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München als erste deutsche Großstadt Corona-Hotspot: Welche Maßnahmen schon gelten - und welche drohen

Die 1,5 Millionenstadt München hat als erste deutsche Großstadt den Wert 50 bei der 7-Tage-Inzidenz überschritten und ist jetzt ganz offiziell Corona-Hotspot. So geht es jetzt weiter.

München - „Die Situation ist ernst“, sagt Münchens zweite Bürgermeisterin Katrin Habenschaden (Grüne). „Wir alle müssen jetzt noch wachsamer sein“, sagt Oberbürgermeister Dieter Reiter (SPD). Abgesehen davon sind außer der Maskenpflicht im Unterricht ab der 5. Klasse keine neuen Maßnahmen geplant. Erstmal. (Einen Überblick über bestehende Maßnahmen und Verbote sowie drohende Einschränkungen finden Sie im Artikel weiter unten.)

Corona: München reißt 50-Schwelle bei 7-Tages-Inzidenz - Was bedeutet das?

Zur Einordnung: Was ist heute passiert? München hat heute (Freitag, 18. September) als erste Metropole in Deutschland die 50-Fälle-Marke bei der 7-Tage-Inzidenz pro 100.000 Einwohner durchbrochen. Der Wert ist wichtig. Weil er die Corona-Neuinfektionen in allen deutschen Landkreisen und kreisfreien Städten so schön vergleichbar macht und weil er eben nicht nur die Tageswerte, sondern eine ganze Woche mit einbezieht. Und unter Deutschlands Millionenstädten ist da München trauriger Spitzenreiter. Zum Vergleich: In Berlin liegt der Wert aktuell bei rund 18, in Hamburg bei 17 und in Köln bei 21.

Auch die Reproduktionszahl von 1,41 kann den Verantwortlichen im Münchner Rathaus nicht gefallen. Aktuelle stecken demnach 100 Münchner 141 an.

Gleichzeitig ist der Wert nun für München auch nicht anders zu bewerten als beispielsweise für Garmisch-Partenkirchen. Will heißen: Es macht keinen Unterschied, ob nun der Landkreis Garmisch-Partenkirchen, Kulmbach oder eben die Millionenstadt München die 50 durchbricht, weil der Wert eben überall das Gleiche aussagt.

Corona-Hotspot München: 50-Fälle-Schwelle fordert eigentlich konkrete Beschränkungen - Eigentlich

Und doch wurde er im Mai von Bund und Ländern als wichtige Wegmarke festgelegt. Im Wortlaut:

„Ab einer gewissen Relevanz muss auf eine regionale Dynamik mit hohen Neuinfektionszahlen und schnellem Anstieg der Infektionsrate sofort vor Ort mit Beschränkungen reagiert werden. Deshalb werden die Länder sicherstellen, dass in Landkreisen oder kreisfreien Städten mit kumulativ mehr als 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohnern innerhalb der letzten 7 Tage sofort ein konsequentes Beschränkungskonzept unter Einbeziehung der zuständigen Landesbehörden umgesetzt wird.“

Und das liest sich eigentlich recht eindeutig. Könnte man meinen. Trotzdem will man im Rathaus erstmal abwarten, wie sich die Zahlen weiter übers Wochenende entwickeln. Vom bayerischen Gesundheitsministerium gibt es Rückendeckung. Eine Überschreitung „löst keinen Automatismus dahingehend aus, unmittelbar allgemeine Kontakt- oder Ausgangsbeschränkungen zu erlassen“, sagte eine Sprecher der SZ. Da kann man mal sehen, wie unterschiedlich die Lesart von so einem Beschluss ist.

WirtshausWiesn im Corona-Hotspot München: Reiter droht Wirten

So bleibt es erstmal bei den bestehenden Alkoholverboten an neuralgischen Party-Punkten in München und gleichzeitig wird morgen (Samstag, 19. September) der Auftakt zur „WirtshausWiesn*" gefeiert. Und Reiter beschränkt sich darauf, die Wirte sehr, sehr deutlich zu ermahnen:

„Sorgen Sie dafür, dass Musik wirklich immer Hintergrund-Musik bleibt und sich auch Ihre Gäste an die Regeln zum Infektionsschutz halten. Nicht nur am Anfang, sondern auch nach der zweiten Maß Wiesn-Bier.“

„Denn angesichts der heutigen 7-Tage-Inzidenz von über 50 gelten mehr denn je die strengen Vorgaben zum Infektionsschutz. Kreisverwaltungsreferat und Polizei werden vor allem auch während der Wirtshaus-Wiesn intensiv kontrollieren und etwaige Verstöße konsequent ahnden.“

Reiters Amtskollegin einer weiteren deutschen Millionenstadt, nämlich Oberbürgermeisterin Henriette Reker in Köln, hört sich da ganz anders an. Sie denkt laut über Kontaktbeschränkungen nach. Schließlich müsse man alles tun, „um einen weiteren Lockdown zu vermeiden“.

Schulen bleiben ebenfalls geöffnet, nur eben mit der Beibehaltung der Maskenpflicht im Unterricht ab der 5. Klasse. Genauso Krippen, Kindertagesstätten und andere Betreuungseinrichtungen. Abgesehen davon sind diese Maßnahmen bereits in Kraft:

Corona-Hotspot München: Diese Maßnahmen gelten bereits

Am Wochenende vom 18. September (21 Uhr) bis 20. September (6 Uhr) gilt in München ein zeitlich begrenztes Alkoholverbot an folgenden öffentlichen Plätzen:

Corona-Hotspot München: Diese Maßnahmen könnten bei weiter steigenden Infektionszahlen folgen

Sollten der Wert 50 auch am Montag noch stehen, oder sogar weiter steigen, hat Dieter Reiter folgende Maßnahmen heute bereits angerissen:

Neben München (50,70) verzeichnen in Bayern derzeit auch die Stadt Würzburg (70,38), die Stadt Kaufbeuren (61,51), der Landkreis Garmisch-Partenkirchen (58,78) und der Landkreis Kulmbach (50,11) kritisch hohe Infektionszahlen.

*tz.de ist Teil des bundesweiten Ippen-Dgitial-Redaktionsnetzwerks. Das tz.de-München-Ressort informiert Sie immer aktuell über alles, was die Landeshauptstadt Bayerns bewegt.

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