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Leitindizes mit Minus: Corona-Sorgen lasten auf Wall Street

Der Wochentrend zeigt an der Wall Street weiter nach unten. Die drei großen Leitindizes verzeichnen allesamt Einbußen. Während Anleger auf Netflix hoffen, setzt eine mögliche Zigarettenreform den Tabakriesen zu.

Aus Sorge vor Verzögerungen bei der Erholung der Konjunktur von den Folgen der Coronavirus-Pandemie machen US-Anleger Kasse. "Die steigenden Corona-Fallzahlen rund um die Welt sind ein Risiko", sagte Portfoliomanager Paul Nolte vom Vermögensverwalter Kingsview. Der Dow Jones Industrial weitete im Handelsverlauf seine zunächst moderaten Verluste aus und büßte letztlich 0,75 Prozent auf 33.821,30 Punkte ein. Am Freitag noch hatte der US-Leitindex bei 34.256 Punkten ein Rekordhoch erreicht. Der marktbreite S&P 500 sank um 0,68 Prozent auf 4134,94 Zähler. Der technologielastige Nasdaq 100, dem zeitweise der Dreh ins Plus gelungen war, gab letztlich um 0,71 Prozent auf 13.809,30 Zähler nach.

Kopfzerbrechen bereitete Investoren vor allem die Ausbreitung der Pandemie in Indien, sagte Bob Yawger, leitender Rohstoffhändler bei der Investmentbank Mizhuo. Drohende neue Restriktionen könnten die Rohöl-Nachfrage in dem wichtigen Abnehmerland dämpfen. Der Preis für die US-Sorte WTI fiel daraufhin um 1,6 Prozent auf 62,43 Dollar je Barrel (159 Liter). Aus den Depots flogen außerdem Touristikwerte, nachdem das US-Außenministerium eine Ausweitung der Reisewarnung auf 80 Prozent der Länder weltweit angekündigt hatte. Die Aktien der Fluggesellschaften American Airlines, Delta und United sowie der Kreuzfahrt-Anbieter Carnival, Royal Caribbean und Norwegian fielen um bis zu fünf Prozent.

Unabhängig davon rückten die Tabak-Konzerne ins Rampenlicht. Einem Bericht des "Wall Street Journal" zufolge denkt die US-Regierung über eine Reduzierung des Nikotingehalts in Zigaretten und ein Verbot von Menthol-Zigaretten nach. Dies brockte Altria einen Kursverlust von fast vier Prozent ein. Die Papiere des Tabak-Konzerns hatten am Montag bereits mit einem Minus von gut sechs Prozent auf den Zeitungsbericht reagiert.

Netflix
Netflix 457,00

Das Unternehmen wäre von diesen Beschränkungen am stärksten betroffen, weil es mehr als 85 Prozent seiner Umsätze und Betriebsgewinne mit Rauchwaren mache, rechnete Analystin Vivien Azer vom Vermögensverwalter Cowen vor. Philip Morris International sei dagegen davon unberührt, da das Unternehmen keine Zigaretten in den USA verkaufe. Unabhängig davon legte der "Marlboro"-Macher Quartalsergebnisse vor. Das Unternehmen habe dank eines starken Geschäfts mit den Nikotinverdampfern der Marke Iqos sehr starke Zahlen vorgelegt, lobte Analyst Owen Bennett von der Investmentbank Jefferies. Die Aktien von Philip Morris stiegen um 2,5 Prozent.

Mit einem Kursplus von fast vier Prozent gehörte auch IBM zu den Favoriten. Der IT-Konzern hatte ein Quartalsergebnis über Markterwartungen vorgelegt. Das Geschäft werde im zweiten Halbjahr 2021 und im kommenden Jahr weiter Fahrt aufnehmen, prognostizierten die Experten der Bank Credit Suisse. Sie blicken zudem optimistisch auf die geplante Aufspaltung des Konzerns, die ihrer Einschätzung zufolge die Aussicht auf nachhaltiges Umsatzwachstum verbessere. Daneben warteten Börsianer gespannt auf die Zahlen von Netflix, die sie als richtungsweisend für die laufende Bilanzsaison werteten.

Allgemein werde bei der Online-Videothek mit einem Kundenzuwachs von netto sechs Millionen gerechnet, sagte Neil Wilson, Chef-Analyst des Brokerhauses Markets.com. Es sei aber wichtig, dass Netflix weiter erfolgreiche Filme und Serien produziere, um seine Stellung als Branchenprimus halten zu können. Die Aktie der Firma notierte ein Prozent im Minus. Gleichzeitig stiegen die Papiere von Kansas City Southern um bis zu 15,3 Prozent. Canadian National Railway will 325 Dollar oder insgesamt rund 30 Milliarden Dollar für den Bahn-Betreiber auf den Tisch legen und den Rivalen Canadian Pacific ausstechen, der vergangenen Monat 25 Milliarden Dollar geboten hatte.

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