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Kundgebung in Moringen: Glocken vertreiben Rechtsextreme

Kundgebung vor der Liebfrauenkirche in Moringen: Dort protestierten rund 350 Bürger gegen eine zeitgleich stattfindende Demonstration von Rechtsextremen.

Bunt, offen und entschlossen: Rund 350 Menschen haben mit einer Kundgebung in Moringen ein Zeichen gegen Rechtsextremismus und Antisemitismus gesetzt.

Sie waren einem Aufruf unter anderem der KZ-Gedenkstätte Moringen und der Beratungsstelle Radikalisierungsprävention und Demokratieförderung „Demokratie leben!“ in Northeim gefolgt.

Ausgelöst wurde die Kundgebung durch eine Demonstration von sieben Rechtsextremisten, zu deren Rednern der Fredelsloher Tobias Haupt gehörte.

Sie hatten im Internet zu einer Demonstration in Moringen mit den Sätzen „Schluss mit Hexenjagd und Pressehetze! Wir sehen uns auf der Straße“ aufgerufen. Der Landkreis Northeim hatte die Demonstration vor der Amtsfreiheit genehmigt. Vertrieben wurden sie vom rund 25-minütigen Geläut der Glocken der Liebfrauenkirche, gegen die sie mit ihrer Lautsprecheranlage nicht ankamen.

Eklat in KZ-Gedenkstätte ging der demonstration voraus

Der Demonstration vorausgegangen war ein Vorfall bei einer Führung im November in der KZ-Gedenkstätte. Dabei hatten Rechtsextreme versucht, die Geschehnisse infrage zu stellen und zu verharmlosen. Die Gedenkstätte hatte daraufhin die Führung abgebrochen. Anschließend posierten sie nach Darstellung der Gedenkstätte mit antisemitischen Parolen vor der Gedenkstätte.

Als bekannt wurde, dass die Rechten zu einer Kundgebung aufgerufen hatten, formierte sich ein Bündnis gegen diese Demonstration, das von einer Welle der Moringer Bevölkerung getragen wurde. Ältester Demonstrant war mit seinen 93 Jahren der frühere SPD-Landtagsabgeordnete und Gewerkschafter Otto Graeber, der in Moringen und weit darüber hinaus höchstes Ansehen genießt.

Vom Lokalpolitiker bis zum Schüler: Viele zeigen Flagge bei der Kundgebung

Aber auch viele aktuelle Lokalpolitiker quer durch die Parteien zeigten Flagge, Vertreter des Handwerks, der Landwirtschaft, des öffentlichen Lebens, Arbeiter, Angestellte und Beamte sowie Schüler und Studenten. Auch eine Abordnung aus der Stadt Einbeck, mit Bürgermeisterin Dr. Sabine Michalek (CDU) an der Spitze, unterstützte die Kundgebung.

Moringens Bürgermeisterin Heike Müller-Otte bezeichnete die Aktion der Rechtsextremisten als einen „Angriff auf unsere Werte. Dagegen müssen wir uns wehren“. Der SPD-Unterbezirk Northeim-Einbeck fordert mit Blick auf die Moringer Vorfälle: „Nie wieder dürfen Menschen in Deutschland aufgrund ihrer Religion, ihrer Nationalität, ihrer sexuellen Orientierung oder ihrer demokratischen Einstellung beleidigt, bedroht, gefoltert oder getötet werden. Niemand soll in Deutschland in Angst leben müssen.“

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