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Mega-Zoff mit der Bahn: Wegen nächtlicher Arbeiten sollen 6000 Münchner ins Hotel - „Der totale Hammer!“

Von: Sascha Karowski

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Sibylle Stöhr ist sauer: Die Bahn hat über Bauarbeiten zu spät informiert.
Sibylle Stöhr ist sauer: Die Bahn hat über Bauarbeiten zu spät informiert. © Jens Hartmann

Es gibt (mal wieder) Ärger zwischen der Bahn und der Stadt: Wegen nächtlichen Bauarbeiten sollen etwa 6000 Anwohner der Donnersbergerbrücke nachts ins Hotel ziehen.

München - Die Bahn baut – und zwar laut! Weil an der Donnersbergerbrücke* nachts seit Mittwoch und noch bis Sonntag Rammarbeiten für Fundamente von Leitungsmasten durchgeführt werden, sollen etwa 6000 Anwohner möglichst in Hotels ausweichen. Auf Kosten der Bahn. Die Chefin des Bezirksausschusses Schwanthalerhöhe* und Stadträtin Sibylle Stöhr* (Grüne) ist dennoch entsetzt. Denn Politik und Anwohner seien erst kurz vorher informiert worden – oder gar nicht. „Das ist der totale Hammer.“

Die neuen Weichenverbindungen seien wichtig für die Betriebsstabilität der S-Bahn-Stammstrecke während der weiteren Arbeiten für die zweite Stammstrecke, sagt eine Sprecherin der Bahn* auf Anfrage. „Diese Arbeiten auf der ersten S-Bahn*-Stammstrecke können nur in nächtlichen Sperrpausen stattfinden.“

Um die Betroffenheit der Anwohner besser abschätzen zu können, habe die DB Netz AG ein Baulärmgutachten erstellen lassen. Daraus gehe hervor, in welcher Bauphase die Immissionsrichtwerte im Bereich der Wohnhäuser überschritten würden. „Diesen Anwohnern bieten wir mit Einverständnis des Eisenbahn-Bundesamtes einen Aufenthalt in einem nahe gelegenen Hotel an.“ Die Unterbringung erfolge in DB-Vertragshotels im gesamten Stadtgebiet München* – vorzugsweise entlang der Stammstrecke. „Per Postwurfsendung haben wir über 6000 Adressen angeschrieben. Bis dato haben wir knapp 20 Anmeldung für eine Hotelbuchung erhalten.

Mit der Bahn habe man ja schon die ein oder andere Erfahrung, sagt Stöhr. „Aber wir sind als BA gar nicht informiert worden. Das geht so nicht.“ Es passe ins Bild, dass die Deutsche Bahn die Stadt über einen so schwerwiegenden Eingriff in die Nachtruhe erst so spät informiere, sagt der Vorsitzende der SPD-Stadtratsfraktion Christian Müller*. „Wenn die Bahn ihre Glaubwürdigkeit nicht vollkommen verspielen will, muss sie die Interessen Bürger dieser Stadt endlich ernst nehmen.“ Deswegen sei es gut, dass OB Dieter Reiter* (SPD) sich persönlich an die Bahn wenden werde, um für die Zukunft eine deutlich frühere Einbindung Münchens zu fordern.

Die Bahn derweil bedauert, dass die Infos zu den Bauarbeiten bei der Stadt relativ kurzfristig eingegangen sei. „Wir prüfen unsere internen Prozesse, damit die Vorabinfo an die Stadt künftig besser funktioniert.“ Die betroffenen Bezirksausschüsse seien aber am 24. November informiert worden. Das wäre dann eine Woche vor Baustart gewesen ... (ska) *tz.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

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