Schwerin – Ein Land sieht „rot“ – und die fragwürdige Sündenbock-These dient dabei als Rechtfertigung.

Weil die Hospitalisierungs-Inzidenz drei Tage lang über 9 lag, treten heute landesweit neue Einschränkungen in Kraft. Im Einzelhandel gilt nun die 2G-Regel und bei privaten Treffen sind nur noch fünf Personen aus bis zu zwei Haushalten erlaubt. Geimpfte und Genesene zählen dabei nicht mit.

„Wir setzen jetzt praktisch einen Lockdown für die Ungeimpften um“, hatte Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (47, SPD) in der Talkshow „Anne Will“ gesagt. Die Ungeimpften seien diejenigen, die das Infektionsgeschehen maßgeblich treiben, meinte sie.

Die von Schwesig nicht belegte Schuldzuweisung teilen die Experten nicht. Die Regierungsberater und Virologen Christian Drosten und Hendrick Streek erklärten bereits, dass es KEINE Pandemie der Ungeimpften gebe. Der Epidemiologe Alexander Kekulé geht sogar davon aus, dass „wir eine Welle der Geimpften bekommen werden.“

Die Zahlen zeigen zudem, dass auch Länder mit hohen Impfquoten (um 90 %) hohe Inzidenzen haben können (u.a. Singapur, Gibraltar).

Im TV bei „BILD Live“ sprach Top-Journalist Hans-Ulrich Jörges bereits letzte Woche von einem einzigen „Propagandafeldzug mit Angstmache gegen die Ungeimpften“, mit dem die Politik nur vom eigenen Versagen ablenken wolle.

Der Protest gegen neue Corona-Verschärfungen wächst indes auch im Nordosten. Montagabend demonstrierten in mehreren Städten gut 1400 Menschen.

Karte: Deutschlands Corona-Hotspots – Infografik