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Germany

Lieferengpässe wegen Coronavirus - Jetzt werden bei uns die Medikamente knapp

Berlin – Wegen des Coronavirus könnte es zu neuen Lieferschwierigkeiten bei Medikamenten kommen, fürchtet Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (39, CDU).

Wegen eines Produktionsstopps in China drohen Wirkstoffe in Europa knapp zu werden.
Ein neues Gesetz, das jetzt vom Bundestag verabschiedet wurde, soll in solchen Fällen für eine bessere Versorgung mit Arzneimitteln sorgen. In Zukunft dürfen Apotheker auch ein teureres Ersatz-Produkt mit gleichem Wirkstoff herausgeben, wenn das preisgünstige Präparat nicht verfügbar ist – und das ohne Aufpreis.

Der Apothekerverband ABDA warnt immer wieder vor Lieferengpässen bei gängiger Medizin wie Schilddrüsenarzneien, Medikamenten gegen Gicht oder Ibuprofen-Schmerzmitteln.

Lieferprobleme gibt es beispielsweise, weil Wirkstoffe oft besonders günstig in Ländern wie China und Indien produziert werden.

Kommt es dort zu Problemen oder Ausfällen wie jetzt durch das Corona-Virus, sind auch europäische Hersteller betroffen, die Wirkstoffe weiterverarbeiten.

2018 waren in der Classic Apotheke von Stefan Fink (56) rund 50 Medikamente nicht beziehbar. Derzeit sind es 173, so der Vorsitzende des Thüringer Apothekerverbands.

Wegen der langjährigen Sparpolitik im Gesundheitssektor sei der Kostendruck auf die Hersteller enorm. Fink: „Kleinere Pharma-Firmen haben längst die Produktion eingestellt, den Markt wenigen Großkonzernen überlassen. Kann dann einer nicht liefern, bricht das System schnell zusammen.“

Wenn Alana Miersch (25) in die Apotheke geht, weiß sie nie, ob sie den Blutdrucksenker erhält, der ihrem Vater verschrieben wurde.

„Ich gehe mit mulmigem Gefühl zur Apotheke. Es kam schon häufig vor, dass ich das Medikament nicht bekommen habe, weil es nicht geliefert wurde“, sagt Miersch. Dann muss auf einen anderen Hersteller ausgewichen werden. „Das geht aber nur, weil mein Vater zum Glück keine Unverträglichkeiten hat“, sagt die Arzthelferin.

Bianca Bottin (37) aus Nanzdietschweiler (Rheinland-Pfalz) nahm täglich ein Antidepressivum mit dem Wirkstoff „Venlafaxin“ – bis die Apotheke keinen Nachschub mehr bekam.

„Über Silvester geriet ich in den kalten Entzug“, sagt die krebskranke Frau. Durchfall, Panikattacken, Weinkrämpfe! Bei Online-Apotheken war das Medikament oft ausverkauft, wenn ihr Rezept dort ankam. Bei einer hatte sie schließlich Glück: „Es dauerte etwa drei Tage, bis das Venlafaxin wieder wirkte. Seither geht es mir besser.“

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