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Leserforum: Wie lernen Kinder Rechtschreibung am besten?

Doch nicht veraltet? Studie gibt der klassischen Fibelmethode Aufwind - vor 21 Minuten

Ein Mädchen übt in ihrem Schreibheft die deutsche Rechtschreibung. © Jens Kalaene/dpa


Grundschüler lernen Rechtschreibung am besten nach der klassischen Fibelmethode. Zu diesem Ergebnis kommt eine Bonner Studie, bei der die Lernerfolge von gut 3000 Grundschulkindern in Nordrhein-Westfalen analysiert wurden. Andere Ansätze wie "Lesen durch Schreiben" und "Rechtschreibwerkstatt" schnitten weitaus schlechter ab.

Bei der Fibelmethode werden Buchstaben und Wörter schrittweise und nach festen Vorgaben eingeführt. Danach lernende Kinder hatten mit Abstand die besten Rechtschreibkenntnisse, erklärt Una Röhr-Sendlmeier vom Institut für Entwicklungspsychologie und Pädagogische Psychologie.

"Lesen durch Schreiben"

Blick zurück: Das lange gängige Fibellernen war mancherorts vor allem vom "Lesen durch Schreiben" nahezu verdrängt worden, bis sich daran immer mehr Kritik entzündete, wie Bildungsforscherin Nele McElvany von der Universität Dortmund erläutert. "Tatsächlich ist problematisch, dass es praktisch keine empirischen Studien gibt, was die Wirksamkeit dieser Methode angeht." Die Idee: Schüler sollen möglichst viel frei schreiben und das Lesen darüber mitlernen. Korrekturen falsch geschriebener Wörter sind dabei unerwünscht, weil das die Kinder angeblich demotiviere.

Dabei könne man Schüler sehr wohl Regeln und Prinzipien einüben lassen und sie zugleich mit positivem Feedback ermutigen, erklärt McElvany. Das Fibellernen sei regelgeleitet, baue strukturiert aufeinander auf und setze auf Übungsphasen. Das Ergebnis der Psychologen mit der Topnote für den Fibelansatz hält sie für "nicht unplausibel".

Nachweislich mehr Fehler

Das "Lesen durch Schreiben" und die "Rechtschreibwerkstatt" führten nachweislich zu vielen Fehlern, sagt der beteiligte Experte Tobias Kuhl. Ein fest vorgegebener Ablauf vom Einfachen zum Komplexen habe sich als klar überlegen erwiesen. Die mehr als 3000 Kinder wurden zunächst nach ihrer Einschulung auf ihre Vorkenntnisse getestet. Danach seien fünfmal jeweils halbjährlich Diktate ausgewertet worden – stets waren Fibelkinder die leistungsstärksten. Schüler, die mit "Lesen durch Schreiben" unterrichtet wurden, machten am Ende der vierten Klasse im Schnitt 55 Prozent mehr Rechtschreibfehler, "Werkstatt"-Schüler sogar 105 Prozent mehr als Fibelkinder.

Angesichts der teils dramatisch schwachen Kompetenzen sei eine Methodendebatte wichtig, mahnen die Forscher. Orthografie sei Fleißarbeit und müsse in den ersten Schuljahren geübt werden. "Es ist wie auch das Lesen eine Kernkompetenz, die Grundschüler lernen müssen. Dafür brauchen sie in den Schulen und zu Hause den zeitlichen Raum." Gemäß der Grundschul-Lese-Untersuchung IGLU 2017 kann jeder fünfte Zehnjährige in Deutschland nicht so lesen, dass er den Text auch versteht. Und der bei Viertklässlern erhobene IQB-Bildungstrend 2016 ergab, dass nur 55 Prozent orthografische Regelstandards erreichen oder übertreffen.

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Yuriko Wahl-Immel/dpa

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