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Massage-Stab von Tchibo gilt jetzt als Waffe - Staatsanwaltschaft äußert sich

Das Bundeskriminalamt befasste sich zuletzt mit einem Massagestab aus dem Hause Tchibo. Kunden, die diesen besitzen, müssen jetzt mit einer Strafe rechnen. Das rät nun die Staatsanwaltschaft.

Ohne Strafe blieb das Verfahren, dass gegen Tchibo wegen des Massagestabes erhoben wurde. Wie die Generalstaatsanwaltschaft Hamburg unserer Redaktion am Dienstag (01.07.2020) mitteilte, wurde das Verfahren gegen Tchibo bereits am 27.05.2020 eingestellt. Grund für die Einstellung des Verfahrens, gegen die Geschäftsleitung von Tchibo, war die Geringfügigkeit des Vergehens. Zur Aufhebung des Verfahrens hatte zudem der umgehende Verkaufsstopp des vom BKA beanstandedeten Massage-Stabes beigetragen.

Der Staatsanwaltschaft Hamburg sind zum jetzigen Zeitpunkt noch keine Straftaten unter Verwendung des Massage-Gerätes von Tchibo bekannt. Da es sich bei dem Massagestab um eine verbotene Waffe handelt und dies zu einer Strafe führen kann, rät die Staatsanwaltschaft dazu den Massagestab fachgerecht zu Entsorgen.

Tchibo-Kunden droht Strafe: Massage-Stab von BKA als verbotene Waffe eingestuft

Kassel / Wiesbaden - Der beliebte Einzelhändler Tchibo hat Ende vergangenen Jahres einen Massagestab angeboten. Dieser war zuletzt auch Thema beim BKA in Wiesbaden. Das Amt stufte den Klopf-Massagestab von Tchibo als verbotene Waffe ein, nun steht sogar schon der Besitz unter Strafe.

Laut Tchibo wurde der Artikel zwischen dem 18. und 27. Dezember 2019 im ganzen Bundesgebiet verkauft. Auf Anraten der Hamburger Polizei hatten sie damals den Verkauf des Produktes gestoppt. Die Polizei Hamburg wies den Tchibo Konzern darauf hin, dass bei falscher Verwendung des Stabes, ein erhöhtes Risiko vorhanden sei.

Tchibo hatte keine Kenntnis zur Einstufung des Massagestabes als Waffe

Auf Nachfrage unserer Redaktion zeigte sich, das das Unternehmen Tchibo bisher noch gar nicht in Kenntnis über die Einstufung ihres Produktes gesetzt wurde. Sie hatten zwar, nach Verkaufsstopp, dem BKA ein Exemplar des Massagestabes zu Untersuchungszwecken zukommen lassen, wären aber nicht über die Einstufung als verbotene Waffe in Kenntnis gesetzt worden. Da in Deutschland verbotene Waffen eine harte Strafe für deren Besitzer nach sich ziehen können, ist dies durchaus problematisch.

Tchibo: Dieser Massage-Stab kann zu einer Strafe führen - BKA stuft ihn als verbotene Waffe ein

Tchibo: Sprecher äußert sich zu Massage-Stab - Von einer etwaigen Strafe wusste er noch nichts

Ein Sprecher von Tchibo gab auf Nachfrage bekannt, dass seit dem Verkaufsstopp des Massagestabes, bereits einige Prüfkriterien bei der Qualitätskontrolle ihrer Produkte angepasst wurden. Die Rückgabe des unter Strafe stehenden Massagestabes ist laut Unternehmenssprecher im Rahmen des allgemeinen Kundenservices möglich.

Die unter Strafe Stellung des Massagestabes von Tchibo wird auch in mehreren Waffen-Foren im Internet diskutiert. Hier stößt die Einstufung des Massagestabes auf starkes Unverständnis bei den Usern.

Der Massagestab von Tchibo, der zu einer Strafe führen kann, weißt folgende Produkt-Merkmale auf:

Produkt Name Klopfmassagestab / Pulsating Massage Rod
Gewicht190 Gramm
Gesamtlänge32 Zentimeter
Aufbau Unten:11 Zentimeter langer Griff mit Handschlaufe
Mitte:18,5 Zentimeter lange Stahlfeder
Oben:Massageball (Stahlkugel mit Kunststoffüberzug) ca. 4,5 Zentimeter lang

Der Massagestab von Tchibo, war eigentlich für die Massage des Rückens gedacht. Hier sollte der Massagestab durch kleinere Schläge Verspannungen lösen und so zum Wohlbefinden beitragen. Bereits in den Warnhinweisen des Massagestabes war ein Verweis darauf zu finden, dass bei unsachgemäßem Gebrauch ein immenses Verletzungspotential bestünde. Hier wurde auf die, auch für die Einstufung des BKAs ausschlaggebende, Federfunktion in Verbindung mit der schweren Stahlkugel hingewiesen. Es fand sich auch der Hinweis, dass der Nutzer oder die Nutzerin mit dem Massagestab nicht schlagen sollte.

