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Mangkhut, Florence und die hohen Kosten

Der Taifun Mangkhut zieht über dem Süden Chinas seine zerstörerische Spur, während der Hurrikan Florence über Carolina fegt. Beide haben nicht nur schon rund hundert Opfer gefordert. Beide werden auch Schäden in Milliardenhöhe hinterlassen. Die Vereinten Nationen warnen vor den rasch steigenden Kosten solcher Katastrophen, die immer wieder mit dem Klimawandel in Verbindung gebracht werden.

Christoph Hein

Christoph Hein

Wirtschaftskorrespondent für Südasien/Pazifik mit Sitz in Singapur.

„Die Zahl der Katastrophen hat sich in den vergangenen 30 Jahren verdoppelt“, sagte Mami Mizutori auf dem Weltwirtschaftsforum (WEF) zu Südostasien in Hanoi. Die Sonderrepräsentantin des Generalsekretärs der Vereinten Nationen leitet deren Büro für die Risikominimierung von Katastrophen (UNISDR) in Genf. Sie redet nicht um den heißen Brei herum. „Katastrophen treiben schon heute mehr Menschen auf die Flucht als Konflikte.“

Klimaschocks drohen

Es geht um dramatische Zahlen. Die Weltbank ermittelte, dass extreme Naturkatastrophen jährlich zu 520 Milliarden Dollar weniger Verbrauch führen. Im Durchschnitt werden in der Folge 26 Millionen Menschen im Jahr zurück unter die Armutsgrenze getrieben. „Ernste Klimaschocks drohen, Jahrzehnte des Abbaus von Armut zurückzudrehen. Stürme, Fluten und Dürren haben ernste Folgen für die Menschen und die Wirtschaft, wobei die Armen oft den höchsten Preis dafür zahlen“, sagt Jim Yong Kim, der Präsident der Weltbank.

Manager gaben in einer breit angelegten Umfrage an, die Vorbereitung auf Naturkatastrophen genieße ihre höchste Priorität. Sie betrachten diese Risiken als die zweithöchsten für ihr Geschäft; noch vor Angriffen auf die Daten aus dem Internet. Das ist kein Wunder: Denn es muss nicht immer ein zerstörerischer Wirbelsturm sein – schon eine Überflutung, wie alljährlich während des Monsun in Indien oder in Bangkok, kann ganze Lieferketten aushebeln und für Millionen Dollar Verluste sorgen. Nach dem Tsunami im Osten Japans 2011 sank die Automobilfertigung in Japan selber um 48 Prozent, in Thailand um 20 Prozent, in den Philippinen um 18 Prozent und in Malaysia um 8 Prozent – weil die Zulieferer lahm gelegt waren.

Umdenken setzt ein

„Katastrophen treffen die Gewinn- und Verlustrechnung und unterminieren langfristig die Wettbewerbsfähigkeit und die Nachhaltigkeit – viele kleine und mittlere Unternehmen haben nicht einmal Pläne, wie sie unter solchen Bedingungen ihre Geschäfte fortsetzen sollen“, warnt Mizutori. „70 Prozent aller Manager betrachten die Risiken für ihre Lieferkette nicht tief genug.“ Allerdings setzt, auch aufgrund steigender Kosten, ein Umdenken ein: „17 Prozent der Investmentfonds verlangen bei ihren Investitionen heute schon eine Risikoprüfung mit Blick auf Katastrophen. Blackrock beispielsweise verlangt grundsätzlich eine Prüfung des Risikos unter dem Klimawandel“, sagte die UNISDR-Chefin. Auch Moody’s Investor Services bezieht die Folgen des Klimawandels in die Erhebung ihrer Kreditrisiken mit ein.

Im vergangenen Jahr, so heißt es beim WEF, hätten sich die wirtschaftlichen Verluste durch Katastrophen auf 337 Milliarden Dollar summiert. Davon waren allerdings nur Werte in Höhe von 144 Milliarden Dollar versichert. „Insgesamt dürfte die Rate der nicht berichteten Schäden bei bis zu 60 Prozent liegen.“ Vorbereitung – auch auf staatlicher Ebene – ist entscheidend: „Jeder einzelne Dollar, der in die Vorbereitung auf einen Hurrikan investiert ist, erspart 105 Dollar“, erklärte Mizutori.

So wie bei Mangkhut, der über das außergewöhnlich gut vorbereitete Hongkong zog, sind besonders Hafenstädte bedroht. Dies trifft den Welthandel im Herz, denn rund 80 Prozent des globalen Handelsvolumens werden über See abgewickelt. Zugleich sind Hafenstädte in der Regel extrem dicht besiedelt, weil sich hier Arbeitsplätze finden lassen. Und schließlich verfügen sie über teure Anlagen, die bei Fluten oder Stürmen außer Gefecht gesetzt werden können.

Das WEF listet Bombay (Mumbai), Kanton (Guangzhou), Schanghai, Miami, Ho Chi Minh Stadt, Kalkutta, Greater New York, Osaka-Kobe, Alexandria und New Orleans als die zehn am meisten gefährdeten Hafenstädte der Welt auf.

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