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Kundige Lotsin für Familien

Ursula Gänger hat am neuen Stützpunkt Wartenberg Arbeit in schwieriger Zeit aufgenommen

Rund ein Jahr lang gibt es den Familienstützpunkt Wartenberg nun schon. Es war kein einfacher Start in der Pandemie, doch mittlerweile ist vieles eingespielt.

Wartenberg – Probleme in der Schule oder im Homeschooling – dieses Thema beschäftigt Ursula Gänger zurzeit am meisten. Seit gut einem Jahr leitet die Pädagogin den neugegründeten Familienstützpunkt Wartenberg. „Ich bin quasi voll in die Pandemie reingestartet“, sagt sie. Die Arbeit hatte sie sich eigentlich ganz anders vorgestellt.

„Wir wollen Familien zusammenbringen mit Elterncafés, Workshops und anderen Freizeitmöglichkeiten“, erklärt Gänger. „Das war dann natürlich aufgrund der Situation nicht zu verwirklichen.“ Nun setzt sie eben vermehrt auf Beratungsgespräche. Diese finden aktuell häufig telefonisch, manchmal auch per E-Mail statt. Gänger überlegt sich auch weitere Konzepte, die trotz der Corona-Pandemie machbar sind. Dazu steht sie in engem Austausch mit den weiteren Familienstützpunkten des Landkreises in Dorfen, Forstern und Taufkirchen.

„Jetzt veranstalten wir vermehrt Online-Vorträge, und das findet sehr guten Anklang.“ Dabei meint sie nicht ausschließlich die Wartenberger Einrichtung: „Wir kooperieren seit einiger Zeit mit dem Zentrum der Familie in Erding. In Kooperation mit dem Familienstützpunkt Taufkirchen haben wir Online-Vorträge zu verschiedenen Entwicklungsabschnitten bei Kleinkindern veranstaltet. Das wurde auch auf Youtube gestreamt, weil das Interesse so groß war.“

Dass Online-Vorträge während der Pandemie so eine große Bedeutung gewonnen haben, begrüßt die verheiratete Mutter einer Tochter. Das sei für die Eltern ein komfortables Format, „das bestimmt auch nach der Pandemie bestehen bleibt, eventuell auch in kleinen Gruppen“, ist sie überzeugt.

Eine Idee dazu entstand in Kooperation mit der Erziehungsberatungsstelle des Landkreises. Um den Familien ein wenig Abwechslung und Unterstützung zukommen zulassen, wurden so genannte Wundertüten verteilt. „Das sind Tüten mit Ideen und Anregungen für die Familie“, sagt Gänger, die in Bockhorn lebt. „In den ersten Wundertüten waren zum Beispiel Kressesamen.“ Das Projekt sei sehr gut angekommen, alle 60 Wundertüten fanden Abnehmer. Deshalb gab es zu Ostern 80 Wundertüten.

Auch für die Zukunft hat Gänger Ideen, die sie gern umsetzen will: „In vielen Familienstützpunkten wird ‚Walk and Talk‘ angeboten. Das Beratungsgespräch kann also draußen, während eines Spaziergangs, stattfinden.“ Dies und die Möglichkeit, sich zur Beratung vor dem Bürgerhaus in Wartenberg zu treffen, sollen das Angebot künftig erweitern und wieder einen persönlichen Kontakt ermöglichen. Auch weitere Freizeitangebote in der Natur hat Gänger auf dem Schirm. „Das können wir hoffentlich bald machen, weil der Sommer kommt und dann das Infektionsgeschehen hoffentlich besser unter Kontrolle ist.“

Bis dahin berät sie Familien hauptsächlich am Telefon: „Das sind oft ganz simple Dinge wie: Wo bekomme ich Kindergeld? Wer sind meine richtigen Ansprechpartner?“ Der Familienstützpunkt verweist auf die entsprechenden Beratungsstellen oder Institutionen. „Wir haben eine Vermittlerposition“, erklärt Gänger. „Wir sind eine Anlaufstelle für die Familien zur Weitervermittlung und auch zur Vermittlung unter den Familien. Wir haben quasi eine Lotsenfunktion im eigenen Ort.“

Wer also in Wartenberg und Umgebung Rat sucht, kann sich an den Familienstützpunkt wenden. Ursula Gänger hat ihre offenen Telefonsprechzeiten dienstags von 10 bis 12 Uhr und donnerstags von 15 bis 17 Uhr unter Tel. (01 51) 23 69 64 76.

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