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Kurz nach Börsenschluss verschickt Airbus eine unangenehme Nachricht

Bislang gelang es Airbus in der schwersten Krise der Flugzeugindustrie besser abzuschneiden als Boeing. Europas Flugzeughersteller stellte 2020 mit weitem Abstand mehr Flugzeuge her und holte mehr Aufträge herein als die US-Konkurrenz. Airbus drosselte zwar das Produktionstempo, aber Konzernchef Guillaume Faury stellte für das zweite Halbjahr wieder einen Ausbau in Aussicht. Doch der Hochlauf fällt „als Reaktion auf das Marktumfeld“ schwächer aus. „Die Produktionsraten werden länger niedrig bleiben“, räumte der Flugzeughersteller ein und verschickte die Botschaft nach Börsenschluss.

Statt die monatliche Produktionsrate der meistverkauften A320-Familie von derzeit 40 auf 47 im Juli zu erhöhen, gibt es nur einen leichten Anstieg. Auf 43 Flieger monatlich im dritten Quartal und 45 im vierten Quartal. Rechnerisch sind das knapp 20 Flugzeuge im zweiten Halbjahr weniger gegenüber der optimistischeren Variante. Zudem teilte Airbus mit, dass sich auch ein möglicher Ausbau der Fertigung beim Großraumflugzeug A350 verschiebt.

Beide Botschaften signalisieren, dass kein großer Optimismus angebracht ist. Unverändert geht Airbus jedoch davon aus, dass der Markt für Verkehrsflugzeuge zwischen 2023 und 2025 wieder das Niveau vor der Corona-Pandemie erreicht. Nunmehr offensichtlich aber eher im Jahr 2025.

Airbus-Chef Faury hatte zuletzt selbst von neuen Unsicherheiten gesprochen, etwa durch das mutierte Corona-Virus und möglichen Einschränkungen im wichtigen asiatischen Markt. Zudem belastet die Airline-Branche als Airbus-Kunden die neuen Reisebeschränkungen für Passagiere. Wie stark der Flugverkehr eingebrochen ist, zeigt sich an wenigen Zahlen. So lag am 20. Januar die Zahl der Flüge in Europa mit gut 9.100 bei gerade einmal 36 Prozent des Vorjahres. Es gebe große Unsicherheit, welche Flüge möglich sind, wie schnell es Impfungen gebe und wie der Quarantäne-Regelungen aussehen, hieß es auch einer Videokonferenz der europäischen Flugsicherheitsorganisation Eurocontrol.

Lufthansa-Chef will kein Katastrophenszenario sehen

Auf der Veranstaltung zeichnete Lufthansa-Chef Carsten Spohr dennoch kein Katastrophenszenario. Er sei von der Erholung des Marktes in 2021 überzeugt. Zwar seien im ersten Quartal wohl weniger als 20 Prozent der Lufthansa-Kapazitäten im Einsatz. Irgendwann zwischen dem zweiten und dritten Quartal würden sich dann aber die Anti-Corona-Impfungen sowie Erfahrungen mit Tests positiv niederschlagen.

Er gehe daher von einer „deutlichen Erholung im Sommer“ aus. Zudem sei es der Lufthansa gelungen, die Kosten deutlich zu senken. Die Airline werde voraussichtlich nicht den kompletten staatlichen Kreditrahmen von neun Milliarden Euro benötigen. Bisher seien erst drei Milliarden Euro Hilfen in Anspruch genommen worden. Lufthansa hat aber auch die Abnahme neuer Flugzeuge gedrosselt, was sich wiederum vor allem bei Airbus niederschlägt.

Die nunmehr wieder gedämpften Aussichten bei Airbus sind auch mit Blick auf die Gesamtbranche bemerkenswert. So galt das zuletzt stark gedrosselte Produktionsniveau bereits als eine Art Hilfsprogramm für die Zulieferindustrie. Branchenvertreter aus dem deutschen Mittelstand äußerten sich kürzlich regelrecht dankbar gegenüber Airbus, dass der Flugzeughersteller nicht die Produktion vorübergehend komplett stoppte und es zu keinem Bruch in der Logistik kam. Zudem hätten staatliche Hilfsprogramme, wie das Kurzarbeitergeld, geholfen. Noch vor zwei Tagen äußerten sich Zulieferer zufrieden, wenn es ab Juli wieder mit aufwärts geht - eine Hoffnung, die jetzt etwas schwächer ausfallen dürfte.

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