlig in Vergessenheit geraten ist: In der Ostukraine wüten fast täglich heftige Kämpfe zwischen der ukrainischen Armee und Separatisten, die von Russland unterstützt werden. Allein im Juni gab es 60 Tote und Verletzte. Bild am Sonntag war vor Ort.

Wenn der Beschuss wieder losgeht, meist mitten in der Nacht, kniet Ludmilla (70) zwischen den stabilsten Wänden, die ihr Keller hat. „Ich hocke dann hier und bete“, sagte sie, „Auch wenn ich das seit fast sechs Jahren erlebe: Ich habe jedes Mal wieder Todesangst.“

Ludmilla lebt in der Ostukraine in Avdeevka, nur wenige Hundert Meter von einer ukrainischen Frontstellung entfernt. Greifen Separatisten die ukrainische Armee an, ist auch immer ihr Leben in Gefahr, mehrfach wurde ihr Haus bereits direkt getroffen. „Ich habe immer Angst, dass die Decke einstürzt.“

Rentnerin Ludmilla (70) schläft jede Nacht im Keller, dann ist der Beschuss besonders heftig. Sie sagt: „Ich habe immer Angst, dass die Decke einstürzen könnte.“
Rentnerin Ludmilla (70) schläft jede Nacht im Keller, dann ist der Beschuss besonders heftig. Sie sagt: „Ich habe immer Angst, dass die Decke einstürzen könnte.“Foto: Mariia Savoskula


Ludmilla benutzt seit sechs Jahren ihren Keller als Wohnung, hat sich hier eine Küche und einen Kamin gebaut. „Alles andere ist zu gefährlich.“ Ihr Haus verlassen will sie nicht, hat im Monat umgerechnet 40 Euro zur Verfügung, ihr Mann ist vor drei Jahren an einem Herzinfarkt gestorben. „Wo soll ich denn hin?“, fragt sie.

Von Ludmillas Haus sind es 500 Meter bis zur Front. Um dort hinzugelangen, muss man durch zerstörte Häuser, Schützengräben, immer in der Gefahr, auf der anderen Seite von Scharfschützen gesehen zu werden. Juri, Kommandeur der ukrainischen Soldaten an der Frontstellung: „Die Separatisten sind hier nur 50 Meter entfernt, der Kopf muss unten bleiben!“

An der Frontstellung zeigt sich, wie gefährlich die Situation jederzeit werden kann. Als Juri uns ein Maschinengewehr zeigt, das schon im Zweiten Weltkrieg benutzt wurde, gerät die Stellung plötzlich unter Beschuss, Granaten explodieren. Für die Soldaten nichts Außergewöhnliches. „Es kann jederzeit losgehen“, sagt Juri.

An der Front, nur wenige Hundert Meter von Ludmillas Haus entfernt: Soldat Ivan beobachtet die Position der Separatisten
An der Front, nur wenige Hundert Meter von Ludmillas Haus entfernt: Soldat Ivan beobachtet die Position der SeparatistenFoto: Mariia Savoskula

Die Separatisten nutzen Drohnen, um die Stellungen der ukrainischen Armee zu orten. „Häufig setzen sie Artillerie ein, es sind schwere Waffen, die sie aus Russland bekommen haben.“ Die Soldaten verbringen an der Stellung mehrere Monate am Stück, zu Hause warten die Familien in großer Sorge.

Juri: „Ich habe Frau und Kind, natürlich machen die sich große Sorgen. Aber was sollen wir tun? Wir müssen hier unser Land verteidigen.“

Krieg in der Ukraine: „Ich hocke im Keller und habe Todesangst“

Und wie kann dieser Krieg, der schon so viel Leid gebracht hat, bei dem laut UNO schon über 13.000 Menschen gestorben sind, beendet werden? Für Kommandeur Juri gibt es nur einen, der für Frieden sorgen kann:

„Russlands Präsident Putin entscheidet, ob die Separatisten weiterhin Krieg führen, niemand anderes. Wir alle hoffen, dass es endlich bald Frieden geben wird, aber leider deutet momentan nichts darauf hin.“

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