Tchibo: Massagestab Verwendung

Tchibo: Deshalb droht Besitzern des Massagestabes eine Strafe

Bei Besitz des von Tchibo vertriebene Massagestab droht nach der Bewertung durch das BKA nun eine empfindliche Strafe. Das Bundeskriminalamt stufte den Massagestab in ihrer als verbotene Waffe ein. Diese sind im Waffengesetz (WaffG) in der Anlage 2 zu § 2 Abs. 2-4 aufgeführt. Laut dem BKA ist der Massagestab als Totschläger zu bewerten.

Zu den in Deutschland verbotenen Waffen gehören unter anderem diese Gegenstände:

Waffen und waffenähnliche Gegenstände, die in die Kategorien in der Anlage fallen, dürfen in Deutschland weder gekauft noch verkauft werden. Zudem dürfen sie nicht besessen, geführt, überlassen, verbracht, getragen oder bearbeitet werden. Im Gesetz wird also jeglicher Umgang mit diesen Waffen verboten. Sogar die Aufforderung oder Anleitung zur Herstellung der gelisteten Gegenstände ist in Deutschland per Gesetz untersagt.

Aus der Begründung in dem Feststellungsbescheid des BKA, zu dem Massagestab aus dem Hause Tchibo, geht hervor, dass der Klopf-Massagestab als „vollwertige Waffe“ eingestuft wird. Das deutsche Waffengesetz (WaffG), in dem auch das mögliche Strafmaß festgehalten ist, unterscheidet hier zwischen Gegenständen, die nach ihrem Wesen dazu bestimmt sind und Gegenständen, die nicht dazu bestimmt sind, aber aufgrund von ihrer Beschaffenheit dafür geeignet sind, als Waffe verwendet zu werden. Den Massagestab von Tchibo ordneten die Beamten der ersteren Kategorie zu, da sie der Auffassung sind, dass bei dem Massagestab die Merkmale eines Totschlägers so eindeutig gegeben sind, das diese die Zweckbestimmung des Gegenstandes überschatten.

Bei dem Umgang mit sogenannten Totschlägern muss man in Deutschland mit einer harten Strafe rechnen, da diese als verbotene Waffen eingestuft sind. Auch der Massagestab von Tchibo fällt unter die Definition eines Totschlägers.

Ein Totschläger ist ein biegsamer Gegenstand (bspw. Gummischlauch, Riemen) bei dem mindestens ein Ende durch hartes Material beschwert ist.
Die Biegsamkeit ist hier das Ausschlaggebende Kriterium, da durch diese die Schlagwirkung verstärkt wird.
Ausgenommen sind sogenannte Defense-Bags diese haben, laut Definition als Hiebwaffe zu gelten

Tchibo: Diese Strafe haben Besitzer des Massagestabes zu erwarten

Wer den Massagestab trotz der Einstufung des BKA in seinem Besitz hat oder anderweitig gegen, dass oben ausgeführte Gesetz verstößt, muss bei einer Kontrolle mit einer Strafe rechnen. Nach dem Paragraph 52 des Waffengesetzes, sieht der Gesetzgeber eine Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder eine Geldstrafe vor. Wenn der Täter oder die Täterin dabei fahrlässig handelt, muss er oder sie entweder mit einer Geldstrafe oder Freiheitsentzug von bis zu einem Jahr rechnen.

Dass eine Strafe bei Alltagsgegenständen fällig wird, ähnlich wie bei dem Massagestab von Tchibo, ist in Deutschland häufiger der Fall. Das BKA entschied beispielsweise im Jahr 2016 bereits über einen Anhänger, der wie ein Schlagring geformt war. Dieser Anhänger wurde, ebenso wie der Massagestab, als verbotene Waffe eingestuft.

Ähnlich wie der Massagestab von Tchibo wurde dieser Anhänger verboten.

Bei der Bewertung von Alltagsgegenständen, wie dem Massagestab von Tchibo, kommt es auch vor das nur Teile davon als Straf-Relevant erachtet werden. So wurde im Jahr 2013 der Henkel eines Bechers als verbotene Waffe, in diesem Fall als Schlagring, eingestuft. Der Becher in seiner Gesamtheit wurde zwar explizit nicht als Waffe deklariert, aber der Henkel wurde auch in der zusammengebauten Form verboten.

Anders als beim Massage-Stab von Tchibo ist hier der Henkel für die Strafe verantwortlich.

Nicht nur bei Tchibo gab es Waffen zu finden: Gerichte verhängen häufig Strafe für Waffenbesitz

Eine Grundsatzentscheidung zum Waffenrecht in Göttingen bestätigt, Waffenbesitzer müssen einen Nachweis über die sichere Verwahrung der Waffen erbringen. Hier hatte ein Waffenbesitzer geklagt, da dieser die sichere Aufbewahrung nachweisen muss, sonst droht ihm eine Strafe. Hierbei dürfte es sich allerdings nicht um Massagestäbe von Tchibo* gehandelt haben.

Anfang des Jahres stellte die Polizei verschiedene Waffen bei einer Reichsbürgerin sicher. Diese muss jetzt mit einer Strafe rechnen. Es wurden auch hier keine Massagestäbe von Tchibo* sichergestellt, sondern Schusswaffen. (Lucas Maier) *hna.de ist Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerkes.

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