Germany

Merkel: Müssen ohne große Impfstoffmengen durch Winter kommen

Bundeskanzlerin Angela Merkel, Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller (SPD, l.) und Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) gaben am Mittwochabend nach den Beratungen eine Pressekonferenz.

Bundeskanzlerin Angela Merkel, Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller (SPD, l.) und Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) gaben am Mittwochabend nach den Beratungen eine Pressekonferenz. (Markus Schreiber/AP POOL/dpa)

Bund und Länder wollen sich für einen baldigen Start von Corona-Impfungen in Deutschland wappnen - auf breiter Front dürften sie aber erst später im neuen Jahr möglich sein. „Wir müssen durch den Winter durchkommen, ohne darauf setzen zu können, dass wir in großem Maße schon Impfstoff zur Verfügung haben“, sagte Kanzlerin Angela Merkel (CDU) am Mittwochabend in Berlin nach Beratungen mit den Ministerpräsidenten. „Wir dürfen im ersten Quartal noch nicht überbordende Hoffnungen über die Mengen des Impfstoffs haben.“

Von den Herstellen Biontech/Pfizer und Moderna zusammen könne Deutschland im ersten Quartal 2021 wahrscheinlich sieben Millionen Impfdosen bekommen. Nötig seien dann zwei Impfungen in bestimmtem Abstand. Zeigen müsse sich zudem, wie viele Menschen sich jeweils für Impfungen entscheiden. Beim Impfstoff des Herstellers Astra Zeneca könne man angesichts von Verzögerungen in der Erprobung nicht genau sagen, ob er noch im ersten Quartal zur Verfügung stehe. „Wenn Ja, dann haben wir uns da ziemlich viele Dosen gesichert“, sagte Merkel.

Mehr zum Thema

Corona-Massenimpfungen: Hunderte Helfer in Impfzentren in Bremen und Niedersachsen benötigt
Hunderte Helfer in Impfzentren in Bremen und Niedersachsen benötigt

Mitte Dezember sollen die Impfzentren in den Bundesländern betriebsbereit sein. Sorge bereitet auch ...

 mehr »

Im zweiten Quartal 2021 würden sich mögliche Mengen voraussichtlich schon „sehr viel besser darstellen“, im dritten Quartal werde bei erwartetem Verlauf dann sehr viel Impfstoff verfügbar sein. Die Einschätzungen zur weiteren Entwicklung sollten immer wieder fortgeschrieben werden, sagte Merkel. Sie betonte mit Blick auf die nächsten Schritte hin zum Einsatz von Impfstoffen: „Wir vertrauen der Europäischen Medizin-Agentur.“ Sie sei die Zulassungsbehörde, die sicher und ordentlich arbeiten werde. Dies werde dann auch dazu führen, dass Impfstoffe europaweit zugelassen werden.

Erste Impfstoff-Zulassungen in der EU könnten Ende Dezember kommen, erläuterte Merkel. Deswegen sei es wichtig, dass die Vorbereitungen darauf dann schon weit gediehen seien. In den Bundesländern gebe es große Anstrengungen beim Aufbau vorgesehener regionaler Impfzentren.

Daneben stünden genauere Festlegungen zur Reihenfolge von Impfungen aus, mit denen sich zunächst die Ständige Impfkommission befassen soll. „Wir werden eine Feinpriorisierung nicht machen, bevor wir nicht die Empfehlung der Ständigen Impfkommission haben“, sagte Merkel. Auf dieser Grundlage werde das Bundesgesundheitsministerium dann eine Verordnung erlassen, die auch mit den Ländern abgestimmt werde. Es sei derzeit nicht abschließend zu sagen, ob dies noch vor Weihnachten oder unmittelbar danach der Fall sein werde.

Die Kanzlerin verwies darauf, dass dafür zunächst auch Daten aus dem Zulassungsverfahren benötigt würden - erste Entscheidungen dazu hatte die EU-Agentur bis spätestens 29. Dezember in Aussicht gestellt. Es könne sich zudem auch von Impfstoff zu Impfstoff unterscheiden, wie bestimmte gefährdete Gruppen darauf reagieren, erläuterte Merkel.

Mehr zum Thema

Biontech und Pfizer: Großbritannien lässt Corona-Impfstoff zu
Großbritannien lässt Corona-Impfstoff zu

Der Impfstoff von Biontech und Pfizer hat in Großbritannien alle Hürden genommen. Noch im Dezember ...

 mehr »

Merkel bekräftigte, dass bei den Impf-Prioritäten vom Grundsatz her zum einen Beschäftigte im Gesundheitswesen und in der Pflege sowie in der wichtigen „Infrastruktur“ des Landes im Blick stünden - etwa Polizisten, die bei Demonstrationen „sehr in Berührung kommen mit anderen Menschen. Der „Grundstrang“ richte sich nach der Linie „Je älter, desto größer das Risiko“. Ältere sollten also zuerst geimpft werden können, dann weitere Menschen absteigend nach Lebensalter.

Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller (SPD) mahnte beim Bund rasche Festlegungen zu den Rahmenbedingungen an. Viele Länder wie auch Berlin seien mit ihren Impfzentren schon gut vorbereitet. „Aber wichtig ist, dass wir hier gemeinsam dranbleiben.“ Nötig seien Regelungen zum Einladungssystem für die Betroffenen, das bundesweit einheitlich gestaltet werden soll. Hier brauchten die Länder schnelle Planungssicherheit. „Das macht sich nicht von alleine.“

Football news:

Conte über 2:1 gegen Mailand: Vor dem Siegtor war das Ergebnis unfair. Ihr Torwart ist der beste Spieler des Spiels
Miquel Arteta: Arsenal hat alles richtig gemacht, aber verloren. Siege geben Selbstvertrauen Sie haben eine sehr gefährliche Mannschaft, wenn sie nach vorne kommen. Sie drücken und spielen in den Übergangsmomenten gut, aber wir haben vieles richtig gemacht. In manchen Phasen des Spiels haben wir völlig dominiert, es war bequem für uns, wir haben gute Tore geschossen, weil es hier schwer ist zu gewinnen
Nicolo Barella: Wir haben bewiesen, dass wir stärker sind als Mailand
Geh und mach deinen Voodoo-Scheiß, kleiner Arsch. Ibrahimovic-Lukaku Während des Pokalspiels wurde der Grund für den Konflikt zwischen Milan-Stürmer Zlatan Ibrahimovic und Inter-Stürmer Romelu Lukaku bekannt
Pioli über die Niederlage gegen Inter: der Einzige Unterschied war die Entfernung. Es ist Schade, dass wir ausgeflogen sind, weil wir mit diesem Turnier gerechnet haben. Das Spiel hat gezeigt, dass wir eine starke Mannschaft sind, die den Gegner gut zurückhalten kann, aber nachdem wir einen Spieler weniger hatten, wurde es deutlich komplizierter
Die UEFA plant nicht, den Euro in 12 Städten aufzugeben. Andere Optionen sind unerwünscht
Eriksen erzielte das erste Mal seit fast einem halben Jahr für Inter Mailand - Milan im Pokal in der 97. Minute mit einem Freistoß