Germany
This article was added by the user . TheWorldNews is not responsible for the content of the platform.

Müde Verteidiger patzen zu oft: Löwen verlieren 4:5 gegen glückliche Dresdner

Von: Oliver Rabuser

Kommentare

Unermüdliche Rackerer: Tyler McNeely (li.) und Lubomir Dibelka – hier gegen Maxi Kolb und Goalie Jannick Schwendener – brachten die Löwen erst auf 2:3 heran und drei Sekunden vor Schluss zum 4:4-Ausgleich.
Unermüdliche Rackerer: Tyler McNeely (li.) und Lubomir Dibelka – hier gegen Maxi Kolb und Goalie Jannick Schwendener – brachten die Löwen erst auf 2:3 heran und drei Sekunden vor Schluss zum 4:4-Ausgleich. © Oliver Rabuser

Es fehlte nicht viel zum zweiten siegreichen Wochenende der Saison. Leistung und Torertrag hätten prinzipiell ausgereicht. Doch erwischte bei der 4:5-Niederlage gegen die Dresdner Eislöwen ausgerechnet der Nummer-Eins-Verteidiger der Tölzer Löwen einen rabenschwarzen Tag. In der regulären Spielzeit verantwortete Brady zwei Gästetreffer, um in der Verlängerung mit einem Selbsttor entscheidend zu patzen.

Bad Tölz - „Unsere Verteidiger sind todmüde“, urteilte Löwen-Trainer Kevin Gaudet milde. Entschuldigen ließen sich Bradys kapitale Patzer freilich nicht; höchstens menschlicher wirken. Tölz hatte schon im ersten Abschnitt mehr und auch die besseren Chancen. Dresden aber führte mit 2:0. Die Löwen im ersten Powerplay stark unter Druck, aber auch mit der ungetrübten Aussicht auf den Shorthander. David Suvanto hielt so gerade noch seinen Stecken in den Schuss von Tyler McNeely. Selbst mit einem Akteur mehr auf dem Eis, scheiterten Lubor Dibelka und Cam Spiro am Schweizer Goalie Jannick Schwendener. Ein weiteres Mal stand Spiro den Eislöwen in der Bahn, und McNeely tippte ein Zuspiel von Dibelka an den Pfosten. Problem der Tölzer: Sie ließen die Gäste zu oft frei zum Schuss kommen. Unter anderem beim 0:1, das David Rundqvist aus der Halbdistanz markierte. Die anderen Male ging’s gut für die Hausherren aus, respektive war Jimmy Hertel auf dem Posten. Das 0:2 ging auf die Kappe von Ian Brady, fußte auf einem Fehlpass beim Aufbauspiel aus der eigenen Zone. So werden dem kleinen Kader immer wieder Höchstleistungen in Form kraftraubender Aufholjagden abverlangt.

Eine solche lieferten Gaudets Mannen auch diesmal wieder; zwischenzeitlich sogar mit Erfolg. Markus Eberhardt verkürzte ein erstes Mal mit starker Einzelleistung, drehte den Kreisel ums Eislöwen-Tor und fand die kleine Lücke neben Schwendeners Schoner. Dass Dibelka Momente später den Ausgleich verpasste, Tölz sich danach bei eigenem Offensivbully zum 1:3 auskontern ließ, war bitter, letztlich aber nicht das große Problem. Denn McNeely, einmal mehr unermüdlicherer Rackerer, nach feinem Zuspiel von Samir Kharboutli, sowie Spiro bei doppelter Überzahl aus dem Slot, glichen den Spielstand noch vor dem Schlussabschnitt aus. „Es war nicht einfach nach dem 1:3, aber wir haben uns zurückgekämpft“, zollte der Coach seinem Team Anerkennung.

Zählbares in der Kurstadt zu behalten, wäre schon aus moralischer Warte mehr als verdient gewesen. Gleichwohl wackelte das Unternehmen Punktgewinn massiv. Einmal mehr war es Brady, der Dresden zum Vorteil verhalf. Im Powerplay taumelte der Defender an der blauen Linie, ehe er auch noch das Laufduell gegen Yannick Drews verlor, der den Puck unter Hertel zum 4:3 einschob. Doch der zweite Advent ist nicht der Tag für lange Gesichter. Ein drittes Mal bäumte sich Gelb-Schwarz auf. Dibelka verpasste schier unfassbar das kurze Eck aus kürzester Distanz und starker Vorlage, machte seinen Fehlschuss aber wett, als die Buam die letzten Körner auspackten. Drei Sekunden waren noch zu gehen, als der 38-Jährige die Scheibe nach Schlagers toller Vorarbeit unter die Latte knallte. Ob’s am Ende tatsächlich zum Sieg gereicht hätte? Spekulation, doch die war nach Bradys drittem Aussetzer hinfällig.

Tore: 0:1 (11:52) Rundqvist (Drews, Knackstedt 5-4), 0:2 (17:53) Knobloch (Drews), 1:2 (27:49) Eberhardt (Spiro, Ott), 1:3 (29:10) Knackstedt (Porsberger, Mannes), 2:3 (33:31) McNeely (Kharboutli, Dibelka), 3:3 (37:13) Spiro (Brady, McNeely 5-3), 3:4 (50:35) Drews, 4:4 (59:57) Dibelka (Spiro, Schlager 6-5), 4:5 (60:50) Walther). – Strafminuten: Bad Tölz 8, Dresden 14. – Schiedsrichter: Holzer/Kannengießer. – keine Zuschauer.

Auch interessant