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Langjähriger AfD-Sprecher macht vor versteckter Kamera heftige Aussage - Partei reagiert

In einer investigativen Dokumentation auf ProSieben soll sich Christian Lüth, der frühere Sprecher der AfD-Fraktion menschenverachtend zu Migranten geäußert haben.

München - Am Montagabend, den 28. September, hat ProSieben die Dokumentation „ProSieben Spezial: Rechts. Deutsch. Radikal.“ ausgestrahlt. In einem vermeintlich vertraulichen Gespräch soll Christian Lüth, der frühere Sprecher der Bundestagsfraktion der Alternative für Deutschland (AfD), menschenverachtende Äußerungen zu Migranten getätigt haben. In einer Fraktionssitzung am Montag hat AfD-Fraktionschef Alexander Gauland die fristlose Kündigung des ehemaligen Presseprechers verkündet.

Dokumentation: „Vertrauliches“ Treffen zwischen AfD-Sprecher Lüth und rechter YouTuberin

Die investigative Dokumentation „ProSieben Spezial: Rechts. Deutsch. Radikal.“ zeigt den Journalisten Thilo Mischke, der in den vergangenen 18 Monaten innerhalb rechter Netzwerke recherchiert und dabei Anhänger verschiedener rechter und rechtsextremer Gruppierungen getroffen hat. Ebenfalls ausgestrahlt wird ein Treffen vom 23. Februar zwischen Christian Lüth, dem damaligen Sprecher der AfD-Fraktion, und der rechtslastigen YouTuberin Lisa Licentia in Berlin. Ein Journalistenteam des Senders ProSieben war mit verdeckten Kameras bei dem Gespräch dabei.

Dokumentation: Christian Lüth seit Gründung der AfD in gehobener Position für Partei tätig

In dem Film wird Lüth aus rechtlichen Gründen nur als „hoher AfD-Funktionär“ bezeichnet und nicht namentlich genannt, wie die Zeit berichtet. Allerdings konnte die Zeit eigenen Angaben zufolge Lüth mithilfe eines Datenleaks und mehrerer Informanten eindeutig identifizieren. Wegen seiner herausragender Stellung in der Partei zum Zeitpunkt des Treffens und wegen des damit einhergehenden besonderen öffentlichen Interesses, habe man sich entschieden, seinen Namen öffentlich zu machen.

Lüth war seit Gründung der AfD in gehobener Position für die Partei tätig. Zunächst agierte er als Parteisprecher, später war er Sprecher der Bundestagsfraktion. Er gilt als enger Vertrauter des Ehrenparteivorsitzenden Alexander Gauland. Im April wurde er freigestellt, nachdem Vorwürfe laut geworden waren, er habe sich in einem Gespräch selbst als „Faschist“ bezeichnet.

ProSieben nimmt Treffen zwischen Lüth und Licentia mit verdeckten Kameras auf

Die Verabredung zwischen der YouTuberin Licentia und Lüth, die zwei Monate vor seiner Freistellung stattfand, sei zustande gekommen, nachdem der AfD-Politiker die rechte Influencerin zunächst mehrfach auf Twitter angeschrieben habe. Dem ehemaligen AfD-Sprecher sei nicht bekannt gewesen, dass Licentia aus der rechten Szene aussteigen wollte und deswegen mit dem ProSieben-Team um Reporter Thilo Mischke in Kontakt stand. Die Journalisten entschieden sich, das Treffen mit verdeckten Kameras zu filmen, um dokumentieren zu können, was Lüth wirklich denkt und was er sagt, wenn er sich unter Gleichgesinnten wähnt.

Dokumentation: Lüth mit menschenverachtenden Äußerungen über Migranten

Die Aussagen des AfD-Funktionärs seien nach Angaben von ProSieben aus einem Gedächtnisprotokoll nachgesprochen. Ein Sprecher des Senders erklärte gegenüber dem Spiegel, dass es mehrere Ohrenzeugen des Gesprächs gebe. Diese hätten die Inhalte des Gesprächs an Eides statt versichert. Lüth soll bei dem Treffen unter anderem gesagt haben: „Die AfD ist wichtig; und das ist halt schizophren, das haben wir mit Gauland lange besprochen: je schlechter es Deutschland geht, desto besser für die AfD.“ Auf den Zuzug von Migranten angesprochen wird dem AfD-Funktionär außerdem folgender Satz zugeschrieben: „Wir können die nachher immer noch alle erschießen, das ist überhaupt kein Thema, oder vergasen, oder wie du willst, mir egal.“

Nach Berichten über Äußerungen: AfD-Fraktion entlässt Lüth fristlos

Nach den Berichten über die menschenverachtenden Äußerungen über Migranten hat die AfD-Fraktion ihren langjährigen Pressesprecher Lüth fristlos entlassen. Der Fraktionsvorstand habe diese Entscheidung einstimmig gefällt. Der AfD-Fraktionsvorsitzende Gauland äußerte sich zu den Aussagen des ehemaligen Funktionärs gegenüber der dpa: „Die Herrn Lüth zugeschriebenen Äußerungen sind völlig inakzeptabel und in keiner Weise mit den Zielen und der Politik der AfD und der AfD-Fraktion im Deutschen Bundestag vereinbar.“ Die Behauptung, er habe mit Lüth „über diese Themen auch nur gesprochen beziehungsweise ich hätte die Herrn Lüth zugeschriebenen Äußerungen ihm gegenüber sogar gebilligt, ist völlig absurd und frei erfunden“, stellte er klar.

Auf dem offiziellen Twitter-Account der AfD erklärt die Partei: „Christian Lüth ist kein Mitglied der AfD mehr und spricht seit Januar 2018 auch nicht mehr für die Partei. Die verschiedentlich in der Berichterstattung aufgetauchte Bezeichnung ‚AfD-Parteifunktionär‘ ist daher nicht zutreffend. Seine derzeit thematisierten Äußerungen, die er im Februar 2020 tätigte und die im direkten Gegensatz zu den freiheitlich-demokratischen Grundsätzen unserer Partei stehen, können der AfD deshalb auf keinen Fall zugerechnet werden.“

Die AfD-Fraktion im hessischen Landtag erklärte: „Rassistische, antisemitische Äußerungen sowie Gewaltfantasien haben in der AfD keinen Platz. Wir sind sehr froh, dass der Vorstand der Bundestagsfraktion schnell gehandelt und Christian Lüth mit sofortiger Wirkung entlassen hat.“ (ph) *Merkur.de ist Teil des Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerks

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