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Lehrer aus Leidenschaft: André Lede: Man muss es einfach wagen

Aschersleben -

André Lede ist längst angekommen: an seiner neuen Arbeitsstelle, im Kollegium, in einem für ihn ganz frischen Amt. Seit September leitet der 38-jährige Sonderschulpädagoge das Förderschulzentrum „Pestalozzi“ in Aschersleben. Die Stelle war eine von zwei ausgeschriebenen, „und bei der Bewerbung in Aschersleben hatte ich von Anfang an ein gutes Bauchgefühl.“

Der Lehrer, der mit seiner Familie in Magdeburg lebt, findet die Stadt attraktiv und gleich von Beginn an habe er einen guten Eindruck vom Kollegium gewonnen. Das Gefühl habe sich als richtig erwiesen, „ich fahre sehr gern zur Arbeit,“ sagt er. Die Crux: „In die Tätigkeit als Schulleiter kann man vorher nicht reinriechen. Man muss es einfach wagen“, sagt er.

Zur Sonderschulpädagogik über ein Praktikum gekommen

Allerdings fühlte er sich gut gerüstet, weil er seit Jahren Fortbildungen unter anderem auf dem Gebiet der Führungskräfteentwicklung absolviert hatte. Dass er Lehrer werden wollte, stand für André Lede schon früh fest. Zur Sonderschulpädagogik kam er über ein Praktikum nach dem Abitur.

„Ich habe dabei gesehen, dass ich an einer Förderschule noch mehr sozial arbeiten kann. Jedenfalls mehr als an einem Gymnasium vielleicht“, erinnert er sich an seine Beweggründe.

Und so studierte er Sonderpädagogik in Leipzig, arbeitete als Mathe- und Sportlehrer. „Ich bin jedenfalls durchweg Pädagoge und kann mir nichts anderes vorstellen“, sagt er mit leuchtenden Augen.

Schule kann nur gemeinsam mit den Kollegen entwickelt werden

Um die Stelle als Schulleiter habe er sich beworben, weil er sich davon eine gute Mischung verspricht „aus Management und der Möglichkeit, am Schüler zu bleiben.“ Dabei weiß er, dass man „eine Schule nur gemeinsam mit den Kollegen entwickeln“ kann.

Traditionelles wie das Berufswahlsiegel, das Sport- und Ernährungsprojekt „Fit 4 future“, das Floorballturnier oder die Weihnachtsgala will er erhalten und pflegen, aber auch neue Impulse setzen.

Fingerspitzengefühl und Unterstützung gefragt

So möchte er beispielsweise bei der Digitalisierung vorankommen, bewährten Methoden neue Bausteine im Unterricht hinzufügen. Dies brauche eine Basisausstattung und deshalb hat er sich vorgeneommen, mit dem Landkreis ins Gespräch zu kommen.

Wichtig ist ihm, jeden Lehrer aus seinem Kollegium mit ins Boot zu holen. „Aber das muss sich entwickeln, da sind Fingerspitzengefühl und gegenseitige Unterstützung gefragt“, nimmt er sich selbst in die Pflicht. Die landesweit leidenschaftlich geführte Diskussion um Inklusion und den Bestand der Förderschulen sieht André Lede gelassen.

Der Fokus müsse immer sein: Wo kann das Kind am besten gefördert werden? Dies könne eine Grundschule sein, eine Einrichtung mit gemeinsamem Unterricht oder eben die spezielle Förderschule.

In seiner Freizeit ist der sportliche Magdeburger viel mit Freunden und mit seiner Familie unterwegs - gern in der Natur. Neben seiner Frau gehören die Kinder Greta und Theo zur Familie, sieben und fünf Jahre alt. Wasser bezeichnet er als sein Element, deshalb engagiert er sich als Rettungsschwimmer in einem Verein. (mz)